idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
15.09.2009 14:21

Gefäßversorgung des Tumors modulieren: Eine neue Strategie der Krebsbekämpfung

Dr. Julia Rautenstrauch Geschäftsstelle
Deutsche Gesellschaft für Immunologie

    Lebensbedrohliche Tumoren gedeihen durch das unkontrollierte Wachstum von Blutgefäßen, die gleichzeitig den Eintritt von Immunzellen in den Tumor erfolgreich abwehren. Eine Normalisierung oder Aktivierung dieser Blutgefässe, gepaart mit speziellen Immunstrategien gegen den Tumor, ist ein vielversprechender neuer Ansatz zur Krebsbehandlung, den Prof. Dr. Ruth Ganss, Western Australian Institute for Medical Research, Perth, beim 2nd European Congress of Immunology ECI 2009 in Berlin präsentiert.

    Bisher konzentrierte sich das Forschungsinteresse vor allem darauf, Tumorgefäße zu zerstören. Man weiß, dass nach Zerstörung der Gefäße die Tumoren langsamer wachsen. Ganss beschreitet einen ganz neuen Weg. Ihr Ziel ist die Entwicklung einer Kombinationstherapie, bei der Immunzellen aktiviert und gleichzeitig die Tumorgefäße so verändert werden, dass die Immunzellen in den Tumor eintreten und ihn dann zerstören können.

    "Unser Labor hat verschiedene Wege gefunden, um mit der so genannten Angiogenese, dem unkontrollierten Wachstum neuer Blutgefäße im Tumor, interferieren zu können", sagt Ganss. Die Wissenschaftler haben beispielsweise ein Master-Gen beschrieben, das in den Blutgefäßen innerhalb eines Tumors eine zentrale Rolle spielt. Durch Entfernung dieses Gens bei Mäusen war es möglich, den Prozess der Angiogenese umzukehren, so dass die Tumorgefäße anschließend normal erschienen. "Das Besondere dabei war, dass diese Normalisierung das Tumormilieu in einer Weise verändert, die den Eintritt von Immunzellen wieder ermöglicht", betont Ganss. In Versuchen an Mäusen resultierte dies in einer Tumorzerstörung und dramatisch verbesserten Überlebensraten der Tiere.

    Darüber hinaus machten sich die Wissenschaftler besondere Charakteristika der abnormen Tumorgefäße zunutze, um gezielt Entzündungsfaktoren in den Tumor einzuschleusen. Diese Faktoren verändern und aktivieren die Tumorgefäße in einer Weise, dass Immunzellen die vorhandenen Barrieren durchbrechen und in den Tumor hineingelangen, um dort ihr zerstörerisches Werk wirksam verrichten zu können.

    EFIS (European Federation of Immunological Societies) ist der Dachverband der nationalen immunologischen Fachgesellschaften in Europa. Zu EFIS zählen 28 nationale Fachgesellschaften in 31 europäischen Ländern mit insgesamt 13.000 Mitgliedern. Gemeinsame Plattform ist der European Congress of Immunology, der all drei Jahre stattfindet - in diesem Jahr unter dem Motto: "Immunity for Life - Immunology for Health" vom 13. bis 16. September in Berlin. Der Kongress bietet über vier Tage ein umfassendes Programm zum aktuellen Wissensstand in der Immunologie. Das Themenspektrum in den mehr als 30 Symposien und 60 Workshops reicht von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Immunologie. Im Mittelpunkt stehen die Erkenntnisse zur angeborenen und erworbenen Immunität, die verschiedenen Aspekte immunologischer Erkrankungen sowie die neuesten Möglichkeiten von Immun-Interventionen. Kongresspräsident Professor Reinhold E. Schmidt, Klinik für Immunologie und Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover, lädt Journalisten sehr herzlich dazu ein.

    Ansprechpartner für Rückfragen:

    Prof. Dr. Ruth Ganss

    Research Professor
    Western Australian Institute for Medical Research
    Level 5, MRF Building Rear, 50 Murray St
    Perth WA 6000
    Australia
    Ph: +61-8-9224 0354
    Fax: +61-8-9224 0322
    E-mail: ganss@waimr.uwa.edu.au

    Prof. Dr. med. Reinhold E. Schmidt

    Klinik für Immunologie und Rheumatologie
    Medizinische Hochschule Hannover
    Carl-Neuberg-Str. 1
    30625 Hannover
    Tel.: +49-511-532-6656
    Fax: +49-511-532-9067
    E-Mail: immunologie@mh-hannover.de
    Internet: www.mh-hannover.de/kir.html

    Dr. med. Julia Rautenstrauch
    Pressereferentin ECI 2009 Berlin

    MedCongress GmbH
    Geschäftsführer:
    Dr. Julia Rautenstrauch, Hans-Joachim Erbel
    Postfach 70 01 49
    70571 Stuttgart
    Tel: +49 711 72 07 12 0
    Fax: +49 711 72 07 12-29
    Gerichtsstand: Amtsgericht Stuttgart HRB 22288
    jr@medcongress.de
    www.medcongress.de


    Weitere Informationen:

    http://www.eci-berlin2009.com


    Bilder

    Anhang
    attachment icon Prof. Ruth Ganss, Perth

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).