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Kassel. Seit 20 Jahren ist das Patentinformationszentrum in Kassel (PIZ) wichtiger Ansprechpartner für Unternehmen, Gründer und Erfinder. Das PIZ, das seit 2004 zu UniKasselTransfer gehört, wird künftig privatrechtlich organisiert und zum 1. Januar 2010 in die GINo mbH eingegliedert.
Das teilte Universitätspräsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep anlässlich der Feier zum 20-jährigen Bestehen des PIZ mit. "Das PIZ ist ein unverzichtbarer Partner bei den Patent- bzw. Markenüberwachungen sowie den Recherchen zum Stand der Technik", so Postlep weiter. Da das PIZ überwiegend Dienstleitungen für Unternehmen und Einzelerfinder und nur zu einem geringen Anteil für die Universität erbringe, sei es mit Blick auf Flexibilität und Kundenakzeptanz sinnvoll, das PIZ in die GINo Gesellschaft für Innovation Nordhessen mbH einzubringen. "Mit dem Übergang der PIZ in GINo ist eine konsequente Transfer-Struktur aus der Universität in ihre Wirtschaftsregion aufgebaut. Schließlich sollen Bereiche, die im Markt agieren, auch privat-rechtlich organisiert werden, wie es z.B. auch für die Weiterbildung über UNIKIMS GmbH gelte", so der Universitätspräsident.
Die Gesellschaft für Innovation Nordhessen mbH (GINo) ist eine 2002 von der Universität gemeinsam mit der B. Braun Melsungen AG gegründete privatrechtliche Verwertungsgesellschaft für Erfindungen und Patente aus der Hochschule. "GINo ist der wichtigste Partner für die wirtschaftliche Umsetzung von Forschungsergebnissen aus der Universität in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen", betont Postlep.
Die große Leistung des PIZ und die strategische Entwicklung der Transferstruktur in Nordhessen lobte Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch: "Das Patentinformationszentrum hat sich sehr positiv entwickelt, ebenso wie die Hochschule selbst. Für Wissenschaftler der Universität Kassel, aber auch vor allem für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region ist die systematische Auswertung von Patentinformationen sehr wichtig." Die Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sei auch daran ablesbar, dass das Land Hessen die Förderung der beiden hessischen PIZ in Kassel und Darmstadt übernommen habe, nachdem die 100-prozentige Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums eingestellt wurde, so Posch. "Es steht außer Frage: Das Patentinformationszentrum hilft Unternehmen in ihrem Bemühen, den Wettbewerbsvorsprung im Innovationsprozess auszubauen. Mit der GINo haben Sie in Nordhessen ein Paradebeispiel für eine gelungene Private-Public-Partnership-Organisationsform entwickelt." Ausdrücklich begrüßte der hessische Wirtschaftsminister, dass die Universität Kassel sich ihrer tragenden Rolle im Innovationssystem der Region Nordhessen so bewusst sei und einen bedarfsgerechten Ausbau ihrer Transferorganisationen, wo auch das PIZ dazu gehört, vornehme. "Die Universität Kassel denkt und handelt von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung. Sie unternimmt vielfältige Anstrengungen im Bereich des Wissens- und Technologietransfers als Grundvoraussetzung für Innovationen. Die Universität wird in diesem Prozess von der Landesregierung auch intensiv mit Landes- und EU-Mitteln gefördert, etwa dem 1. Fonds zur Veredelung und Verwertung von Patenten der staatlichen Hochschulen Hessens."
Geschäftsführerin ist seit der Gründung der GINo Dr. Heike Krömker, die in Personal-Union das PIZ leitet und beide Aufgaben auch künftig innehaben wird. "Das Geschäftsfeld der GINo mbH wird ab Januar 2010 um den Bereich der Patentinformation erweitert und verfügt dann über alle Informationen zu gewerblichen Schutzrechten", führt Dr. Krömker aus. Wie bisher werde die GINo die Beratung von Erfindern aus der Universität, die Unterstützung bei der Erfindungsmeldung, die Bewertung im Blick auf Patentfähigkeit und Verwertungschancen, die Ausarbeitung geeigneter Patentierungs- und Verwertungsstrategien, die Anmeldung von Schutzrechten in Kooperation mit Patentanwälten und schließlich um die Suche nach Lizenznehmern oder Produzenten fortführen, wie Dr. Krömker weiter erläuterte.
Die gegenwärtig unter dem Dach von UniKasselTransfer im Patentinformationszentrum vorhandenen Stellen werden nach dem Auslaufen der Verträge der gegenwärtigen Stelleninhaber/innen in die GINo mbH verlagert. Die Patentinformation bleibt räumlich mit dem UniKasselTransfer verbunden.
Das PIZ - Geschichte und Leistungsspektrum
Das PIZ wurde am 1. Oktober 1989 im Rahmen eines Förderprojekts des Bundeswirtschaftsministeriums als Patentinformationsstelle (ohne eigenen Schriftenbestand) als Einrichtung der Universitätsbibliothek gegründet. Seit 1995 ist es anerkanntes Patentinformationszentrum mit eigenem Schriftenbestand (DE-Patente seit 1877), seit 2004 Abteilung von UniKasselTransfer. Schon mit Gründung wurde das PIZ Kassel als regionaler Partner des Deutschen Patent- und Markenamtes anerkannt und darf sich seit 2005 "offizieller Kooperationspartner des Deutschen Patent- und Markenamtes" nennen. Bis 1994 wurde das PIZ vollständig durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert und seit 1995 zu Teilen aus Mitteln des Landes Hessen, der Industrie- und Handelskammer Kassel, des Fördervereins Patentinformation für den Mittelstand e.V. und der Universität Kassel. Überwiegend finanziert sich das PIZ aus Eigeneinnahmen.
Die Auftragszahlen stiegen von Beginn an stetig von 129 Rechercheaufträgen im Jahr 1990 auf fast 1300 Aufträge im Jahr 2000. Nach Einbruch der Rechercheaufträge durch die steigenden kostenfreien Angebote von Patentliteratur und -datenbanken im Internet pendelten sich in den letzten Jahren die Recherchenaufträge auf ca. 700 bis 800 ein. Den größten Teil der Aufträge machen Patent- bzw. Markenüberwachungen (ca. 45 Prozent) aus, dicht gefolgt von den Recherchen zum Stand der Technik.
Als Partner im SIGNO-Netzwerk Unternehmen (früher: INSTI) sowie der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Patentinformationszentren e.V. übernimmt das PIZ die Aufgabe, die Öffentlichkeit für Innovationen und den Innovationsprozess zu sensibilisieren.
Der Kundenkreis des PIZ besteht zum größten Teil aus Unternehmen (über 60 Prozent) aus der Region, gefolgt von Patentanwälten mit ca. einem Viertel. Hierbei sind die Mandanten meistens auch Unternehmen. In Deutschland gibt es insgesamt 23 Patentinformationszentren. Diese bilden ein Netzwerk als offizielle Partner des Deutschen Patent- und Markenamtes und bieten kompetente und schnelle Informationen zu gewerblichen Schutzrechten wie Patenten, Marken oder Geschmacksmustern, insbesondere für Unternehmen der Region, aber auch für Wissenschaftler. Das PIZ treibt auch eigene neue Produkte voran, zum Beispiel für das Patentliteraturmanagement im Unternehmen. Solche Produktentwicklungen finden in Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern statt. Eine weitere große strategische Bedeutung für Unternehmen hat die Patentüberwachung: Sie bietet eine gute Möglichkeit, schnell und umfassend über die neuesten Anmeldungen der Konkurrenz informiert zu werden.
Gutes Patentmanagement steigert Unternehmenserfolg
Wie wichtig Patentmanagement ist, unterstrich auch Prof. Dr. Holger Ernst, WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar in seinem Festvortrag: "Durch gutes Patentmanagement können Unternehmen ihren Unternehmenserfolg steigern."
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Info
Dr. Heike Krömker
tel: (0561) 804 3482
e-mail: kroemker@uni-kassel.de
UniKasselTransfer
Patentinformationszentrum
Gottschalkstr. 22
34109 Kassel
http://www.piz-kassel.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
regional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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