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26.05.2009 09:26

Neuer Masterstudiengang "Aufklärung - Religion - Wissen" startet in Halle

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann Pressestelle
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Zum kommenden Wintersemester startet an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) der innovative Master-Studiengang "Aufklärung - Religion - Wissen". Das interdisziplinäre Angebot, getragen vom gleichnamigen Landesexzellenznetzwerk an der MLU, bündelt drei Themenfelder von hoher Aktualität und anerkannter gesellschaftlicher Relevanz. Die Studierenden absolvieren Praxisanteile z. B. in Museen, Bibliotheken und Archiven. Bewerbungen sind bis zum 15. August 2009 möglich.

    Von der 1694 gegründeten Universität Halle hat die Aufklärung in Deutschland ihren Ausgang genommen, und die protestantische Reformbewegung des Pietismus hatte hier ihren Mittelpunkt. "Dementsprechend bilden die Stadt und ihre Universität heute ein Zentrum von internationalem Rang für die Erforschung von Aufklärung und Pietismus", sagt Prof. Dr. Daniel Fulda vom Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung. "In Halle schlägt der Puls des 18. Jahrhunderts in noch heute spürbarer Weise. Gelehrt und gelernt wird zum Beispiel in Gebäuden, die aus der zu erforschenden Zeit stammen."

    Der neue Studiengang lebe aber zugleich von hochaktuellen Inhalten. "In der Epoche der Aufklärung entstanden die Konzepte und Kulturmuster der Moderne, die die Gegenwart und ihre Debatten um die Zukunft des westlichen Gesell­schaftsmodells in einer globalisierten Welt prägen. Religion kann dazu den Gegenpart spielen, doch hat sich das Christentum in Europa zugleich als Motor der Aufklärung sowie der Aufklärung fähig erweisen. Unter dem Stichwort 'Wiederkehr der Religion' wird beider Verhältnis gegenwärtig wieder lebhaft diskutiert." Zudem gebe es heute eine Wissensgesellschaft, "ohne dass die Vielfalt der Wissensformen dabei immer hinreichend berücksichtigt würde. Grundlegend für die Macht, die dem Wissen zugemessen wird, ist der aufklärerische Anspruch, die Welt dadurch gestalten zu können, dass man immer weiteres begründetes Wissen von ihr gewinnt."

    Der Studiengang versteht Aufklärung als Anstrengung in allen Lebens­bereichen und Wissensformen. Es ist daher breit interdisziplinär angelegt, vermittelt unterschiedliche Perspektiven und einen professionellen Umgang mit den jeweiligen fachspezifischen Methoden. Beteiligt sind die Fächer Theologie, Philosophie, Judaistik, Geschichte, Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, Romanistik, Anglistik, Germanistik, Medien- und Kommunikationswissen­schaft, Musikwissenschaft sowie Pädagogik.

    Fester Bestandteil des Studiums sind Praxisübungen. "Der herausragende Betrag Mitteldeutschlands zur Kultur der Aufklärung ist heute noch greifbar in einer Vielzahl von Literatur- und Kunstmuseen, historischen Bibliotheken und Archiven sowie weiteren Kultur- und Naturdenkmälern wie Parks oder historischen Stadtbildern", erläutert Professor Fulda, verantwortlicher Koordinator des Masterstudiengangs. "Innerhalb des Praxismoduls gehen die Studierenden an viele Stätten dieser kulturellen Infrastruktur." Inhaltlich und methodisch ergänze das Modul die textwissenschaftlichen Ansätze durch das forschende Lernen. "Arbeitsschwerpunkte können einerseits die wissenschaftliche Arbeit mit Originalen und andererseits die Vermittlung von Forschungsergebnissen an ein breiteres Publikum sein, beispielsweise in der Öffentlichkeitsarbeit, der Kulturpädagogik und dem Veranstaltungsmanagement." Dadurch qualifiziere der neue Studiengang auch für viele unterschiedliche Berufsfelder. "Wir handeln gemäß der Maxime: Spezialisierung ja, Einengung nein!"

    Außerhalb der Lehrerausbildung gebe es in den Geistes- und Kulturwissenschaften bekanntlich keine feste Zuordnung von Studienfächern und einzelnen Berufen. "Absolventen des Masterstudiengangs 'Aufklärung - Religion - Wissen' haben in dieser Situation den Vorteil, dass sie bereits während des Studiums erlernen, auf einem über Fächergrenzen hinausreichenden Feld zu arbeiten", führt Fulda aus. "Ein besonderer Reiz und zugleich eine Herausforderung ergeben sich zudem daraus, dass Studierende aus unterschiedlichen Fächern zusammenkommen. Von Anfang an wird daher die Fähigkeit geschult, Menschen etwas mitzuteilen, die nicht im selben Fach beheimatet sind."

    Angesprochen sind engagierte Studierende, die eine Ausbildung im interdisziplinären Arbeiten wünschen und deren historisches Interesse auf das 18. Jahrhundert zielt. Zulassungsvoraussetzung ist ein guter bis sehr guter Abschluss (mind. Note 2,4) in mindestens einem Bachelor-Studiengang der Fächer Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, Anglistik, Erziehungswissenschaft, Ethnologie, Ev. Theologie, Germanistik, Geschichte, Judaistik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Philosophie, Politikwissenschaft, Romanistik und Soziologie oder eines anderen vergleichbaren Studienabschlusses. Bestimmte Sprachkenntnisse (z. B. in Latein und in einer romanischen oder biblischen Sprache) müssen nachgewiesen werden. Der Studienbeginn ist im Winter- und im Sommersemester möglich (Bewerbungsschluss am 15. August bzw. 15. Februar).

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Daniel Fulda
    Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung
    Telefon: 0345 55 21770
    E-Mail: daniel.fulda@izea.uni-halle.de


    Weitere Informationen:

    http://www.master-aufklaerung.uni-halle.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Philosophie / Ethik, Religion
    überregional
    Studium und Lehre
    Deutsch


     

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