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Wiesbaden - Für die genaue Beurteilung so genannter Vaskulitiden - immunologisch verursachter Entzündungen der Blutgefäße - gibt die Haut des Patienten entscheidende Hinweise. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) weist darauf hin, dass eine frühe Diagnose einer Vaskulitis wichtig ist, um ihren mitunter bis zum Tode führenden Folgen vorzubeugen. Welche Rolle charakteristische Hautbefunde für die Behandlung dieser vielfältigen Erkrankungen spielen, diskutieren Experten auf dem 115. Internistenkongress, der vom 18. bis 22. April 2009 in Wiesbaden stattfindet.
Vaskulitiden befallen aufgrund einer fehlgeleiteten Immunabwehr die Wände großer und kleiner Blutgefäße in verschiedenen Regionen des Körpers. Bei der Arteriitis temporalis etwa entzünden, verhärten und verdicken sich die Arterien der Schläfen. An dieser häufigen Form erkranken jährlich in Deutschland 10 000 bis 20 000 Menschen. Früh diagnostiziert ist diese so genannte Riesenzellarteriitis gut behandelbar. Bleibt sie dagegen unerkannt, können Betroffene daran erblinden. Andere systemische Vaskulitiden sind mit bundesweit weniger als 1 000 neuen Fällen pro Jahr eher selten, "aber nicht minder gefährlich", sagt Professor Dr. med. Cord Sunderkötter von der Universitätsklinik Münster im Vorfeld des Internistenkongresses. Bei vielen Formen klagen Betroffene über Fieber, Gelenk- oder Kopfschmerzen. "Aufgrund dieser unspezifischen Symptome gestaltet sich die Diagnose oft schwierig", erläutert der Experte von der Klinik für Dermatologie und Venerologie.
Eine genaue Analyse des Hautbildes helfe jedoch bei der Diagnose. Denn Vaskulitiden kleiner Gefäße gemeinsam sind kleine Knötchen und Flecken mit Einblutungen auf der Haut. Diese entstehen, weil Blut durch die entzündeten und dadurch geschädigten Gefäße unter die Haut austritt. An ihrer Zahl und Ausbreitung, an mikroskopischen Besonderheiten und an den Begleitsymptomen erkennt Professor Sunderkötter, um welche Form der Vaskulitis es sich handelt und ob lebenswichtige Organe beteiligt sein könnten: "Gehen die Hauterscheinungen beispielsweise über die Gürtellinie hinaus, so sollte der Arzt daran denken, dass ein Befall der Niere wahrscheinlicher ist", erklärt der Hautspezialist. "Insbesondere weil viele dieser Vaskulitiden folgenlos verlaufen, müssen die schweren Verlaufsformen erkannt werden".
Zu solch einer ernsten Vaskulitis der kleineren Gefäße gehört die Wegenersche Granulomatose: In Nase und Lunge bilden sich Knötchen, die Organe sind schlecht durchblutet. Ohne Behandlung führt die Krankheit innerhalb weniger Monate zum Tod. Auch hier kann die Haut erste Hinweise geben: "Denn Patienten zeigen an der Haut oft ein gemischtes Bild aus einzelnen, größeren Knoten mit Geschwüren und tastbaren Einblutungen", erklärt Sunderkötter. Nach der korrekten Beurteilung des Hautbildes können Ärzte gezielt weiterführende Verfahren einsetzten. Sie verringern dadurch auch die Risiken und Kosten unnötiger Röntgen- und Blutuntersuchungen. Ist die Diagnose sicher, kann in vielen Fällen eine Therapie die tödliche Krankheit zurückdrängen.
Weitere aktuelle Erkenntnisse zur Früherkennung und Therapie der verschiedenen Vaskulitiden diskutieren Experten im Rahmen des 115. Internistenkongresses in Wiesbaden.
Terminhinweis:
Dienstag, 21. April 2009, 14.30 bis 18.00 Uhr, Saal 6/2
Symposium: Gefäße und Immunsystem
Eines der Themen: Die Haut als diagnostischer Spiegel
Referent: C. Sunderkötter, Münster
Kontakt für Journalisten:
DGIM Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167
voormann@medizinkommunikation.org
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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