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Wissenschaft
Gemeinsam mit vier europäischen Stiftungen stärkt die VolkswagenStiftung die medizinische Forschung in Afrika.
Erkrankungen wie Flussblindheit oder Schlafkrankheit gehören besonders in den ländlichen Gebieten Afrikas, in den Slums und Konfliktzonen nach wie vor zum Alltag. Ihre Folgen halten einen Teufelskreis von Krankheit und Armut in Gang. Diesen zu durchbrechen ist das Ziel von fünf europäischen Stiftungen: Bereits Ende 2007 haben sie sich zusammengeschlossen, um die Tropenmedizin vor Ort zu unterstützen und die bisher vernachlässigten Krankheiten, auch Neglected Tropical Diseases (NTDs) genannt, zu bekämpfen. Im Rahmen eines Fellowship-Programms für Postdoktoranden wurden nun in einer ersten Runde aus 67 Bewerbern zehn afrikanische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ausgewählt, deren Vorhaben die Stiftungen mit insgesamt 1,34 Millionen Euro unterstützen.
Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit, so die erschreckende Zahl der Weltgesundheitsorganisation (WHO), leiden unter den sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten. Etwa die Hälfte der Betroffenen leben in ländlichen Gebieten, außerdem in städtischen Slums oder in Krisengebieten Afrikas. Während die drei "großen Infektionen" - HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria viel Geld und Aufmerksamkeit erhalten, geraten diese Krankheiten oft aus dem Blick. Die europäische Initiative "Neglected Tropical Diseases and Related Public Health Research" - unterstützt von der VolkswagenStiftung, der portugiesischen Fundacao Gulbenkian, der französischen Fondation Mérieux, der britischen Nuffield Foundation und der italienischen Fondazione Cariplo - will nun die biomedizinische Wissenschaft und Public Health-Projekte in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara nachhaltig stärken. Dafür werden junge hervorragende Wissenschaftler gefördert, die in Ländern des sub-saharischen Afrikas arbeiten beziehungsweise dorthin zurückkehren wollen. "Dies ist nicht nur ein hochrelevantes Programm, das auf eine kritische Lage reagiert, sondern auch eine visionäre Initiative auf dem Stiftungssektor", betont Professor David Molyneux, Präsident der Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene.
Die Initiative unterstützt anwendungsbezogene Forschungsprojekte, die schnell umgesetzt werden können. "Wir investieren in exzellente afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihr Wissen und Können in Forschungszentren vor Ort weitergeben und die die nötigen Forschungsgelder anwerben, bis die Krankheiten möglicherweise besiegt sind", sagt Sarah Lock, Programmkoordinatorin der Nuffield Foundation.
Die zehn Postdoktoranden, die sich im Wettbewerb durchsetzen konnten, vertreten ein breites Themenspektrum, das von der Entwicklung neuer Impfstoffe für Viruserkrankungen bis hin zu Projekten zur öffentlichen Gesundheit reicht. Zusätzlich wurden vier Ausbildungs- und Reisestipendien vergeben.
Sie finden Näheres zu der europäischen Initiative im Internet unter http://<www.ntd-africa.net>
Kontakte
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Kontakt Afrika-Initiative
Dr. Detlef Hanne
Telefon: 0511 8381 - 389
E-Mail: hanne@volkswagenstiftung.de
Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20081219
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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