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02.03.2009 09:53

Telomerase-Forscher erhält Ruf nach Ulm

Dr. Angela Homfeld Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg (HPI)

    Nach achtjähriger erfolgreicher Arbeit am Heinrich-Pette-Institut (HPI) in Hamburg wechselt PD Dr. Cagatay Günes im März an die Universität Ulm. Er hat einen Ruf an das "Zentrum für molekulare Medizin und Max-Planck Arbeitsgruppe für Stammzellalterung" erhalten. Dort wird er in der Abteilung von Prof. Karl Lenhard Rudolph, der erst kürzlich mit dem Leibniz-Preis der Deutschen-Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet wurde, als Projektleiter seine am HPI begonnenen Studien fortführen und ausweiten. Sein Arbeitsgebiet umfasst die Regulation und Funktion eines Enzyms - der so genannten Telomerase - in Stammzellen, während der Regeneration von Gewebe, im Verlauf der Tumorogenese und der Alterung.

    Am HPI entwickelte Günes ein transgenes Mausmodell, um die Regulation der menschlichen Telomerase zu untersuchen. Dieses Enzym stellt im Zellkern Endstücke der Chromosomen, sogenannte Telomere, wieder her. Normalerweise verkürzen sich die Chromosomenenden bei jeder Zellteilung um ca. 100 Nucleotide, den Grundbausteinen des Erbguts. Sobald diese Telomere eine kritische Länge von nur noch 4-6 Kilobasen (Maßeinheit, in der die Länge des Erbguts gemessen wird) erreicht haben, geht die Zelle in eine Ruhephase über und teilt sich nicht mehr. Daher wird die Telomerlänge als eine 'innere Uhr' für die Lebensspanne einer Zelle angesehen. Interessanterweise ist die Telomerase beim Menschen in den meisten Körperzellen nicht aktiv. Bestimmten Zellen verleiht das Enzym jedoch eine erhöhte oder sogar unbegrenzte Teilungsaktivität. So können sich bestimmte Gewebe und Organe wieder regenerieren, spezielle Zellen des Abwehrsystems erneuert oder Spermien lebenslang nachgebildet werden. Außerdem findet man auch in Tumorzellen eine hohe Telomeraseaktivität.

    In seinem Mausmodell konnte Günes zeigen, dass die humane Telomerase während der Regeneration der Leber und in Brustkrebs ebenfalls stark aktiviert ist. Er fand erhöhte Enzymaktivitäten eher in invasiven Tumoren im Spätstadium der Brustkrebsentwicklung. "Die Telomeraseaktivierung ist eines der Schlüsselereignisse beim Übergang von Frühstadien zum invasiven Brustkrebs ", fasst Günes seine Studien zusammen. "Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für unser neues Konzept, Telomerasen als Zielstrukturen in der Tumortherapie zu nutzen." Telomerasen, so vermutet Günes, könnten sich insbesondere in frühen Brustkrebsstadien als Ziel einer Therapie eignen, damit invasive Tumoren gar nicht erst entstehen können.


    Weitere Informationen:

    http://www.hpi-hamburg.de - Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg, Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


     

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