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13.02.2009 11:45

Gliazellen - wie beeinflussen sie unsere Hirntätigkeit?

Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Vortrag von Prof. Dr. Helmut Kettenmann anlässlich der Monatssitzung der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina am Dienstag, 17. Februar 2009

Unser Gehirn enthält zwei Zelltypen: Neurone und Gliazellen. Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass diese beiden Zellen eng miteinander interagieren. Dies führte zu dem Konzept, dass die Funktionen unseres Gehirns von der Aktivität beider Zellgruppen bestimmt werden und dass auch Schädigung und Erkrankungen des Gehirns zu Veränderungen in beiden Zellpopulationen führen. Gliazellen unterteilen sich in drei Gruppen. Die Astrozyten haben sowohl Kontakt zur Blut-Hirn-Schranke als auch zu Synapsen und könnten damit neuronale Aktivität und Durchblutung koppeln. Die Oligodendrozyten sind die Myelin-bildenden Zellen des zentralen Nervensystems, und ihre Bedeutung erkennt man bei demyelinisierenden Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose. Die Mikrogliazellen sind die pathologischen Sensoren des Gehirns und reagieren auf Veränderungen der Umgebung mit einem komplexen Aktivierungsprogramm, wodurch sie sehr stark auf den pathologischen Verlauf einwirken. Die Forschungen der Arbeitsgruppe Kettenmann zielen auf ein besseres Verständnis von Gliazellen im Zusammenspiel mit Neuronen, um die molekularen Grundlagen von Gehirntätigkeit aufzudecken und ein molekulares Verständnis neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen zu erlangen.

Helmut Kettenmann ist Leiter der Forschungsgruppe Zelluläre Neurowissenschaften am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch und Professor für Zelluläre Neurobiologie an der Charité Berlin. Seit 2003 ist Helmut Kettenmann Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und gehört der Sektion Neurowissenschaften an. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Funktionen von Gliazellen im gesunden und kranken Nervensystem.


Bilder

Ergänzung vom 13.02.2009

Vortragsbeginn ist um 17.30 Uhr

Vortragssaal der Akademie
Emil-Abderhalden-Straße 36
06108 Halle (Saale)


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch


 

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