idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
10.06.2009 12:29

Globale Erwärmung: Sauerstoff und aquatische Habitate in einer sich verändernden Welt

Dr. Manfred Schloesser Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

    Alle höheren Lebensformen sind abhängig vom Sauerstoff. Doch durch die globale Erwärmung und Eutrophierung von Gewässern leiden aquatische Ökosysteme immer häufiger unter räumlich ausgedehnten und zeitlich andauernden hypoxischen Bedingungen mit sehr niedrigen Sauerstoff-Konzentrationen (Hypoxia).
    Anfang April 2009 startete das EU-geförderte Projekt HYPOX mit dem Ziel, die Ursachen, zeitlichen Dynamiken, Zukunftsaussichten und Konsequenzen von Hypoxia (niedrige Sauerstoff-Konzentrationen) in Gewässern zu verstehen und einzuschätzen.

    Die Beobachtungen der Wissenschaftler sind alarmierend: stetig sich ausbreitende"Todeszonen", in denen Ökosysteme durch Sauerstoff-Mangel kollabieren, sowie auch die besorgniserregende Verschärfung des Klimawandels, verlangen nach einer stärkeren Überwachung.
    Die globale Erwärmung hat vielfältige Konsequenzen: Sauerstoff gast aus, in der Wassersäule bilden sich Schichten verschiedener Sauerstoffkonzentration aus (Stratifizierung) , und als Folge verlangsamt sich die Durchmischung des Tiefenwassers , was wiederum Wind und Wetter verändert.
    Es ist leider so: Die weltweit verstärkte Emission von Treibhausgasen kurbeln diesen Effekt an. Als Folge beobachten die Wissenschaftler einen Niedergang der Arten (Biodiversität). Die Fischerei, die Betreiber von Aquakulturen und die Tourismusindustrie spüren die Konsequenzen schon jetzt.
    Um diese Auswirkungen richtig einschätzen zu können, ist ein globales Netz von wissenschaftlichen Beobachtungmessstationen nötig, welches Sauerstoff und weitere Begleitparameter fortlaufend in hoher Auflösung misst. Mit diesem System kann dann auch die Rolle des Meeresboden bei der Regeneration dieser Sauerstoffmangelzonen abgeschätzt werden.

    Das Projekt HYPOX hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung von Sauerstoff-Mangel-Gebieten und den damit verbundenen Prozessen durch ausgesuchte europäische Mess-Stationen zu protokollieren. Diese Stationen geben einen guten Überblick von verschiedenen aquatischen Systemen, die sich in Sauerstoffgehalt und Empfindlichkeit gegenüber Änderungen unterscheiden: Von der Arktis, die besonders empfindlich auf globale Erwärmung reagiert, über Binnenmeere mit andauerndem Sauerstoffmangelperioden (Schwarzes Meer, Ostsee) bis hin zu mehr abgeschlossenen Systemen wie Fjorden, Lagunen und Seen) mit ihren bekannten saisonal und lokal auftretenden Sauerstoffmangelerscheinungen.
    Die gewonnenen Erkenntnisse werden mit Informationen von früheren dokumentierten Hypoxia-Ereignissen und moderner numerischer Modellierung verbunden, um zukünftige Hypoxia-Vorkommen und deren Effekt auf aquatische Ökosysteme zu prognostizieren. Dadurch wird das HYPOX-Projekt den ersten Schritt darstellen, um für zukünftige Sauerstoff-Messkampagnen das nötige Know-How zu generieren, und zu dem derzeitig sich entwickelnden Globalen Beobachtungssytem der Erde GEOSS (Global Earth Observation System) beiträgt.

    Zum Auftakt des Projekt Hypox trafen sich die Beteiligten am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen . An insgesamt drei Tagen (15.-17.04.2009) tauschten sich Wissenschaftler aller 16 Partner-Institute aus elf verschiedenen Nationen in lebendigen Diskussionen um alle Aspekte des Projektes aus. Es wurden Aufgaben und Arbeitspakete verteilt und die genaue Struktur der Einzelprojekte und Vorgehensweise abgesprochen. Jack Middelburg vom NIOO-KNAW und die anderen Redner inspirierten ihre Zuhörer und lieferten eine Menge technischer Inputs. Weitere Vorträge berichteten über moderne Sauerstoff-Messungen über lange Zeiträume (Anders Tengberg, UGOT) und zu Aufgaben und Leistungen der GEO und GEOSS Initiative (Christoph Waldmann, MARUM). Vervollständigt wurde das Programm durch Präsentationen aus verwandten Projekten: Die ESONET/EMSO Exzellenz Initiative (Jean Francois Rolin, Ifremer), das HYPER Projekt (Jacob Carstensen, Universität von Aarhus, Dänemark) und das Projekt EuroSITES (Kate Larkin, Nationales Oceanographie Center, Vereinigtes Königreich). Das HYPOX Projekt wird koordiniert von Antje Boetius (Leitung Prof. Dr. Antje Boetius)und Felix Janssen (MPI), zusammen mit Christph Waldmann (MARUM).

    Mehr Informationen unter: http://www.hypox.net
    http://www.mpi-bremen.de
    EU Projekt HYPOX Grant Agreement No. 226216


    Weitere Informationen:

    http://www.mpi-bremen.de Webseite des Max-Planck-Institutes für Marine Mikrobiologie
    http://www.hypox.net Webseites des EU-Projektes


    Bilder

    Logo des EU-Projektes HYPOX
    Logo des EU-Projektes HYPOX
    Quelle: www.hypox.net


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).