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Wissenschaft
Erster Studiengang für Systemische Sozialarbeit an der Hochschule Merseburg (FH) gestartet
An der Hochschule Merseburg (Sachsen-Anhalt) hat der in Deutschland einmalige Masterstudiengang "Systemische Sozialarbeit" am 13. Juli 2009 mit 24 TeilnehmerInnen begonnen.
In Deutschland gibt es bereits zahlreiche systemische Weiterbildungen und auch einige systemische Studiengänge. Diese sind meistens auf ein therapeutisches oder beraterisches Setting ausgerichtet. Die Besonderheit dieses Studiengangs liegt darin, dass er ausdrücklich auf die hohe Komplexität von Sozialarbeit und die daraus entstehenden besonderen Anforderungen an SozialarbeiterInnen zugeschnitten ist.
Systemische Konzepte, wie sie in der Familientherapie entwickelt wurden, werden seit langem auch in der Sozialarbeit verwendet: es handelt sich um eine lösungs- und ressourcenorientierte Vorgehensweise, die die Autonomie der Menschen voraussetzt und in der Arbeit nutzt. Doch fordert Soziale Arbeit, anders als Therapie und Beratung, von den dort Tätigen eine ganze Vielfalt von Handlungsformen: sie stehen häufig zwischen den Beteiligten (sowohl KlientInnen als auch Kolleginnen verschiedener Professionen) und vermitteln zwischen ihnen, sie begleiten Menschen (z.B. in Heimen) über lange Zeit in ihrem Leben, sie sind für die Beschaffung von Wohnungen, Arbeitsplätzen, Ausstattungen zuständig, sie kontrollieren und greifen ein, wenn sie Menschen vor Gefahren schützen oder sie daran hindern, sich selbst oder andere zu gefährden. Die Art der Menschen und Themen ist ebenso vielfältig wie die Orte, an denen Sozialarbeit stattfindet: neben Beratungsstellen und Büros in Jugend- und Sozialämtern sind das z.B. auch Wohnungen der KlientInnen, Wohnheime, Krankenhäuser, Strafanstalten, öffentliche Plätze und Straßen etc.
Der Masterstudiengang Systemische Sozialarbeit richtet sich an ausgebildete SozialarbeiterInnen, die bereits im Beruf stehen und zusätzlich Qualifikationen in systemischen Kompetenzen erwerben wollen. Sie erlernen Theorien und Methoden sowohl für das Arbeiten mit KlientInnen als auch für die Kooperation mit KollegInnen. Ressourcen- und lösungsorientierte Konzepte für die Arbeit an der Basis, aber auch für Leitungsaufgaben und die Weitervermittlung von Fachwissen stehen im Vordergrund. Das Studium schließt einen Englischkurs, eine einwöchige fachbezogene Auslandsreise und eine von den Studierenden gestaltete Fachtagung ebenso mit ein wie die Veröffentlichung eines Artikels in einer Fachzeitschrift.
Der Studiengang ist praxisorientiert, die während des Studiums erworbenen Fähigkeiten können unmittelbar in der eigenen Arbeit umgesetzt werden. Die Lehre wird von Sozialarbeitswissenschaftlern und systemischen SozialarbeiterInnen geleistet.
Die 24 Studierenden des ersten Durchgangs sind berufstätige SozialarbeiterInnen zwischen 23 und 60 Jahren (Durchschnittsalter 40 Jahre), sie kommen aus ganz Deutschland (von Bayern bis Schleswig-Holstein). Für jeweils 3 bis 4 Tage im Monat studieren sie vor Ort an der Hochschule Merseburg (FH).
Der nächste Durchgang wird frühestens 2011 angeboten.
Für weitere Informationen und Gespräche steht Ihnen gerne Prof. Dr. Johannes Herwig-Lempp zur Verfügung oder kann Sie auch zu teilnehmenden StudentInnen vermitteln, falls Sie an deren Sichtweise interessiert sind.
Kontakt:
Prof. Dr. Johannes Herwig-Lempp
Tel.: +49 3461 46 - 22 31
Fax: +49 3461 46 - 22 05
E-Mail: master@sysoma.de
http://www.hs-merseburg.de
http://www.sysoma.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Pädagogik / Bildung
überregional
Studium und Lehre, wissenschaftliche Weiterbildung
Deutsch

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