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Wissenschaft
Darwin-Jahr und kein Ende: neue Ausstellung "Evolution unterwegs" eröffnet am 7. Juni 2009 in Osnabrück im Museum am Schölerberg
Am 7. Juni 2009 eröffnet in Osnabrück im Museum am Schölerberg die Wanderausstellung "Evolution unterwegs". Die Schau ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaftlern der Ökosystembiologie und der Evolutionsbiologie an der Universität Bielefeld und dem Museum am Schölerberg. Gemeinsam hatten sich die Projektpartner im Jahr 2008 an dem Wettbewerb "Evolution heute" der VolkswagenStiftung beteiligt und waren daraus als einer der Sieger hervorgegangen. Die Stiftung fördert das gesamte Projekt mit 110.000 Euro (siehe dazu auch unsere Pressemitteilung vom 27. April 2009 http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse/archiv-pressemitteilungen/pm/evo...).
"Unser Ziel ist es, mit dieser Ausstellung den Besuchern einen möglichst umfassenden Überblick zum Thema Evolution zu bieten. Informativ und spannend, interessant und interaktiv - aber in keinem Fall ideologisch", sagt Projektleiter Norbert Niedernostheide vom Museum am Schölerberg. Die Ausstellung ist in zehn Räume gegliedert und wird auf 225 Quadratmetern gezeigt. Sie wurde vom Ausstellungsarchitekten Julius Thomas Tamar so gestaltet, dass sie sich auch in anderen Museen und Ausstellungshäusern problemlos aufbauen lässt.
Ein Thema der Ausstellung ist natürlich das Leben und Werk Charles Darwins. Im ersten Raum der Ausstellung werden die Besucher über die Gesellschaft Englands im 19. Jahrhundert informiert: ihre Werte, ihr Weltbild und die Rolle von Kirche und Politik. Wie fand sich Darwin hier mit seiner Theorie zurecht? Warum dauerte es so lange, bis er seine Ideen publizierte? Neben seiner Biografie nimmt auch die mehrjährige Reise mit dem Schiff "Beagle" einen breiten Raum ein. Anschließend stellt die Ausstellung weitere Wissenschaftler und Philosophen vor. Denn: Nicht allein Darwin erkannte Grundzüge der Evolution; bereits Platon hatte sich hierzu Gedanken gemacht. Und nach Darwin kamen andere, die seine Theorien vertiefen und untermauern sollten.
Ein Markenzeichen der Ausstellung: die vielen interaktiven Stationen, die vermitteln, wie Evolution funktioniert. An der "Schmetterlingsklatsche" beispielsweise können die Besucher versuchen, in möglichst kurzer Zeit fliegende Schmetterlinge zu erwischen. Sie stellen später fest, dass sie insbesondere jenen Typ "gefangen" haben, der nicht so gut an seine Umwelt angepasst ist wie die anderen. Vor allem die Selektion kommt - wie im Leben - in der Ausstellung auch immer wieder zum Zuge. So können die Besucher an der Station "Der Hit" durch die Auswahl und das Löschen von Tonelementen selbst ein Musikstück komponieren.
Es wird aber nicht nur gezeigt, wie Evolutionsprozesse ablaufen, sondern auch, wie Evolutionsforscher arbeiten. Diese suchen und finden die Spuren der Evolution in der Vergangenheit, sie können sie ganz aktuell in der Gegenwart beobachten und in Experimenten nachvollziehen - und mit Hilfe von Modellen gelingt es ihnen gar, Prognosen für die Zukunft zu wagen. Evolutionsbiologen arbeiten dabei mit denselben wissenschaftlichen Methoden wie Naturwissenschaftler anderer Disziplinen. Sie greifen auf neueste Errungenschaften etwa der Genetik, Mikrobiologie, Paläontologie und auf modernste Technik zurück.
Dass Evolution aber auch bei der Partnerwahl eine Rolle spielt, lässt sich im Raum zum Thema "sexuelle Selektion" feststellen. Warum haben Tiere übernormal große und auch ganz unpraktische Körperzierden entwickelt wie beispielsweise der Pfau? Warum wird die weibliche Brust als attraktiv empfunden? Auf diese und viele weitere spannende Fragen wird hier eingegangen, und die Besucher werden manche Frage beantwortet bekommen, die sie sich immer schon gestellt haben.
Ein weiteres Thema: die unglaubliche Artenvielfalt auf der Erde; anders gewendet - die Bedeutung der Biodiversität. Anhand von bunten Schmetterlingen und verschiedenen Pilzarten versuchen die Mit-Initiatoren des Projekts Dr. Tom Steinlein und Professor Dr. Klaus Reinhold von der Universität Bielefeld das Thema Diversität plastisch zu verdeutlichen. Hier sind auch Aktivitäten zu bestaunen, die wie viele andere bereits im Vorfeld der Ausstellung stattfanden und in diese eingeflossen sind. So zeigen gebastelte Hüte von Kindern, wie durch nur wenige Änderungen in der Entwicklungsphase - also im Zuge der "Evolution" - grundsätzlich verschiedene (Hut-)Arten entstehen können.
Zu jenen Ereignissen im Vorfeld der Ausstellung (auch hierzu siehe unsere Pressemitteilung vom 27. April 2009) zeigt das Kino der Ausstellung begleitend kurze Filme. Im Bild zum Beispiel das Kindertheater "Ein Stück Evolution", das in Kooperation mit dem Theater Osnabrück entstanden ist und auch am Nachmittag des Eröffnungstags am 7. Juni um 16.00 Uhr live im Museum am Schölerberg aufgeführt wird. Oder die szenische Lesung "Gestatten, Darwin. Charles Darwin!" mit Thomas Schneider in der Hauptrolle - er ist am 19. Juni um 19.30 Uhr noch einmal zu erleben. Weitere Filmsequenzen bringen die Evolutionssymphonie zum Klingen, die eigens für dieses Projekt komponiert wurde.
Der letzte Raum der Ausstellung nimmt die Evolution des Menschen in den Blick und sich der kulturellen Evolution an. Dabei wird spielerisch unter anderem der Entwicklung verschiedener Sprachen auf den Grund gegangen. Insgesamt, da sind sich die Initiatoren einig, ist es gelungen, eine spannende und interaktive Ausstellung zu konzipieren, die ästhetisch ansprechend ist und ein fundiertes didaktisches Konzept aufweist. Nach der Finissage am 4. Oktober wandert "Evolution unterwegs" nach Rehburg-Loccum und anschließend nach Reutlingen, wo Sie bis Mitte April 2010 zu sehen sein wird.
Weitere Informationen:
http://www.museum-am-schoelerberg.de/
Kontakte Ausstellung
Museum am Schölerberg, Osnabrück
Natur und Umwelt
Planetarium
Umweltbildungszentrum
Norbert Niedernostheide
Telefon: 0541 5600345
E-Mail: niedernostheide.n@osnabrueck.de
Universität Bielefeld
Fakultät für Biologie
Abt. Evolutionsbiologie
Prof. Dr. Klaus Reinhold
Telefon: 0521 1062721
E-Mail: klaus.reinhold@uni-bielefeld.de
Fakultät für Biologie
Lehrstuhl für Exp. Ökologie und Ökosystembiologie
Dr. Thomas Steinlein
Telefon: 0521 1065563
E-Mail: tom.steinlein@uni-bielefeld.de
Kontakte VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Förderinitiative Evolutionsbiologie
Dr. Henrike Hartmann
Telefon: 0511 8381 - 376
E-Mail: hartmann@volkswagenstiftung.de
Der Text der Presseinformation und Fotos stehen im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20090605
Ein Teil der Ausstellung in Osnabrück ist die "Evolutionssymphonie" - ein Musikstück, das mittels de ...
Quelle: Tristan Vankann, Bremen
Ebenfalls Bestandteil der Ausstellung: das "Evolutionstheater" - einstudiert und aufgeführt von Kind ...
Quelle: Tristan Vankann, Bremen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Musik / Theater, Pädagogik / Bildung
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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