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Wissenschaft
Für eine PISA-Studie zur Berufsbildung, die für 2010 geplant ist, führt ein Wissenschaftler-Team der Universität Stuttgart eine Vorstudie mit Auszubildenden durch. Prof. Reinhold Nickolaus, Leiter des Instituts für Erziehungswissenschaft und Psychologie der Uni Stuttgart, und seine Mitarbeiter prüfen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, ob durch Computersimulationen die Kompetenz eines Kraftfahrzeugmechatronikers abgebildet werden kann. Eine Durchführung der Großstudie im realen Arbeitsumfeld der Auszubildenden wäre zu aufwändig und kostenintensiv.
Mit der PISA-Studie zur Berufsbildung, an der sich bislang acht europäische Staaten beteiligen, sollen Unterschiede der Ausbildungsformen sowie mögliche Verbesserungen in der Ausbildung in den einzelnen Ländern sichtbar gemacht werden. Für ihre Vorstudie zur Machbarkeit dieser Großstudie entwickelten die Stuttgarter Wissenschaftler ein Modell mit acht zu lösenden Aufgaben im Motormanagement und der Licht-/Beleuchtungsanlage. Dieses Modell unterzogen sie einem systematischen Vergleich zwischen der Aufgabenbearbeitung am Computer und der am realen Fahrzeug. Auf diese Weise wollen die Wissenschaftler eine Aussage darüber erhalten, ob die Kompetenz, die ein Azubi bei der computersimulierten Fehlerbehebung bewiesen hat, auch seinem praktischen Können in der Werkstatt entspricht.
Dazu präsentierten die Forscher die acht Aufgaben Auszubildenden im dritten und vierten Lehrjahr in Form von praxisnahen, schriftlichen Arbeitsaufträgen. Eine Gruppe von rund 130 Auszubildenden bearbeitete die ersten vier Fehlerfälle computersimuliert und die letzten vier am realen Kraftfahrzeug. Die Vergleichsgruppe bearbeitete die Aufgaben in umgekehrter Reihenfolge. Die Datenerhebung wurde Anfang 2009 in der Handwerkskammer Stuttgart und an der Wilhelm-Maybach-Schule in Stuttgart-Bad Cannstatt durchgeführt.
Reinhold Nickolaus und sein Team werten derzeit das entstandene Datenmaterial aus. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit den computersimulierten Kompetenztests ein weitgehend zuverlässiges Instrument entstanden ist. Dadurch ist eine fundierte Entscheidung über die Umsetzung der internationalen PISA-Vergleichsstudie zur Berufsbildung möglich. Endgültige Projektergebnisse können die Forscher des Instituts für Erziehungswissenschaft und Psychologie voraussichtlich ab August präsentieren.
Ansprechpartner: Prof. Reinhold Nickolaus, Institut für Erziehungswissenschaft und Psychologie der Universität Stuttgart, Tel. 0711/685-83181,
e-mail: nickolaus@bwt.uni-stuttgart.deT
Text und Bild unter http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/7/
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Informationstechnik, Psychologie
überregional
Studium und Lehre
Deutsch

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