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Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert an der Universität Tübingen ein neues Großprojekt - Zwei weitere werden verlängert
Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute mitteilte, hat ihr Bewilligungsausschuss die Einrichtung eines neuen Sonderforschungsbereichs an der Universität Tübingen zum Thema "Bedeutungskonstitution: Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen" (SFB 833) genehmigt. Das interdisziplinäre Großprojekt bringt Sprachwissenschaftler aus den Bereichen Anglistik, Germanistik, Romanistik, Slavistik, Allgemeine Sprachwissenschaft und Computerlinguistik mit Psychologen und Neurowissenschaftlern zusammen.
Wie bekommt ein Wort seine Bedeutung und ein Satz seinen Inhalt? Warum verstehen wir uns nicht ständig falsch und können größere und kleinere Fehlleistungen in den Formulierungen ausgleichen? Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn wir Sprache begreifen? Solchen Fragen werden die Tübinger Forscher nachgehen. Der Forschungsverbund untersucht, wie es dem Menschen gelingt, Sprache in kürzester Zeit und ohne Anstrengung zu verstehen, dabei Mehrdeutigkeiten und Missverständnisse zu vermeiden und wesentliche Inhalte von unwichtigen Zusatzinformationen zu trennen. Untersuchungsgegenstand sind insbesondere auch die Vorgänge im Gehirn beim Verarbeiten von Sprache.
Mit dem SFB 833 kann die Universität Tübingen den dritten sprachwissenschaftlichen Sonderforschungsbereich in Folge etablieren. Die Grundlagenforschung zu Sprache, Bedeutung und Kognition ist mit der Bewilligung zunächst über vier Jahre hinweg gesichert. "Der Zuschlag der DFG ist eine wertvolle Anerkennung und ein großer Ansporn für eine Sprachforschung an der Universität Tübingen, die Geistes- und Naturwissenschaftler zusammenbringt," so Prof. Dr. Susanne Winkler, Vorstandsmitglied und Linguistin.
Für jeweils vier Jahre verlängert wurden der Tübinger Sonderforschungsbereich 685 "Immuntherapie: Von den molekularen Grundlagen zur klinischen Anwendung" (Sprecher Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee) und der gemeinsam mit den Universitäten Stuttgart und Ulm betriebene Transregio 21 "Quantenkontrolle in maßgeschneiderter Materie: Perspektiven von mesoskopischen Systemen und Quantengasen" (Tübinger Koordinator Prof. Dr. Reinhold Kleiner).
Ziel des SFB 685 "Immuntherapie: Von den molekularen Grundlagen zur klinischen Anwendung" ist es, die Erkenntnisse der Grundlagenforschung im Bereich der Immunologie in praktisch angewandte neue Therapien, insbesondere bei Krebs, zu übertragen.
Dazu sind Pilotstudien bei Leukämien, beim malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) und beim Nierenzellenkarzinom geplant. Zu den Forschungsschwerpunkten gehört außerdem die Therapie der Autoimmunkrankheiten Multiple Sklerose und rheumatoide Arthritis.
Im Zentrum des Transregio 21 steht die Untersuchung grundlegender Fragestellungen aus dem Bereich der Quantenmaterie. Neben der Entwicklung neuer Materiezustände und dynamischer Quantenzustände werden die Wissenschaftler auch neue Phasenübergänge erforschen. Sie verbinden in ihren Untersuchungen Aspekte der Quantenoptik mit der Festkörperphysik.
An der Universität Tübingen bestehen damit derzeit neun Sonderforschungsbereiche und Transregios.
Weitere Informationen zum neuen SFB 833:
http://www.tuezli.uni-tuebingen.de
Kontakt:
Prof. Dr. Susanne Winkler, Englisches Seminar
Wilhelmstr. 50, 72074 Tübingen
Tel.: (0 70 71) 297 32 57
Fax: (07071) 3 50 40
E-Mail: susanne.winkler@uni-tuebingen.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medien- und Kommunikationswissenschaften, Medizin, Physik / Astronomie, Psychologie, Sprache / Literatur
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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