idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
13.08.2009 12:29

Erste Hilfe für die Brookbäke: Bach erfolgreich wiederbelebt

Franz-Georg Elpers Pressestelle
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

    DBU-Projekt steht vor Abschluss - Gewässer bietet erneut Lebensraum für Flora und Fauna

    Hude. Die Kimmer Brookbäke ist ein typischer norddeutscher Tieflandbach. Eigentlich, denn wie er sich schnurgerade durch das Ackerland zieht, ähnelt er mehr einem Kanal als einem natürlichen, frisch sprudelnden Gewässer. "Der Grund des Bachs wurde künstlich vertieft und sein Verlauf durch Betonhalbschalen in die gewünschte Richtung gelenkt. Dadurch hat sich nicht nur die Wasserqualität verschlechtert, auch vielen Tier- und Pflanzenarten wurde der Lebensraum genommen", erklärt der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Dr. Fritz Brickwedde. Um die Brookbäke ihrem natürlichen Zustand wieder anzunähern, hat die Naturschutzstiftung Landkreis Oldenburg in den vergangenen fünf Jahren verschiedene modellhafte Maßnahmen durchgeführt, die die DBU mit 340.000 Euro förderte. Die Ergebnisse wurden heute in Anwesenheit des niedersächsischen Umweltministers und DBU-Kuratoriumsmitglieds Hans-Heinrich Sander sowie des DBU-Generalsekretärs präsentiert.

    "Mit der Renaturierung der Kimmer Bookbäke haben wir ein Modell geschaffen, das für viele andere kleine Fließgewässer im nordwestdeutschen Tiefland, aber auch für andere Regionen als Vorbild dienen kann", sagt Brickwedde anlässlich des Projektabschlusses. Zu den Maßnahmen habe unter anderem gehört, den Gewässerverlauf wieder naturnäher zu gestalten. Dazu seien so genannte Mäander - typische Flußbiegungen - angelegt worden. Zudem habe man in die Gewässersohle Kies, Totholz und Störsteine eingetragen, um die Eigendynamik des Bachs zurück zu gewinnen. Die Ufer der Brookbäke säumten nun wieder standorttypische Auengehölze. Ein bis zu den angrenzenden bewirtschafteten Äckern eingerichteter Randstreifen ermögliche natürliche Überschwemmungen. "Durch die Maßnahmen hat sich die Gewässerqualität deutlich verbessert, und der Bach bietet Flora und Fauna wieder einen Lebensraum", schildert Brickwedde. So könnten zum Beispiel Kleinfischarten wie die Bachforelle, Schmerle und Elritze die Brookbäke wieder als Laichgewässer nutzen.
    "Die Renaturierung kommt besonders dem äußerst wertvollen Waldnaturschutzgebiet Hasbruch zugute, das der Bach durchfließt", betont der DBU-Generalsekretär. Aber auch auf den Hochwasserschutz wirke sich das Projekt positiv aus. "Indem Gewässer wie die Brookbäke stark kanalisiert werden, können bei starkem Regen große Wassermassen schnell abtransportiert werden", erklärt Dr. Volker Wachendörfer, DBU-Experte für Naturschutz. "Dort, wo dann zahlreiche kleine Bäche in die Flüsse münden, entstehen so Hochwasserwellen. Diese können abgeschwächt werden, wenn das Wasser durch natürliche Bachlandschaften länger in der Fläche gehalten wird."

    Begleitet wurde das Projekt durch eine intensive Erfolgskontrolle. Dabei habe die Naturschutzstiftung Landkreis Oldenburg etwa untersucht, wie sich die Maßnahmen auf den Grundwasserpegel auswirken. Damit sei sichergestellt worden, dass an die Brookbäke angrenzende Ackerflächen nicht zu feucht werden. "So wurde nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Nationalen Naturerbes geleistet, auch Naturschutz und Landwirtschaft wurden in Einklang gebracht", freut sich Brickwedde.


    Weitere Informationen:

    http://www.dbu.de/123artikel29092_335.html


    Bilder

    Tummeln sich wieder in dem renaturierten Gewässer: Bachforellen, Schmerlen und Elritzen.
    Tummeln sich wieder in dem renaturierten Gewässer: Bachforellen, Schmerlen und Elritzen.
    Quelle: © Foto: Ewald Tewes


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).