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17.12.2008 14:59

Agrarforscher wenden sich an Politik

Josef Zens Geschäftsstelle, Büro Berlin
Leibniz-Gemeinschaft

    Sollen Landwirte mehr Nahrung erzeugen oder lieber Energiepflanzen anbauen? Was sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Regionen in Deutschland? Der zweite "Zwischenruf" der Leibniz-Gemeinschaft in diesem Jahr kommt von den Agrarforschern aus dem Netzwerk "Leibniz AgriResearch plus" und informiert über vier Themenkreise. Neben Klima und Energie sind dies noch Grüne Gentechnik und die Lebensmittelsicherheit.

    "Food or Fuel?" heißt es neudeutsch für die Landwirte nicht nur in Deutschland. Im aktuellen "Zwischenruf" der Leibniz-Gemeinschaft beschäftigen sich Agrarforscher aus dem Netzwerk Leibniz AgriResearch plus mit den Themen Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, Klimawandel, Grüne Gentechnik und Automatisierung sowie Lebensmittelsicherheit. Die Publikationsreihe Zwischenruf der Leibniz-Gemeinschaft richtet sich in erster Linie an Politik und Behörden.

    Einige Kernaussagen des aktuellen Agrar-Zwischenrufes sind:

    ? Deutsche Landwirte werden zwar von einer größeren Nachfrage nach Biotreibstoffen profitieren, aber der Großteil des Angebots dürfte aus dem Ausland kommen. Ein heimischer Biotreibstoffanteil von nur 10 Prozent müsste zu etwa 85 Prozent über zusätzliche Importe gedeckt werden.

    ? Bei der Grünen Gentechnik rufen die Agrarwissenschaftler zu einer sachlichen Betrachtung der Risiken auf. Sie werden dabei von Leibniz-Präsident Ernst Th. Rietschel unterstützt, der sagt: "Gerade im Bereich der Grünen Gentechnik leiden unsere Wissenschaftler unter scharfen Restriktionen und einem Klima der Panikmache." Rietschel appelliert an die Politik, klare und verlässliche Rahmenbedingungen für die Forschung zu schaffen. Bei aller Kontroverse solle die Grüne Gentechnik die Chance erhalten, ihr Potenzial bei der Bewältigung von Klimawandel und Ernährungskrisen zu entfalten. Der Leibniz-Präsident weiter: "Dazu gehört, dass Wissenschaftler frei von Beschränkungen dieses Potenzial erforschen dürfen - und damit auch mögliche Risiken."

    ? In der arbeitsintensiven Obst- und Gemüseproduktion sind innovative Technologien Deutschlands Stärke. Sie sichern nicht nur die Qualität der Lebensmittel und helfen bei deren Überwachung, sondern tragen dazu bei, dass Arbeitsplätze in der Branche erhalten bleiben.

    ? Der Klimawandel wird die Regionen Deutschlands ganz unterschiedlich treffen, Mittel- und Nord-Ostdeutschland werden voraussichtlich unter mehr Sommertrockenheit leiden. Davon betroffen wird allerdings weniger der Ertrag aus der deutschen Landwirtschaft sein, vielmehr befürchten die Wissenschaftler Probleme in der Wasserqualität.

    Den vollständigen Zwischenruf mit einer Expertenliste zu den einzelnen Themen senden wir auf Wunsch gerne an Medienvertreter und Behörden. Er ist auch auf den Leibniz-Webseiten zu finden unter:
    www.leibniz-gemeinschaft.de > Aktuelles/Medien > Publikationen > Zwischenruf.

    Falls Interesse an Interviews besteht, vermitteln wir gerne die Ansprechpartner.

    Medien-Kontakt
    Josef Zens
    Schützenstraße 6a
    10117 Berlin
    Tel.: + 49 (0) 30 20 60 49-42
    Fax: + 49 (0) 30 20 60 49-55
    E-Mail: zens@leibniz-gemeinschaft.de
    www.leibniz-gemeinschaft.de

    Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören ab 1.1.2009 86 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Infrastruktureinrichtungen für die Wissenschaft sowie drei assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert. Ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro, wovon ca. 230 Millionen Euro aus Drittmitteln stammen.


    Weitere Informationen:

    http://www.leibniz-gemeinschaft.de/?nid=zwr&nidap=&print=0 -- Zwischenruf zum Download als PDF
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de/?nid=zwr022008&nidap=&print=0 -- Originaltexte (ungekürzt) der Wissenschaftler zum Download


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Energie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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