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27.01.2009 11:04

Patent Award 2008 für Braunschweiger Erfinder um Prof. Koch

Dipl. Biol. Anja Nieselt-Achilles Marketing und Kommunikation
PhotonicNet GmbH Kompetenznetz Optische Technologien

    Eine Erfindergruppe der TU Braunschweig um Prof. Dr. Martin Koch wurde am 24.01.2009 in der Alten Oper in Frankfurt mit dem Patent Award 2008, dem Zukunftspreis der IP Bewertungs AG (IPB), ausgezeichnet.

    Im Rahmen des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft mit mehr als 2.000 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, u.a. Gerhard Schröder und Dr. Annette Schavan, nahmen Prof. Koch (seit Jahresbeginn Professor an der Philipps-Universität Marburg) und Miterfinder Steffen Wietzke den mit 25.000 € dotierten 1. Preis von Dr. Andreas Muth, Vorstand der IPB Holding AG, entgegen. Sie repräsentierten ein sechsköpfiges Erfinderteam vom Institut für Hochfrequenztechnik der TU Braunschweig, zu dem auch Christian Jansen, Christian Jördens, Norman Krumbholz und Frank Rutz gehören. Die IPB ist eine der führenden Beratungsgesellschaften für Patentbewertung, Patentverwertung und Patentmanagement in Europa.

    Die patentierte Erfindung der Forscher handelt von frequenzselektiven, flexiblen und kostengünstigen Spiegeln für das WLAN von morgen. Projiziert man den stetig ansteigenden Bandbreitenbedarf von drahtlosen Kommunikationssystemen in die Zukunft, ist es offensichtlich, dass die Frequenzbereiche heutiger und kommender Systeme bereits in 10 bis 15 Jahren nicht mehr ausreichen werden. Doch wie kann der alltägliche Bedarf der schnellen Übertragung großer Datenmengen in unserer Informationsgesellschaft zukünftig gedeckt werden? Um diese immensen Datenraten von einigen 10 Gigabit/s (u.a. für mobile elektronische Assistenten in den Bereichen Arbeit und Büro, Verkehr, Medizin, Freizeit und Unterhaltung etc.) drahtlos zur Verfügung zu stellen, ist es unausweichlich, langfristig höhere Trägerfrequenzen zu verwenden. Die Braunschweiger Forscher arbeiten im Terahertz Communications Lab (http://www.tcl.tu-bs.de) daran, die Lücke im elektromagnetischen Spektrum, den Terahertz(THz)-Frequenzbereich, für die kurzreichweitige Kommunikationstechnik zu erschließen.

    Dabei wurde schnell deutlich, dass die Indoor-Kommunikation mit THz-Frequenzen einen Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger erfordert. Unterbrechen jedoch Personen oder Objekte diese Verbindung, muss der Informationsball über die Bande zugespielt werden. Simulationen zeigen, dass wenige spiegelnde Hot Spots an den Wänden ausreichen, die THz-Wellen als Informationsträger zum Ziel zu leiten. Anders als metallische reflektieren dielektrische Spiegel auf Basis einer Vielfachschichtanordnung. Der Vorteil liegt in einer höheren Reflektivität und darin, dass sie sich gezielt auf ausgewählte Frequenzfenster abstimmen lassen. Dieses physikalische Prinzip ist nicht neu. Die Innovation der Erfinder liegt vielmehr in der Auswahl und Entwicklung der Schichtmaterialien, um mittelfristig massenmarktkompatible Produkte herstellen zu können. Dazu nutzen sie handelsübliche Kunststoffe. Jede zweite Schicht wird jedoch mittels Zusatzstoff verändert, z.B. mit Titandioxid, das auch in Zahnpasta oder Wandfarbe Verwendung findet. Im Gegensatz zu bisher bekannten Lösungen, ermöglicht diese Kombination aus Basiskunststoff und additivierter Schicht nicht nur eine hohe Flexibilität in der Auslegung des Bauteils. Auch können bekannte Fertigungsverfahren aus der Kunststofftechnik eingesetzt werden, um die Spiegel in Massenproduktion herzustellen und zukünftig private Haushalte und Konferenzräume günstig auszurüsten.

    Eine Jury aus hochrangigen Vertretern der Intellectual Property-Szene hatte sich für das Patent der Braunschweiger Forscher als Gewinner der über 150 eingereichten Patente entschieden. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit landeten auf dem 2. bzw. 3. Platz. Miterfinder Steffen Wietzke zeigte sich überrascht vom Gewinn: "Die Ideen aller Preisträger offenbaren eine äußerst hohe innovative Qualität. Diese Auszeichnung ist daher eine besondere Ehre für uns."

    Kontakt:
    Dipl-Ing. Steffen Wietzke
    TU Braunschweig
    Institut für Hochfrequenztechnik
    Schleinitzstr. 22
    38106 Braunschweig
    Telefon: +49-531-391-2010
    Fax: +49-531-391-2045
    E-Mail: steffen.wietzke@ihf.tu-bs.de

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    Das Institut für Hochfrequenztechnik der TU Braunschweig ist seit 2001 Partner im niedersächsischen Kompetenznetz für Optische Technologien, PhotonicNet.


    Weitere Informationen:

    http://www.ipb-ag.com
    http://www.tu-braunschweig.de/ihf/ag/terahertz


    Bilder

    (v. l. n. r.): Prof. Dr. Martin Koch, Miterfinder Steffen Wietzke, Dr. Andreas Muth (Vorstand der IPB Holding AG).
    (v. l. n. r.): Prof. Dr. Martin Koch, Miterfinder Steffen Wietzke, Dr. Andreas Muth (Vorstand der I ...
    Quelle: Quelle: Olaf Adickes, eventDiary GmbH


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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