idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
28.01.2009 10:38

Gutes Fett: ForscherInnen der Uni Graz weisen erstmals die Bedeutung von Triglyzeriden für das Zellwachstum nach

Mag. Gudrun Pichler Presse + Kommunikation
Karl-Franzens-Universität Graz

    Dass Null Prozent Fett nicht immer und überall von Vorteil ist, konnten kürzlich BiowissenschafterInnen der Karl-Franzens-Universität Graz zeigen. Der Arbeitsgruppe um Univ.-Prof. Dr. Sepp-Dieter Kohlwein gelang erstmals der Nachweis, dass die Spaltung von Fetten für das geordnete, optimale Wachstum und die Vermehrung von Zellen eine wesentliche Rolle spielt. Fehlt es an ausreichend Triglyzeriden oder ist deren Abbau beeinträchtigt, so wird das Fortschreiten im Zellzyklus drastisch verlangsamt. Die Aufsehen erregenden Forschungsergebnisse der Grazer WissenschafterInnen wurden am 16. Januar 2009 im renommierten Wissenschaftsmagazin "Molecular Cell" veröffentlicht.

    Angesichts der modernen Zivilisationskrankheit Fettleibigkeit scheint Fett generell in Misskredit geraten zu sein - als störend und als gesundheitsschädigend. Aber auch zu wenig Fett kann krank machen. "Offensichtlich ist die Verfügbarkeit und Spaltung von Triglyzeriden zu bestimmten Zeiten im Zellzyklus notwendig, um Abbauprodukte für das rasche Wachstum von Zellen bereitzustellen", verweist Sepp-Dieter Kohlwein vom Zentrum für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz auf die Erkenntnisse der jüngsten Forschungen seiner Arbeitsgruppe. "Fehlt diese spezifische Fettspaltung, wird der Zellzyklus deutlich verzögert, was für den Organismus einen großen Nachteil darstellt", so Kohlwein. Störungen im zellulären Programm zur ordnungsgemäßen Steuerung der komplexen Prozesse führen zu unkontrolliertem Zellwachstum - einer Ursache vieler Krebserkrankungen.

    Als Modell für ihre Untersuchungen dienten den WissenschafterInnen Hefezellen. Aufgrund der großen strukturellen und funktionellen Ähnlichkeit der zellulären Prozesse im Modellsystem Hefe und jener in anderen Lebewesen lassen sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen.
    Kohlwein widmet sich mit seiner Arbeitsgruppe seit vielen Jahren erfolgreich der Erforschung von Fettstoffwechselerkrankungen im Modellsystem Hefe. Die Anwendung biochemischer und genomischer Technologien sowie die Entwicklung neuartiger mikroskopischer Methoden brachten den WissenschafterInnen der Uni Graz international eine Spitzenstellung ein.

    Die Arbeiten, die zu den jüngsten bahnbrechenden Erkenntnissen führten, entstanden aus dem Großprojekt GOLD im Rahmen des vom Wissenschaftsministerium finanzierten Genomforschungsprogramms GEN-AU sowie aus dem vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Spezialforschungsbereich LIPOTOX und dem FWF-Doktoratskolleg "Molekulare Enzymologie".

    Kontakt:
    Univ.-Prof. Dr. Sepp-Dieter Kohlwein
    Dr. Christoph Kurat
    Arbeitsgruppe "Hefegenetik und Molekularbiologie / Lipidstoffwechsel"
    Institut für Molekulare Biowissenschaften
    Karl-Franzens-Universität Graz
    Tel.: +43 (0)316/380-5487, -5503
    E-Mail: sepp.kohlwein@uni-graz.at, ch.kurat@uni-graz.at


    Weitere Informationen:

    http://yeast.uni-graz.at - Arbeitsgruppe "Hefegenetik und Molekularbiologie / Lipidstoffwechsel"
    http://gold.uni-graz.at - weiteres Pressematerial


    Bilder

    Univ.-Prof. Dr. Sepp-Dieter Kohlwein
    Univ.-Prof. Dr. Sepp-Dieter Kohlwein
    Quelle: Foto: Furgler


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).