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Wissenschaft
5 Mio. Euro für Zentrum für Psychische Gesundheit
Prof. Jürgen Margraf: Spezialist für Angst- und Panikstörungen
Große Freude an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität: Zum Sommersemester 2010 wird Prof. Dr. Jürgen Margraf, international renommierter Spezialist für Angst- und Panikstörungen, als Humboldt-Professor den Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie übernehmen. Der Träger des internationalen Forschungspreises der Alexander von Humboldt-Stiftung, der zurzeit in Basel arbeitet, wird mit fünf Millionen Euro für fünf Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Die Förderung soll dazu verwendet werden, ein Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit an der RUB aufzubauen. Mit Prof. Margraf kommt auch seine Frau, Prof. Dr. Sylvia Schneider, nach Bochum. Sie ist Spezialistin auf dem Gebiet der Kinderpsychologie. "Wir sind glücklich und stolz über die Entscheidung der Humboldt-Stiftung", sagte Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler. "Sie bestätigt uns erneut, dass die Ruhr-Universität den Nährboden für internationale Spitzenforschung bietet."
Zentrum für psychische Gesundheit
An der Ruhr-Universität wird Prof. Margraf den Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie als Nachfolger Prof. Dr. Dietmar Schulte übernehmen, mit dem ihn eine langjährige Zusammenarbeit verbindet. Damit einher geht die Leitung des Zentrums für Psychotherapie der RUB, das sich auf die Zusammenarbeit mit zahlreichen Kliniken aus der Region stützt. Das Zentrum für Psychotherapie soll überführt werden in ein Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit. Damit stellt es eine ideale Ergänzung des von der Landesregierung geplanten GesundheitsCampus NRW dar. Auf lange Sicht wird sich das Zentrum durch die Behandlung von Patienten selbst finanzieren. Prof. Dr. Sylvia Schneider als Expertin für Kinderpsychologie komplettiert das Spektrum des Zentrums. Ihre Berufung erfolgt im Rahmen des Dual Career Konzepts der Ruhr-Universität: Als zertifizierte familienfreundliche Hochschule sorgt die RUB dafür, dass bei der Berufung von Spitzenforschern auch dem hochqualifizierten Partner eine berufliche Perspektive in Bochum geboten wird, so dass sich Familie und Beruf vereinbaren lassen.
Wissenschaftlich bestens eingebunden
Eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit des Humboldt-Professors ist zudem geplant mit den Neurowissenschaftlern der Ruhr-Universität um Prof. Dr. Onur Güntürkün und Prof. Dr. Irene Daum. Die Neurowissenschaften gehören seit Jahren zu den Forschungsschwerpunkten der Ruhr-Universität und genießen international einen hervorragenden Ruf; ein Disziplinen übergreifendes Research Department befindet sich zurzeit in Gründung. Gemeinsam werden die Wissenschaftler der Frage nachgehen, welche besonderen Verschaltungen von Hirnnervenzellen psychischen Erkrankungen zugrunde liegen. "Die Humboldt-Professur findet mit den zahlreichen vorhandenen Kooperationen und der wissenschaftlichen Vernetzung in Bochum einen optimalen Rahmen vor", sagte Prof. Dr. Bernhard Zimolong, Dekan der Fakultät für Psychologie. "Sie ist damit ein gemeinsames Verdienst von Prof. Margraf und der Ruhr-Universität."
Angst- und Panikstörungen, Depressionen und Essstörungen
Prof. Margraf ist international bekannt für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Ursachenforschung und Therapie von Panik- und Angststörungen, Depressionen und Essstörungen. Zu seinen wichtigsten Verdiensten zählt die Entdeckung der Eigenständigkeit subjektiver, psychologischer und physiologischer Faktoren bei Panikstörungen. So wies er etwa nach, dass eine Panikattacke durch eine durch den Patienten wahrgenommene Beschleunigung des Pulsschlags ausgelöst werden kann, selbst wenn der Herzschlag in Wirklichkeit unverändert geblieben ist. Er hat zahlreiche psychotherapeutische Verfahren entwickelt und evaluiert.
Vita Prof. Margraf
Prof. Dr. Jürgen Margraf, geboren 1956, schloss sein Psychologiestudium 1986 nach mehreren Aufenthalten in Stanford (USA) mit dem Doktortitel in Tübingen ab. Für die Habilitation (1990) wechselte er nach Marburg. Anschließend vertrat er die Professur für Klinische Psychologie der Universität Münster, wechselte dann als C3-Professor an die Freie Universität Berlin und nahm 1993 einen Ruf an die Technische Universität Dresden an. Dort baute er nach der deutschen Wiedervereinigung eine vollkommen neue Abteilung für Psychologie auf, die sich binnen kurzem einen hervorragenden Ruf sowohl in der Forschung als auch in der klinischen Patientenversorgung erarbeitete. 1999 wechselte er schließlich nach Basel (Schweiz), wo er den Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie inne hat und Direktor der psychiatrischen Universitätsklinik ist.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Bernhard Zimolong, Fakultät für Psychologie, Arbeitseinheit Arbeits- und Organisationspsychologie, Ruhr-Universität Bochum, 337780 Bochum, Tel. 0234/32-28607, E-Mail: bz@auo.psy.rub.de
Redaktion: Meike Drießen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin, Psychologie
überregional
Personalia, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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