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Wissenschaft
Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert mit einem zweijährigen Stipendium den japanischen Wissenschaftler Dr. Murakami. Der Mediziner wird mit Hilfe dieses Stipendiums am Frankfurter Universitätsklinikum eine Untersuchung über Nervenzellen des Gehirns durchführen, die Lernprozesse fördern.
Mit dem 31-jährigen Dr. Takenobu Murakami wird ein hoffnungsvoller Nachwuchswissenschaftler unterstützt, der am 1. April seine Tätigkeit an der Klinik für Neurologie des Klinikums der J.W. Goethe-Universität aufnehmen wird. Der Mediziner wird dort innerhalb der Arbeitsgruppe "Motorkortex" von Prof. Dr. Ulf Ziemann, leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie, forschen.
Nach seinem sechsjährigen Medizinstudium an der Tottori Universität in Japan beschäftigte sich Dr. Murakami während seiner Promotion bereits mit Methoden, die auch bei seinen Untersuchungen in der Frankfurter Arbeitsgruppe zum Einsatz kommen werden. Die sogenannte transkranielle Magnetstimulation (TMS) war u.a. Inhalt von Dr. Murakamis Doktorarbeit. Bei ihr handelt es sich um ein nicht-invasives und schmerzfreies Verfahren, mit dem Teile des Gehirns stimuliert werden können, die zum Beispiel Muskelzuckungen zur Folge haben.
"Plastizität im Spiegel-Neuronensystem des menschlichen Kortex" lautet der Titel von Dr. Murakamis Forschungsarbeit, die er - gefördert durch die Alexander von Humboldt-Stiftung - an der Klinik für Neurologie des Uniklinikums anfertigen wird. Im Rahmen dieses Stipendiums wird sich der Wissenschaftler vor allem mit sogenannten Spiegelneuronen befassen. Es handelt sich dabei um Nervenzellen, die in einem bestimmten Teil des Gehirns, in der ventralen prämotorischen Hirnrinde, lokalisiert sind. Ihre Aktivität ist u.a. für das Imitieren beobachteter Bewegungen wichtig. Über Imitation laufen viele motorische Lernprozesse ab, insbesondere während der frühkindlichen Entwicklung. Mittels TMS wird Dr. Murakami im Rahmen seiner Forschungsarbeit versuchen, die Erregbarkeit der Spiegelneuronen bei gesunden Erwachsenen zu verändern, um Lernprozesse zu fördern. Damit könnte das Wiedererlernen motorischer Fähigkeiten nach einer Schädigung des Gehirns, verursacht etwa durch einen Schlaganfall, unterstützt werden.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen ausländischen und deutschen Forschern. Sie vergibt in diesem Rahmen Stipendien, mit denen ausländische Wissenschaftler die Möglichkeit haben, nach Deutschland zu kommen und gemeinsam mit dort ansässigen Forschern Studien durchzuführen.
Frankfurt am Main, 16. März 2009
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Ulf Ziemann
Leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 - 57 39
Fax: (0 69) 63 01 - 68 42
E-Mail: u.ziemann@em.uni-frankfurt.de
Internet: www.neurologie.kgu.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 - 77 64
Fax: (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail: ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet: www.kgu.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Personalia
Deutsch

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