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Wissenschaft
ERC Starting Grant für PD Dr. Kirsten Mahlke
Viele hatten sich beworben, wenige wurden ausgewählt: Nur 245 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus ganz Europa waren 2009 in einem Bewerberfeld von gut 2.500 Kandidatinnen und Kandidaten erfolgreich. Sie erhielten vom European Research Council den ERC Starting Grant, eine Fördermaßnahme der EU für herausragenden Forschernachwuchs. Bei der Projektauswahl zählt für die Gutachter nur ein Kriterium: die wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller und ihrer Projektvorschläge.
PD Dr. Kirsten Mahlke vom Fachbereich Literaturwissenschaft der Universität Konstanz gehört zu den Gewinnerinnen. Für ihr Projekt Narratives of Terror and Disappearance. Fantastic Dimensions of Argentina's Collective Memory since the Military Dictatorship erhält sie eine Fördersumme von 1,2 Mio €. Fünf Jahre wird sie mit ihrer Forschungsgruppe das Thema unter literarischen, ethnologischen und historischen Aspekten untersuchen und dabei auch vor Ort in Argentinien arbeiten.
"Das ERC Grant ermöglicht mir in einer denkbar großzügigen Weise, ein Forscherteam zusammenzustellen, mit dem zusammen ich die vielfältigen Effekte untersuchen möchte, die die "Desaparecidos" (Verschwundenen der argentinischen. Militärdiktatur) auf Erzählformen seit 1976 haben - vom Zeugenbericht bis zum Roman, von der Anklageschrift bis zur street performance", so Kirsten Mahlke. Die große Frage über der Forschungsarbeit sei, wo die Grenzen zwischen fantastischer Fiktion und Wahrnehmung historischer Realität liegen, wenn man die Kategorie der Fantastik auf die Verschwundenen beziehe, die ja per definitionem weder tot noch lebendig - also geisterhaft - seien. Bis heute wurden von den 30.000 Verschwundenen nur die wenigsten Einzelfälle juristisch aufgeklärt.
Durch die interdisziplinäre Arbeit mit Ethnologen und Historikern eröffnet sich für Kirsten Mahlke die Möglichkeit, soziale, historische und literarische Dimensionen miteinander kommunizieren zu lassen. "Allein hätte ich das Projekt, das sehr viel neues Material heben und bearbeiten möchte und dadurch sehr zeitaufwändig ist, nicht durchführen können. Für ein geisteswissenschaftliches Projekt sind das Budget und der Zeitrahmen überdurchschnittlich hoch bemessen. Dies ermöglicht mir, qualifizierte Wissenschaftler anwerben zu können, die intensiv an dem Thema arbeiten möchten" ist Dr. Mahlke überzeugt.
Kirsten Mahlke habilitierte 2008 in Konstanz mit der Arbeit Schwebezustände. Unbestimmtheit, Paradoxien und Spiel in argentinischer Literatur und Quantentheorie und ist Vertretungsprofessorin für Romanische Literaturen am Fachbereich Literaturwissenschaft. Sie ist Alumna des Zukunftskollegs der Universität Konstanz, das als Einrichtung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein wesentlicher Bestandteil des Zukunftskonzepts der Universität Konstanz ist.
Mehr Informationen zum European Research Council und zum ERC Starting Grant unter: http://erc.europa.eu
Kontakt:
Dr. Ursula Herold-Schmidt
Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer
Zukunftskolleg
Universität Konstanz
E-Mail: ursula.herold-schmidt@uni-konstanz.de
URL: http://www.uni-konstanz.de/zukunftskolleg
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Sprache / Literatur
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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