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24.03.2009 11:27

3D-Scanner-Erfindung zu den Top7 'CeBIT Consumer Highlights' gekürt

Dr. Elisabeth Hoffmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

    Sofa, Münze oder Dinosaurierknochen: "DAVID" bietet dreidimensionale
    Computerbilder für den kleinen Geldbeutel.

    Dass ein kleines Forschungsprojekt auch schnell zu großem Erfolg auf dem
    internationalen Markt führen kann, zeigt der 3D-Scanner
    "DAVID-Laserscanner": Erst Anfang dieses Jahres wurde die DAVID Vision
    Systems GmbH als Spin-off des Instituts für Robotik und Prozessinformatik
    (iRP) der Technischen Universität Braunschweig gegründet und war bereits
    zwei Monate später auf der weltweit größten Computermesse CeBIT. Dort wurde
    das vorgestellte 3D-Scan-System von der Messeleitung prompt als eines von
    sieben CeBIT Consumer Highlights ausgewählt. Der kleine Messestand konnte
    sich dank der vielen interessierten Messebesucher mit Bravour behaupten. So
    wurde auch der britische Nachrichtendienst BBC auf den Laserscanner
    aufmerksam und strahlte mehrfach ein Interview im britischen Fernsehen aus.

    Was ist das Erfolgsgeheimnis hinter DAVID?

    Bisher waren 3D-Scanner mit Preisen im fünfstelligen Bereich für
    Privatpersonen und kleine Firmen unerschwinglich. Um diese Lücke zu füllen,
    wurde vom iRP ein System entwickelt, das mit erstaunlich einfachen
    Standardkomponenten auskommt. Hierzu genügt eine handelsübliche Webcam und
    ein Linienlaser, den man im einfachsten Fall per Hand über das Objekt
    streicht. Die neu ausgegründete DAVID Vision Systems GmbH hat nun ein
    Komplettpaket auf den Markt gebracht, welches bereits zu einem
    Einführungspreis von unter 400 Euro zu haben ist. Trotz dieses sehr geringen
    Preises entstehen präzise 3D-Scans mit einer Detailgenauigkeit kleiner als
    0,2 Millimeter.

    Der Grundstein dieser 3D-Scanner-Entwicklung wurde bereits vor über zwei
    Jahren gelegt. Damals wurde am Institut für Robotik und Prozessinformatik
    der TU Braunschweig ein wissenschaftlicher Artikel publiziert, der das
    zugrundeliegende Messprinzip beschreibt. Dieser Artikel gewann Ende 2006 den
    renommierten Hauptpreis der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für
    Mustererkennung. Aufgrund der starken Nachfrage der Software entwickelten
    die Wissenschaftler ihren Prototyp weiter und stellten die Anwendersoftware
    zum Download ins Internet. Seitdem hat sich eine stetig wachsende
    Online-Community gebildet, die das Projekt durch eigene Ideen und
    Erweiterungen tatkräftig unterstützt. So sind in der Benutzergalerie und dem
    Diskussionsforum inzwischen eine Vielzahl von 3D-Scans in beeindruckender
    Qualität zu sehen. Insbesondere die Skalierbarkeit ist wohl einzigartig: Mit
    entsprechend kleinen bzw. großen Scan-Aufbauten haben Mitglieder der
    Online-Community einerseits die Gravur von Münzen und andererseits komplette
    Sofas dreidimensional erfasst. Die fertigen 3D-Modelle können beispielsweise
    mit einem 3D-Drucker ausgedruckt, in Glasblöcke graviert, analysiert oder
    für die Ewigkeit archiviert werden.

    Anwendungsbereiche für 3D-Daten gibt es zahlreiche, wie z. B. die
    Archäologie, das Rapid-Prototyping, die Orthopädie, das Kunsthandwerk und
    Design, oder die Entwicklung von Computeranimationen und Computerspielen.
    Beispielsweise scannt das Staatliche Naturhistorische Museum Braunschweig
    mit DAVID die Knochen einer neu entdeckten Dinosaurierart, um diese dann im
    Computer zu entzerren und wieder in Originalgröße auszudrucken. Auf diese
    Weise können gleich mehrere Museen mit gedruckten Dinosauriern ausgestattet
    werden.

    Kontakt:
    Dr.-Ing. Simon Winkelbach
    Institut für Robotik und Prozessinformatik
    38106 Braunschweig
    Tel: +49 531 391 7454
    s.winkelbach@tu-braunschweig.de


    Weitere Informationen:

    http://www.rob.cs.tu-bs.de/news/cebit


    Bilder

    DAVID arbeitet mit einem einfachen Laser und einer handelsüblichen Webcam (Foto: iRP, TU Braunschweig)
    DAVID arbeitet mit einem einfachen Laser und einer handelsüblichen Webcam (Foto: iRP, TU Braunschwei ...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Informationstechnik
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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