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Wissenschaft
Erstes Internationales Symposium über Fledermauswanderungen
16. bis 18 Januar 2009 in Berlin, Bundesinstitut für Risikobewertung
Jeder kennt den Vogelzug. Dass auch Fledermäuse ziehen, ist weitgehend unbekannt. Man kann es nicht gut beobachten, denn es passiert ja nur nachts. Jetzt treffen sich dazu erstmals rund 300 Forscher. Sie kommen aus der ganzen Welt, denn Fledermäuse sind überall auf der Welt zu Hause. Spannend für die Forscher ist zum Beispiel die Frage, wie sich Fledermäuse über hunderte von Kilometern orientieren. An den Sternen oder am Magnetfeld wie die Vögel? Oder: Warum wandern einige Arten und andere nicht? Fledermäuse sind eine sehr artenreiche Tiergruppe, die manchmal den mehr als 50 Prozent aller Säugetierarten in einer Region stellen. Sie haben deshalb eine große Bedeutung für das jeweilige Ökosystem, so fressen sie Schadinsekten oder verbreiten in den Tropen die Samen von Früchten. Auf Grund ihrer großen ökologischen Bedeutung, ist es wichtig ihr Wanderverhalten zu erforschen.
Im Folgenden einige Schwerpunkte des Kongresses. Die Forscher stehen vor und während des Kongresses für Interviews zur Verfügung.
Es lebt was in der Luft - Neue Wissenschaftsdisziplin Aero-Ökologie:
Der durch seine zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen und Bücher international bekannte Fledermausforscher Prof. Thomas H. Kunz (Boston University, U.S.A.) wird den neu etablierten Forschungsbereich Aero-Ökologie vorstellen. Prof. Kunz verfolgt den visionären Ansatz, dass auch die untere Schicht der Atmosphäre, in der eine Vielzahl von Tieren leben, ein ökologisches Habitat ist, das Schutz bedarf. Die Aero-Ökologie führt deshalb verschiedene Wissenschaftsgebiete wie Biologie, Geographie und Informatik zusammen (siehe auch Hintergrundinformation)
Tod am Rotorblatt - Fledermäuse und Windkraftwerke:
Nach wie vor ist nicht genau bekannt, wie viele Fledermäuse an Windkraftanlagen zu Tode kommen und warum. Dr. Paul Cryan vom U.S. Geological Survey (Fort Collins) wird über die Bedrohung von Populationen wandernder Fledermäuse durch Windturbinen sprechen. Forscher haben herausgefunden, dass die Fledermäuse auf Grund der Luftdruckverhältnisse in der Nähe von Windkraftanlagen regelrecht implodieren. Weiter werden Arbeiten vorgestellt, die untersuchen wie sich Todesfälle an Windkraftanlagen langfristig auf die Artenvielfalt und die Populationsdichte auswirken, denn Fledermäuse können in Gefangenschaft bis zu 40 Jahre alt werden. So können auch anscheinend geringe Zahlen von Todesfällen langfristig gravierende Auswirkungen auf Populationen und Arten haben.
Reise um die Welt - Forscher wollen die Wanderung von Vögeln und Fledermäusen per Satellit verfolgen
Prof. Martin Wikelski, seit kurzem Direkter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell, ist einer der weltweit führenden Migrationsforscher. Er hat vor kurzem entdeckt, wie der innere Kompass von Fledermäusen funktioniert: Sie orientieren sich am Erdmagnetfeld, wobei ein im Körper eingelagertes magnetisches Mineral als Sensor dient. Auf der Tagung stellt er ein neues Satellitensystem vor, das in Kooperation mit dem Institut für Raumfahrttechnik der TU München entwickelt wird. Damit wollen die Forscher die Wanderungen von Vögeln, aber auch von Fledermäusen oder Meeressäugern weltweit verfolgen.
Veranstaltungsort:
BfR - Bundesinstitut für Risikobewertung, Diedersdorfer Weg 1, D-12277 Berlin - Marienfelde
Veranstalter:
Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)
Kontakt:
PD Dr. Christian Voigt
Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)
Tel: 030 -5168-517, E-Mail: voigt@izw-berlin.de
Dr. Ana Popa-Lisseanu
Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)
Tel: 030 -5168-519, E-Mail: anapopa@izw-berlin.de
http://Anmeldung und Programm unter:
http://www.izw-berlin.de/de/veranstaltungen/index.html?symp%20on%20bat%20mig/Sym...
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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