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Das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und das Kunstforum Essenheim stellen den Berliner Künstler in einer Doppelausstellung vor
(Mainz, 20. Februar 2009, lei) Die publikumswirksame Inszenierung des menschlichen Körpers in den Medien - aber auch in Ausstellungen wie in den "Körperwelten" von Hagens' - ist längst Alltag. Es gibt jedoch auch eine ernsthafte künstlerische Bearbeitung des Themas. Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen einer Doppelausstellung vom 27. Februar bis zum 22. März 2009 Werke des Berliner Künstlers Micha Brendel in Mainz und Essenheim zu sehen sein. Die Ausstellung beginnt mit einer Vernissage am Freitag, 27. Februar um 18 Uhr im Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsmedizin, Ausstellungsraum der Bibliothek, Am Pulverturm 13 in Mainz mit Vorträgen von Institutsleiter Univ.-Prof. Dr. Norbert Paul und der Kunsthistorikerin Dr. Nicole Beyer. Der Künstler wird anwesend sein. Anschließend findet um 20 Uhr die Eröffnung in Essenheim, Kunstforum Essenheim, Kirchstr. 2 statt. Hier wird Michael Brendel seine Arbeiten vorstellen.
Micha Brendel verwendet für seine Arbeiten seit den 1980er Jahren Fleisch, Knochen, Haut und Blut aus tierischem Material. Er experimentiert mit seinen Objekten an der Schnittstelle von Anatomie und Plastik, von Medizin und Kunst. Auf eine stille, die heftige Wirkung des Materials subtil ausbalancierende Weise thematisieren seine Arbeiten historische und zeitgenössische Auffassungen von Welt und Körper und stellen sie zur Diskussion. Indem Brendel Formen und Materialien aus dem Bereich der Naturwissenschaften entlehnt, schafft er zwischen den Grenzen der Gattungen wildernde Hybriden: Dabei entstehen vielfältige Bezüge auf die christliche Darstellungstradition verwundeter Körper, auf Medizin und Naturwissenschaften und das Panoptikum als Ort des Schocks und der Schaulust. In mannigfaltigen Bildern, Zeichnungen, Objekten, Fotoüberarbeitungen und Installationen steht nicht die naturwissenschaftliche Erkenntnis, sondern vielmehr die assoziative Zusammenschau von Leben und Tod im Vordergrund.
Brendels Arbeiten thematisieren unser modernes Verhältnis zum Körper, unter anderem als Material der Genforschung oder zweifelhaftem Sitz unsichtbarer oder ewiger Qualitäten. Vor dem Hintergrund historischer medizinischer Methoden und Weltvorstellungen verweisen sie auf die Relativität der heutigen Vorstellungen über Körper und Medizin und fordern zur Diskussion über die derzeitigen Vorstellungen über den Körper und seine Beziehung zur Umwelt auf.
Die Ausstellung wurde im Berliner Medizinhistorischen Museum, im Museum für Sepulkralkultur Kassel, im Phyletischen Museum Jena und in den Kunstsammlungen Jena gezeigt, um nun im Kunstforum Rheinhessen und im Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, fortgeführt zu werden. Während der Ausstellungsdauer sind die Werke in Mainz von Montag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr, freitags bis 13 Uhr zu besichtigen. In Essenheim kann die Ausstellung samstags von 15 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 19 Uhr besucht werden.
Kontakt und Informationen:
Manuela Sackissow, Assistentin der Geschäftsführung
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität
Telefon (06131) 39-37356
Telefax (06131) 39-36682
Mail: sackisso@uni-mainz.de
http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Medhist
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Medizin
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
Deutsch

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