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Wissenschaft
Der Fall der Berliner Mauer 1989 ist ein für Deutschland historisches Ereignis, das zugleich in einem europäischen Kontext steht. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg widmet in den kommenden Wochen mehrere Veranstaltungen den Ereignissen von 1989 - aus europäischer und deutscher Perspektive. Zum Auftakt der Akademievorlesungen spricht am Donnerstag, 23. April 2009 Friedrich Bauer, 1973 bis 1977 erster österreichischer Botschafter in der DDR, zum Thema "Die DDR zwischen Anerkennung und Auflösung. Vom Amtsantritt Honeckers bis zum Mauerfall" (19.00 Uhr, Baseler Hof Säle, Esplanade 15). Weitere Informationen auf http://www.awhamburg.de/veranstaltungen.
Das Ende des Sozialismus in der DDR wurde vorbereitet von einer Reihe von Ereignissen und Entwicklungen in anderen europäischen Ländern: Bereits der Ungarn-Aufstand 1956, der Prager Frühling 1968 und die Solidarnosc-Bewegung im Polen der 1970er Jahre galten dem Kampf gegen die kommunistischen Diktaturen. Der erste "Runde Tisch" im Februar 1989 in Polen - ermöglicht durch die Politik von Perestroika und Glasnost Michail Gorbatschows - war ein Markstein auf dem Weg zur Überwindung der Teilung Europas. Diese wurde wenige Monate später, am 27. Juni 1989, in einer eindrücklichen Geste sichtbar, als die Außenminister Österreichs und Ungarns bei Sopron symbolisch den Eisernen Vorhang durchtrennten. Die Grenzöffnung setzte eine Fluchtwelle von DDR-Bürgern in Gang, die den Zusammenbruch in Ost-Berlin beschleunigte, und leitete auch in anderen mittelosteuropäischen Ländern den Aufbruch in ein neues Europa ein.
Akademievorlesungen: Der Umbruch in der DDR
Die Veranstaltungen der Akademie würdigen diese Ereignisse in ihrem europäischen Zusammenhang: Dem Umbruch in der DDR, seinen Voraussetzungen und seinen Nachwirkungen sind die Akademievorlesungen gewidmet. Beim ersten Vortrag am 23. April beleuchtet Botschafter a. D. Friedrich Bauer die besondere Rolle Österreichs im Umgang mit der DDR: Österreich teilte die Ablehnung des Kommunismus, verfolgte aber zugleich eine aktive Neutralitäts- und Spannungspolitik. Prof. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für zeithistorische Forschung Potsdam, spricht am 18. Mai über die Wahrnehmung der Ereignisse von 1989 als "Wende" oder "Revolution" in der deutschen Erinnerungskultur. Thema am 18. Juni sind Genese, Charakteristika und Folgen des ostdeutschen Umbruchs 1989; es referiert Prof. Klaus-Dietmar Henke, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Dresden.
Internationale Akademietagung und Podiumsdiskussion am 26. Juni 2009
Zum 20. Jahrestag der symbolischen Durchtrennung des Eisernen Vorhangs am 27. Juni 1989 lädt die Akademie am 26. Juni 2006 zu einer internationalen Tagung ein: Historiker und Politologen aus Ungarn, Österreich, Polen, der Tschechischen Republik und Deutschland diskutieren die Bedeutung dieses Ereignisses in den jeweiligen Ländern und seinen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Umbruchs in Europa. Am Abend findet eine öffentliche Podiumsdiskussion statt zum Thema "Was ist Europa heute?"
Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg (gegründet 2004) gehören herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Norddeutschland an. Sie versteht sich als klassenlose Arbeitsakademie: Ihre Mitglieder konzipieren und bearbeiten interdisziplinäre Projekte zu wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und gesellschaftlich bedeutenden Zukunftsfragen. Die Akademie fördert die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region und engagiert sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Veranstaltungsdaten
Donnerstag, 23. April 2009, 19.00 Uhr
Baseler Hof Säle, Esplanade 15, Hamburg
Dr. Friedrich Bauer, Botschafter a. D., Wien
Die DDR zwischen Anerkennung und Auflösung. Vom Amtsantritt Honeckers zum Mauerfall
Montag, 18. Mai 2009, 19.00 Uhr
Baseler Hof Säle, Esplanade 15, Hamburg
Professor Dr. Martin Sabrow, Potsdam
"Wende" oder "Revolution"? Der Herbst 1989 in der deutschen Erinnerungskultur
Donnerstag, 18. Juni 2009, 19.00 Uhr
Baseler Hof Säle, Esplanade 15, Hamburg
Professor Dr. Klaus-Dietmar Henke, Dresden
Die ostdeutsche Revolution von 1989: Genese, Charakteristika, Folgen
Freitag, 26. Juni 2009, 9.30 Uhr
Baseler Hof Säle, Esplanade 15, Hamburg
Internationale Akademietagung
1989-2009. Aufbruch in ein neues Europa
Referenten:
Prof. Dr. W?odzimierz Borodziej, Universität Warschau
Prof. Dr. Michael Gehler, Universität Hildesheim
Prof. Dr. Laszlo Kiss, Ungarisches Institut für internationale Angelegenheiten, Budapest
Prof. Dr. Rolf Steininger, Universität Innsbruck
Prof. Dr. Oldrich Tuma, Institut für Zeitgeschichte, Prag
Dr. Matthias Tschirf, Klubobmann ÖVP Wien
Freitag, 26. Juni 2009, 18.30 Uhr
Podiumsdiskussion: Was ist Europa heute?
Moderation: Michael Jürgs
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Politik
regional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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