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31.08.2009 14:34

Pilotstudie zur Herzgesundheit von Bundestagsabgeordneten

Beatrix Polgar-Stüwe Pressearbeit
Rheinische Fachhochschule Köln

    Ergebnisse einer Pilotstudie mit Bundestagsabgeordneten werden auf 7. Rheinischen Gesundheitswirtschaftskongress am 30. September 2009 in Köln vorgestellt
    Das Fazit: Abgeordnete verhalten sich gesundheitsbewusst.

    Das Credo ist einfach: "Jeder sollte sein Risiko kennen". Je genauer die Kenntnis sind über die jeweiligen Risikofaktoren, die zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können, desto eher sind Patienten bereit, ihr Verhalten zu ändern. Das auch in Arztpraxen einsetzbare Computerprogramm "Carrisma" ermittelt anhand von mehreren medizinischen Parametern, Vorerkrankungen und weiteren wichtigen Faktoren der Lebensweise das persönliche Risiko, an einer Herzkreislauf-Krankheit erkranken zu können. Berücksichtigt werden: Bewegung, Übergewicht und Zigarettenkonsum - also veränderbare Größen. Das Carrisma-System stellt somit ein wichtiges Instrument dar, die Prävention zu optimieren.

    Analog zum Motto des Weltherztages 2008 "Know your risk" lud ein Expertenteam im September 2008 die Abgeordneten des Deutschen Bundestages vor das Reichstagsgebäude in ein Zelt zu einer umfassenden Untersuchung des persönlichen Infarktrisikos mit Hilfe des Carrisma-Programms ein. Initiiert wurde die Aktion von den Mitgliedern der Projektgruppe "Prävention" der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Prof. Dr. Helmut Gohlke, Prof. Dr. Heinz Völler und dem Kölner Kardiologen Dr. Detlef B. Gysan, vom kardiologischen Rehabilitationszentrum AmKaRe in Köln-Poll/Porz.

    Etwa 250 Parlamentarier folgten der Einladung und ließen sich vom Team aus acht Ärzten und 14 Arzthelferinnen checken. Untersucht wurden unter anderem der Blutdruck und die Blutfettwerte. Die Politiker wurden auch ausführlich nach ihren persönlichen Risikofaktoren und schädigenden Einflüssen wie Nikotinkonsum, aber auch nach ihrem Aktivitäts- und Ernährungsverhalten, befragt. Mithilfe des Computerprogramms ließ sich direkt am Bildschirm das Risiko für künftige Herz-Kreislauferkrankungen in Zahlen darstellen. Das Programm gibt jedem Getesteten Anregungen, wie die individuelle gesundheitliche Situation verbessert werden kann.

    Dass die deutschen Abgeordneten im Durchschnitt ein geringeres Infarktrisiko haben als der Bevölkerungs-Schnitt ist eines der Ergebnisse dieser Pilotstudie, die am 30. September auf dem 7. Rheinischen Kongress für Gesundheitswirtschaft in Köln detaillierter vorgestellt wird. Das gute Abschneiden der Bundestagsabgeordneten läge vor allem daran, dass sie, verglichen mit dem Bevölkerungsdurchschnitt, weniger oder gar nicht Rauchen, wobei die persönlichen Risikofaktoren der weiblichen Abgeordneten etwas höher einschätzt wurden, erklärt Dr. Detlef B. Gysan. Der Kölner Kardiologe ist sicher, dass es sich gelohnt hat, den Politikern ihr persönliches Risiko veranschaulicht zu haben.

    Von nicht geringerer Bedeutung aber war bei dieser Studie die Sensibilisierung der Politiker für das Thema Prävention. "Wir brauchen ein Präventionsgesetz", betont Dr. Detlef B. Gysan. Eine Risikostratifikation wie sie mit dem Carrisma-Programm möglich sei, könne theoretisch jeder praktische Arzt anbieten. Allerdings so Gysan, werden präventive Maßnahmen nicht immer von den Krankenkassen bezahlt. Hier sei die Politik gefordert, zumal Deutschland im internationalen Vergleich als "Hochrisikoland" zu gelten habe, betont der Kardiologe.

    Ein Vorbild für erfolgreiche Präventivmedizin sei etwa das finnische "Karelien-Projekt". Mit Hilfe der Präventivmaßnahmen des 1972 gestarteten Nord-Karelien-Projektes konnte innerhalb von 25 Jahren die Sterberate von Männern im arbeitsfähigen Alter in Nord-Karelien um 82 Prozent, die der gesamten Bevölkerung um 50 Prozent gesenkt werden.

    70 Fachbesucher können sich am 30. September und 1. Oktober 2009 in Köln stattfindenden 7. Rheinischen Kongress für Gesundheitswirtschaft "Gemeinsam die Zukunft gestalten" einem individuellen Herzinfarkt-Risikocheck kostenlos unterziehen. Der Kongress bietet die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die aktuellen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Themen des gesamten Gesundheitswesens zu informieren. Ziel der hochrangig besetzten Veranstaltung, die Vorträge und Diskussionsrunden sowie 21 nebeneinander stattfindende Sessions mit insgesamt mehr als 80 Referenten umfasst, ist der interprofessionelle Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Der Fortbildungskongress wird von der Rheinischen Fachhochschule Köln und dem Institut für Medizin-Ökonomie & Medizinische Versorgungsforschung veranstaltet. Anmeldungen und weitere Informationen: http://www.rfh-gwk.de

    Beatrix Polgar-Stüwe
    Rheinische Fachhochschule Köln gGmbH
    Schaevenstraße 1 a/b
    50676 Köln
    Tel.: 0221/20 30 20
    Fax:0221/20 30-245
    www.rfh-koeln.de


    Weitere Informationen:

    http://www.rfh-gwk.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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