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Ein neues Schwerpunkt-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) soll die Physik der neuen Supraleiter aufklären. Es wird für 6 Jahre eingerichtet und geht auf eine Initiative des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden zurück, das auch die Koordination übernimmt.
Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das neue Physik-Schwerpunktprogramm "Hochtemperatursupraleitung in Eisenpniktiden" bewilligt. Der Antrag wurde von einer vierköpfigen Steuerungsgruppe initiiert und erarbeitet. Professor Dr. Bernd Büchner vom Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden hat daran maßgeblich mitgewirkt und wird das neue Schwerpunktprogramm koordinieren.
Die Entdeckung von Hochtemperatursupraleitung in Eisen-Arsen-Verbindungen hat in der Festkörperphysik und Festkörperchemie national und international größte Aufmerksamkeit erregt und immense Forschungsanstrengungen ausgelöst. Gründe für das große Interesse sind die hohen kritischen Temperaturen von bis zu 55 °K, die reichhaltigen physikalischen Eigenschaften mit einem ausgeprägten Wechselspiel zwischen Struktur, Magnetismus und Supraleitung, die große Materialvielfalt und nicht zuletzt das Potenzial für technische Anwendungen. Mit dem neuen Schwerpunktprogramm wird eine konzertierte Anstrengung unternommen, um Materialien und Mechanismen dieser neuen Hochtemperatursupraleiter besser zu verstehen. Die angestrebte systematische Materialforschung hat zum Ziel, Proben der bereits bekannten Verbindungen optimal herzustellen, neue supraleitende Stoffsysteme zu finden und das Anwendungspotenzial auszuloten. Aufeinander abgestimmte experimentelle und theoretische Untersuchungen sollen dazu beitragen, die grundlegenden physikalischen Eigenschaften der Pniktide und speziell den Mechanismus der Supraleitung zu verstehen.
Ein ganz wesentlicher Aspekt der Initiative besteht in der engen, interdisziplinären Zusammenarbeit von Festkörperchemikern und -physikern, beziehungsweise der Verzahnung von Material- und Grundlagenforschung. Die auf den Gebieten Chemie und Materialwissenschaften arbeitenden Gruppen sollen potenzielle neue Systeme erschließen und zur Optimierung von Materialien beitragen. Die physikalische Forschung soll nicht nur das Verständnis der Phänomene verbessern, sondern durch umfassende Charakterisierung und Modellierung auch auf die vornehmlich im Bereich der Chemie angesiedelten Synthesearbeiten zurückwirken.
Ein Schwerpunktprogramm der DFG wird in der Regel für die Dauer von sechs Jahren gefördert. Das Programm "Hochtemperatursupraleitung in Eisenpniktiden" soll ab Anfang 2010 seine Arbeit aufnehmen.
Kontakt:
Prof. Dr. Bernd Büchner
IFW Dresden
Tel.: +49 351 4659-808
E-Mail: b.buechner@ifw-dresden.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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