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02.09.2009 11:43

Wanderer zwischen den Welten

Dr. Juliane Schwoch Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit
Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) - Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte

    Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) präsentiert vom 10.9.2009 - 10.01.2010 die Sonderausstellung "Wanderer zwischen den Welten. Die germanischen Prunkgräber von Stráže und Zakrzów" im Kurfürstlichen Schloss Mainz.

    Die Ausstellung zeigt Fundstücke aus den besonders reich ausgestatteten Prunkgräbern von Stráže/Slowakei und Zakrzów/Polen, die in das 3. Jahrhundert n. Chr. datieren. Sie basiert auf dem Forschungsprojekt "Germanische Fürstengräber der Römischen Kaiserzeit im Spannungsfeld zwischen Römischem Reich und germanischem Umfeld" am RGZM.

    Prunkgräber germanischer Eliten waren seit der Mitte des 3. Jahrhunderts ein überregionales Phänomen; sie sind von Norwegen über Dänemark, Mitteldeutschland, Polen bis in die östliche Slowakei hinein bekannt. Diese Gräber zeigen weitgehend identische Ausstattungen, d.h. die Eliten stellten sich in gleicher Art und Weise dar und werden sich zu Lebzeiten als gleichrangige Personen erkannt haben. Es zeigt sich insgesamt eine enorm weite und anscheinend auch enge Vernetzung der germanischen Eliten.
    Das auffälligste Merkmal dieser Prunkgräber ist die Beigabe römischer Güter, zumeist Gefäße aus Metall und Glas, aber auch Gürtel, Münzen, Silberlöffel. Der kontinuierliche Zugang zu diesen Objekten setzte enge Beziehungen zum Römischen Reich voraus. Germanische Eliten waren mit ihrem Gefolge als Plünderer, aber auch als Verbündete des Reiches unterwegs, wo sie Einblicke in die effizienten römischen Strukturen, aber auch in die römische Kultur erhielten. Sie waren im wahrsten Sinne des Wortes "Wanderer zwischen den Welten". Von großer Bedeutung in diesem Beziehungsgeflecht war die römische Diplomatie, die barbarische Eliten stützen aber auch stürzen konnte. Ohne römisches Reich keine germanischen Prunkgräber!

    Die Zusammenarbeit mit den neuen EU-Mitgliedstaaten Polen und Slowakische Republik bot hierbei einmalige Möglichkeiten, Entwicklungen im östlichen Barbaricum detailliert zu analysieren, denn noch vor 20 Jahren wäre eine Ausleihe und Untersuchung der beiden Fundkomplexe im RGZM unmöglich gewesen. Die fruchtbare Zusammenarbeit hat neben wissenschaftlichen Ergebnissen auch eine dringend notwendige Restaurierung einzelner Objekte mit sich gebracht, so dass einige der Glas- und Bronzegefäße buchstäblich vor dem Verfall bewahrt und für die Zukunft gesichert werden konnten.

    Öffnungszeiten
    Dienstag-Sonntag 10-18 Uhr
    Montag geschlossen
    Eintritt in die Sonderausstellung frei

    Führungen
    Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat, 12 Uhr
    Preis: 2€, ermäßigt 1€
    Führungen für Gruppen nach Anmeldung
    Termine für Abend- und Spezialführungen auf Anfrage und unter service@rgzm.de

    Informationen
    Römisch-Germanisches Zentralmuseum
    Tel.: 06131/9124-0
    E-Mail: service@rgzm.de,
    Homepage: www.rgzm.de

    Presseinformationen
    Mag. Dominik Kimmel
    Dr. des. Juliane Schwoch
    Römisch-Germanisches Zentralmuseum
    Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
    Ernst-Ludwig Platz 2
    D-55116 Mainz
    kimmel@rgzm.de
    schwoch@rgzm.de

    Das Buch zur Ausstellung
    Zur Ausstellung erscheint im Verlag des RGZM das Begleitbuch Dieter Quast, "Wanderer zwischen den Welten". Die germanischen Prunkgräber von Stráže und Zakrzów". Mosaiksteine 6 (2009).
    Bestellen unter: www.rgzm.de


    Weitere Informationen:

    http://www.rgzm.de


    Bilder

    Fibel aus Krakovany-Stráže, Eigentum des Balneologické Múzeum Piešt'any
    Fibel aus Krakovany-Stráže, Eigentum des Balneologické Múzeum Piešt'any
    Quelle: Foto: Volker Iserhardt


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Kunst / Design
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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