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13.10.2009 14:05

Abschiedskolloquium für Leiter des Instituts für Biologischen Pflanzenschutz am Julius Kühn-Institut Darmstadt

Dipl.-Biol. Stefanie Hahn Pressestelle
Julius Kühn-Institut

    JKI-Entomologe Dr. Jürg Huber bereitete den Weg für biologische Apfelwicklerbekämpfung mittels Granulo-Virus

    (Darmstadt) Mit einem zweitägigen wissenschaftlichen Kolloquium am Julius Kühn-Institut in Darmstadt wird der langjährige Leiter des Instituts für biologischen Pflanzenschutz, Direktor und Professor Dr. Jürg Huber am 13. und 14.10. in den Ruhestand verabschiedet. 19 Jahre leitete der aus der Schweiz stammende Entomologe das Darmstädter Fachinstitut der ehemaligen Biologischen Bundesanstalt für Land- Forstwirtschaft (BBA), die 2008 in Julius Kühn-Institut (JKI) umbenannt wurde.

    Direkt nach seiner Promotion an der ETH Zürich kam Huber 1973 nach Darmstadt, wo er zunächst das Labor für Virologie leitete. Sein Forschungsgebiet war der Einsatz natürlicher Insektenviren im Obstbau sowie die Risikoabschätzung bei ihrer Freisetzung. Er entwickelte Technologien, um die Viren in entsprechender Menge zu produzieren und testete Methoden, wie diese Viren in den Kulturen ausgebracht werden könnten.

    Der Schädling, der Dr. Huber durch sein wissenschaftliches Leben begleitete, war der Apfelwickler. Die Larvenstadien des Falters richten große Schäden in Apfelanlagen an. Zur biologischen Bekämpfung wird ein sogenanntes Granulo-Virus eingesetzt, das Kalifornische Forscher 1963 in vier toten Wickler-Larven aus einer mexikanischen Apfelplantage entdeckt hatten.

    Die Technische Hochschule Zürich hatte Ende der 1960er Jahre eine Probe dieses Virusstammes erhalten, den Huber dann in seiner Doktorarbeit erforschte. Schon damals ging er der Frage nach, ob und wie die Falter Resistenzen gegen ihren natürlichen Gegenspieler, das Virus, aufbauen. "Als ich 2005 von ersten resistenten Apfelwicklerstämmen in Deutschland hörte, hatte mich die Vergangenheit sprichwörtlich wieder eingeholt", so Dr. Huber (siehe BBA-Presseinfo 27.9.2007)

    In Freilandversuchen (ab 1974) hatten Huber und seine Kollegen nachgewiesen, dass man mit der Anwendung des Virus gleich gute Erfolge wie mit Insektizid-Spritzungen erzielt. Die Viren wirkten spezifisch auf den Apfelwickler, andere nützliche Insekten wurden geschont. Nachdem die Unbedenklichkeit des Verfahrens für Mensch und Umwelt überprüft worden war, trat das Apfelwickler-Granulovirus seinen Siegeszug im Obstbau an. Besonders im ökologischen Anbau ist es das Bekämpfungsverfahren der Wahl.

    1990 war Huber die Leitung des Darmstädter Instituts übertragen worden. Für seine Arbeiten zur biologischen Bekämpfung des Apfelwicklers wurde ihm 2005 die höchste Ehrung der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) zuteil. Er wurde auf der Tagung in Dresden mit der Karl-Escherich-Medaille ausgezeichnet.


    Weitere Informationen:

    http://www.jki.bund.de/cln_044/nn_1135930/DE/pressestelle/Presseinfos/2007/2709_... - PI zu Resistenz Apfelwickler


    Bilder

    Dr. Jürg Huber bei seiner Verabschiedung
    Dr. Jürg Huber bei seiner Verabschiedung
    Quelle: Foto: privat


    Anhang
    attachment icon Vortrags-Programm des Kolloquiums

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Personalia, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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