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16.04.2009 17:33

Herzinsuffizienz: Besser und länger Leben mit persönlicher Betreuung übers Telefon

Christiane Limberg Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

    75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim

    Mannheim, Donnerstag 16. April 2009 - Das "Interdisziplinäre Netzwerk Herzinsuffizienz" (INH) der Universität Würzburg geht in der Versorgung von Menschen mit Herzschwäche innovative Wege und setzt auf persönliche Betreuung übers Telefon durch speziell geschulte Krankenschwestern. In einer Studie wurde sechs Monate lang rund 700 Herzinsuffizienz-Patienten beobachtet. Die Hälfte der Patienten wurde nach dem innovativen Konzept HeartNetCare-HF versorgt und bekam eine Telefonschwester zur Seite gestellt, die andere Hälfte erhielt die übliche Betreuung. "Dabei zeigte HeartNetCare-HF überzeugende Vorteile: Lebensqualität und Herzschwäche der Patienten besserten sich, und die Überlebenschancen waren deutlich höher. Außerdem hatten Patienten mit Telefonschwester am Studienende im Schnitt vier Tage weniger im Krankenhaus verbracht als die Kontrollgruppe", bilanziert Prof. Dr. Christiane Angermann (Universitätsklinikum Würzburg, Med. Klinik und Poliklinik I) auf der 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim. Erwartet werden zwischen 16. und 18. April mehr als 7000 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern.

    Eine Telefonschwester unterstützt den Hausarzt oder Kardiologen bei der Patientenversorgung und kann etwa 100 bis 120 Patienten mit betreuen. Die Telefonüberwachung führt sie ein- bis viermal pro Monat durch, die etwa 15-minütigen Gespräche basieren auf Fragebögen. Geprüft wird etwa, ob der Patient in der letzten Woche an Gewicht zugenommen hat, unter Luftnot leidet, oder ob die Knöchel angeschwollen sind. Die Schwester prüft, ob der Patient seine Herzmedikamente korrekt eingenommen hat und gibt Tipps zur richtigen Ernährung und körperlichen Aktivität. Bei wichtigen Veränderungen informiert sie den Hausarzt und schaltet bei Bedarf Spezialisten ein.

    Telefonschwester in Deutschland bald Versorgungsstandard?

    Mit dem innovativen Betreuungskonzept stehen im deutschen Gesundheitssystem nun Wege zu einem evidenzbasierten und relativ kostengünstigen Krankheitsmanagement bei herzinsuffizienten Risikopatienten offen. "HeartNetCare HF stieß auf gute Akzeptanz bei Patienten und Ärzten und kommt damit für eine flächendeckende Anwendung infrage", so Prof. Angermann. "Weniger als zehn Prozent der Teilnehmer brechen die Behandlung über das Telefon ab. Es ist zu hoffen, dass die Kostenträger die Konsequenzen ziehen und eine breite Anwendung des attraktiven Konzeptes auch finanzieren werden."
    Gegenwärtig gibt es auf dem Markt auch eine Reihe von elektronisch basierten Betreuungsmöglichkeiten, deren Effektivität im Vergleich zur persönlichen Betreuung per Telefon evaluiert werden muss.
    Das Kompetenznetzwerk Herzinsuffizienz ist ein seit 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes interdisziplinäres Kooperationsvorhaben. In drei infrastrukturellen und 13 wissenschaftlichen Teilprojekten werden an zwölf Standorten in Deutschland versorgungsrelevante meist multizentrische Studien zur Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz gefördert.

    Kontakt:
    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
    Pressestelle
    Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
    Achenbachstr. 43, 40237 Düsseldorf
    Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
    Roland Bettschart, B&K
    Pressezentrum am Kongress: 0612-41065003; mobil 0043 676 6356775

    Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.


    Weitere Informationen:

    http://www.dgk.org


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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