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08.04.2009 17:45

Akademische Gleichberechtigung - ein Blick zurück auf den Weg der Frau an die Universität

Dipl.-Kfm. (FH) Andreas Schneider Pressestelle
Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

    Viele Frauen mussten in der Vergangenheit kämpfen, um sich in der "Männerwelt" einen Namen zu machen. Anschaulich erklärte die freie Historikerin Dr. Elke Stolze den beschwerlichen Weg der Frauen in die akademische Welt und an die Universitäten im Rahmen der Wernigeröder GenerationenHochschule am Dienstag, den 7. April 2009. Mit Bezug zum Thema stellte Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann bei der Begrüßung die Frage "Wie sieht es denn mit dem Anteil von Frauen an der Hochschule Harz aus?". Und er konnte sogleich hinzufügen, dass sich die kleinste Hochschule des Landes auch insoweit sehen lassen kann: 57% der rund 3.000 Studierenden und fast jeder siebente Dozent ist weiblichen Geschlechts. Auch - und das freute den Hochschulleiter besonders - "ist unsere erste 'Frühstudierende', die derzeit die 12. Klasse des Landschulheims Grovesmühle und das zweite Semester am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften besucht, eine junge Frau". Doch der Blick in die Historie zeigt, dass solche Tatsachen nicht immer selbstverständlich waren.

    Kurz vor der Jahrhundertwende sprach der Jurist und Politiker Otto von Gierke von so genannten "Männeruniversitäten", die nicht nur im Äußeren, sondern auch in ihrer inneren Art und Weise männlich angepasst seien, somit wäre eine Universität für Männer und Frauen mittelmäßig und wissenschaftlich entfremdet. Dr. Elke Stolze wählte diesen Blickwinkel als Einstieg in ihre Vorlesung und verdeutlichte somit eine heute schon fast absurd wirkende Weltsicht. Doch nicht alle Frauen ließen sich davon abhalten, eine akademische Laufbahn zu beschreiten. Darunter war Dorothea von Erxleben - erste deutsche Ärztin - die sich autodidaktisch Wissen aneignete und nur mit Sondergenehmigung von König Friedrich II. im Jahre 1754 an der Universität Halle promovieren konnte. Damit war der Weg für Frauen an die Universitäten jedoch noch nicht geebnet. Vom 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts fand kaum eine Entwicklung statt. "Für uns heute kaum nachvollziehbar", findet die Referentin das Ende einer mühsam erkämpften Laufbahn als Lehrerin bei Bestehen eines Kinderwunsches. Erst 1899 - in den USA war es Frauen bereits seit 1833 erlaubt zu studieren - gab es offiziell einen Beschluss des Bundesrates und im Jahr 1923 wurde in Halle die erste Privatdozentin Dr. Betty Heimann berufen. Doch weiterhin standen die meisten gelehrten Frauen im Schatten der Männer. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts war ein Studium für Frauen keine Unmöglichkeit mehr - "Frauen waren und sind aus den Hörsälen nicht mehr wegzudenken", stellte Frau Dr. Stolze fest. Jedoch bleibt ein Wermutstropfen zum Abschluss des Vortrags - eine Studie des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung zeigt, dass die "Chancengleichheit der Geschlechter im Hochschulbereich immer noch ein Thema ist".

    Der Weg zur Gleichberechtigung der Frau ist auch Inhalt der aktuellen Ausstellung in der Rektoratsvilla an der Dr. Elke Stolze maßgeblich beteiligt war, sie trägt den Titel "SchattenRisse - Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal" und ist noch bis Ende April 2009 zu besichtigen.

    Erstmalig wurden bei der GenerationenHochschule kleine Snacks und Getränke des Studentenwerks Magdeburg angeboten. Bei der nächsten Vorlesung am Dienstag, den 5. Mai 2009, referiert Prof. Dr. Gerhard Johnson vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Harz über "Wochenmärkte - Einkaufen von Mensch zu Mensch, nicht nur für Ältere". Für eine Teilnahme an den Veranstaltungen der GenerationenHochschule ist eine Registrierung zu jeder einzelnen Vorlesung unter http://www.generationenhochschule.de notwendig.


    Weitere Informationen:

    http://www.generationenhochschule.de


    Bilder

    Dr. Elke Stolze referierte in der GenerationenHochschule zum Thema Frauenstudium
    Dr. Elke Stolze referierte in der GenerationenHochschule zum Thema Frauenstudium


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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