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Das Deutsche Studentenwerk (DSW) begrüßt das neue Stipendienmodell, das Nordrhein-Westfalen einführen will, fordert aber, dass bei der Vergabe der Stipendien auch soziale Kriterien angelegt werden und gleichzeitig das BAföG weiter ausgebaut werde.
Das Deutsche Studentenwerk begrüßt, dass das Land Nordrhein-Westfalen mit einem eigenen Stipendienprogramm die Zahl der Stipendiaten unter den Studierenden erhöhen will, stellt allerdings Anforderungen. Bei der Stipendienvergabe sollten auch soziale Kriterien angewandt werden, die Stipendien müssen BAföG-Geförderten ohne Anrechnung auf das BAföG zugänglich sind, und auch das BAföG muss weiter ausgebaut werden, fordert der Studentenwerks-Bundesverband.
"Wir begrüßen jede Initiative, die beschämend geringe Zahl von 2% Stipendiaten unter den zwei Millionen Studierenden in Deutschland zu erhöhen", sagt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde, "aber ein neues Stipendienmodell sollte keine isolierte Maßnahme bleiben. Wir brauchen bei der Studienfinanzierung sowohl die Spitzen- als auch die Breitenförderung über das BAföG. So ist das in NRW konzipiert, und wir wünschen uns, dass das Land sich ebenso für einen Ausbau des BAföG stark macht."
Nach den Vorstellungen des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministers Andreas Pinkwart (FDP) sollen schon zum kommenden Wintersemester 1.2000 Studierende ein Stipendium in Höhe von 300 Euro erhalten. Die Hälfte soll vom Land, die andere Hälfte von privaten Geldgebern bzw. der Wirtschaft kommen. Ziel sei es, bis 2013 5% der Studienanfänger zu fördern.
Gemäß einer aktuellen Erhebung des Deutschen Studentenwerks erhielten im Jahr 2006 2% der Studierenden ein Stipendium. Die durchschnittlich 328 Euro im Monat machen weniger als die Hälfte des studentischen Budgets von 770 Euro im Monat aus.
Die elf von der Bundesregierung unterstützten Begabtenförderungswerke erreichen mit ihren Bundesmitteln ungefähr ein Prozent der Studierenden; andere Stipendiengeber wie etwa die 1.750 Stiftungen fördern mit privaten Mitteln das andere Prozent.
"Im System der Studienfinanzierung spielen Stipendien bislang eine sehr marginale Rolle, was wir wiederholt als bildungspolitischen Skandal kritisiert haben", sagt Meyer auf der Heyde. Die wichtigsten Finanzierungsquellen sind nach DSW-Angaben Eltern, Jobben, BAföG. 89% der Studierenden werden von ihren Eltern unterstützt, zwei Drittel jobben neben dem Studium, ein Viertel erhält BAföG.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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