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11.02.2009 12:20

3. Münsteraner Symposium zu Spätfolgen nach Tumortherapie im Kindes- und Jugendalter

Simone Hoffmann Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Münster

    Münster (ukm). Die Erfassung von Spätfolgen nach einer Krebstherapie im Kindes- und Jugendalter gewinnt zunehmend an Bedeutung. Durch die in den letzten Jahrzehnten erzielte Verbesserung der Heilungschance von Kindern und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung werden Spätnebenwirkungen der Behandlung heute häufiger sichtbar. Die genaue Einschätzung eines persönlichen Risikos für Nebenwirkungen ist für die individuelle Therapieentscheidung und die Patientenaufklärung wichtig. Zudem sind genaue Kenntnisse über Nebenwirkungen für die Entwicklung zukünftiger Krebsbehandlungen bedeutsam.

    An der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie - Radioonkologie - des Universitätsklinikums Münster (UKM) wurde deshalb vor einiger Zeit unter Leitung von Prof. Dr. Normann Willich das "Register zur Erfassung von Spätfolgen nach Strahlentherapie im Kindes- und Jugendalter (RiSK)" etabliert, welches die Details der in Deutschland durchgeführten Strahlenbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen sowie die später festgestellten Nebenwirkungen der Behandlungen erfasst. Die hieraus resultierenden Erkenntnisse werden sowohl für individuelle Krebsbehandlungen als auch für die Entwicklung neuer Behandlungsschemata nutzbar gemacht.

    Das Münsteraner Register ist das weltweit einzige, das solche Daten prospektiv erfasst und analysiert. Es wird seit dem Jahr 2004 von der Deutschen Kinderkrebsstiftung finanziell unterstützt.

    Mittlerweile wurden detaillierte Bestrahlungsdokumentationen von über 1.000 Kindern aus 61 Strahlentherapie-Zentren aus dem gesamten Bundesgebiet in dem Register erfasst. Anhand der erhobenen Daten konnten genaue Analysen der Beziehungen zwischen Bestrahlungsdosen, Bestrahlungsvolumina und Spätfolgen für verschiedene Organe wie z. B. die Lungen durchgeführt werden. Hierbei konnte erstmals nachgewiesen werden, dass nicht nur die Höhe der Strahlendosen, sondern auch die Größe des bestrahlten Organvolumens für die Entwicklung von Spätfolgen der Bestrahlung wichtig ist. Die neuen Erkenntnisse des Registers erlauben bereits jetzt eine genauere Abschätzung der wirklichen Spätfolgen einer Strahlentherapie, wodurch eine bessere Risiko-Nutzen-Abwägung für den einzelnen Patienten ermöglicht wird. Eine Fortführung des Registers mit deutlicher Erhöhung der Fallzahlen wird jedoch notwendig sein, um weitere offene Fragen ausreichend klären zu können.

    Um den aktuellen Kenntnisstand zu präsentieren und auf internationaler Ebene zu diskutieren veranstalten Prof. Dr. Normann Willich als RiSK-Studienleiter und Dr. Tobias Bölling als RiSK-Studienkoordinator vom 13. bis zum 15. Februar 2009 das

    3. Münsteraner Symposium zu Spätfolgen nach Tumortherapie im Kindes- und Jugendalter

    Zu diesem internationalen englisch-sprachigen Symposium werden über hundert Fachleute, hauptsächlich aus der Strahlentherapie und der Kinderonkologie, im "2-Löwen-Klub" am Kanonengraben in Münster erwartet. Ziel des Symposiums ist es, bisher gewonnene Erkenntnisse auszutauschen und allen interessierten Ärzten zugänglich zu machen.


    Weitere Informationen:

    http://strahlentherapie.klinikum.uni-muenster.de/radtox.htm Programm und weitere Informationen


    Bilder

    Prof. Dr. Normann Willich / RiSK-Studienleiter
    Prof. Dr. Normann Willich / RiSK-Studienleiter
    Quelle: UKM

    Dr. Tobias Bölling / RiSK-Studienkoordinator
    Dr. Tobias Bölling / RiSK-Studienkoordinator
    Quelle: UKM


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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