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31.07.2009 09:09

Mähdrescher zur Erntezeit: Die Gefahr lauert auf der Landstraße

Michael Brauns Pressestelle
Universität der Bundeswehr München

    In der Erntezeit des Spätsommers gehören überbreite Mähdrescher in den ländlichen Gebieten zum alltäglichen Straßenbild. Durch ihre ungewohnten Ausmaße sind sie jedoch für andere Verkehrsteilnehmer oft eine Gefahrenquelle. Der Verkehrspsychologe Prof. Berthold Färber von der Universität der Bundeswehr München untersuchte in einer Studie, im Auftrag des Bayerischen Innenministeriums, bessere Kennzeichnungsmöglichkeiten.

    In einer ersten Studie fuhren 32 Personen im realen Straßenverkehr Begegnungs- und Überholmanöver mit einem überbreiten Mähdrescher. Die Fahrten fanden bei Helligkeit, in der Dämmerung sowie in der Dunkelheit statt. Dabei fand der Verkehrspsychologe Prof. Berthold Färber von der Universität der Bundeswehr München heraus, dass die Mähdrescher zwar durch ihre Rundumleuchten in der Annäherungsphase als Hindernis gut zu erkennen sind, das die Begegnungsfahrt jedoch eine brenzlige Situation darstellt. "Zum einen, weil die Fahrzeugbreite durch die Position der Frontscheinwerfer schwer einzuschätzen ist und zum zweiten, weil durch die Scheinwerfer des Mähdreschers der Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeuges geblendet wird", erklärt Prof. Färber. Bei Überholmanövern wird oft die Länge des Mähdreschers (inklusive Mähwerk bis zu 18 Meter) unterschätzt, zudem sei die Breite schlecht sichtbar und die Kontur des Fahrzeuges unklar.

    Konturen kennzeichnen erhöht Sicherheit
    Auf der Basis wahrnehmungs-psychologischer und verkehrswissenschaftlicher Grundlagen erarbeitete Prof. Färber Gestaltungsrichtlinien, die in ihrem Zusammenwirken eine Teilnahme von überbreiten landwirtschaftlichen Fahrzeugen am Straßenverkehr ohne größere Gefährdung auch ohne Begleitfahrzeuge ermöglichen. Dazu sollten auf dem Fahrzeug vorne mindestens zwei und hinten mindestens eine gelbe Rundumleuchte (120 Doppelblitze pro Minute) angebracht sein. Um die Fahrzeugbreite von vorn besser sichtbar zu machen, wird im Frontbereich ein Schild empfohlen, das mit Positionslampen und Reflektorbändern gekennzeichnet ist. Es signalisiert "Gefahr" und dient gleichzeitig als Unterfahrschutz, wenn es entsprechend weit abgesenkt ist. "Die Konturen des Mähdreschers können durch rot-weiße Warntafeln und gelbe Leuchtstreifen an allen Seiten und am Schneidwerk rechts und links markiert werden", rät Prof. Färber. "Links oben können zur Beleuchtung des Rads und der Straße neben dem Mähdrescher Scheinwerfer angebracht werden. So könnten entgegenkommende Fahrzeuge die Restbreite beim Passieren besser einschätzen. Dies würde die Sicherheit erheblich erhöhen", ergänzt Prof. Färber.

    Vorschläge im Straßenverkehr erfolgreich erprobt
    Alle Vorschläge wurden auf einer Versuchsstrecke unter realen Verkehrs-bedingungen in der Helligkeit, Dämmerung sowie in der Dunkelheit erprobt und von Experten für Verkehrssicherheit bewertet. Die Vertreter der Universität der Bundeswehr München, Prof. Färber sowie Prof. Michael Popp sowie Experten des Bayerischen Staatsministeriums des Innern und des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie waren sich einig, das die vorgeschlagenen Verbesserungen die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen. Die Forschungsergebnisse von Prof. Färber sind bereits in der Praxis umgesetzt. Mähdrescher müssen in Bayern künftig entsprechend der Vorschläge von Prof. Färber gekennzeichnet sein. Auch andere Bundesländer erwägen diese Regelungen zu übernehmen.

    Weitere Informationen erhalten Sie bei:
    Michael Brauns
    Pressesprecher
    Tel.: 089/6004-2004
    E-Mail: michael.brauns@unibw.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Verkehr / Transport
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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