idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
20.10.2009 14:57

Sprachheilpädagogik - eine Pädagogik der Vielfalt?! Kongress an der PH Heidelberg

Dr. Birgitta Hohenester-Pongratz Kommunikationsstelle. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pädagogische Hochschule Heidelberg

    Sprachheilpädagogik - eine Pädagogik der Vielfalt?! Unter dieser Thematik fand an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg die diesjährige Konferenz der Professorinnen und Professoren sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sprachheilpädagogik deutschsprachiger Länder statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie zukünftig sprachliche Förderung für Menschen mit sprachlichen Beeinträchtigungen in den Bildungskontexten Kindergarten, Schule und Berufsschule Förderung so organisiert werden kann, dass diese Menschen in vollem Umfang an den Bildungsangeboten teilhaben können.

    An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wurde die praxisnahe Ausbildung der Sprachheilpädagogen kürzlich ausgebaut und verbessert: Prof. Dr. Christian Glück und Dr. Margit Berg haben eine sprachheilpädagogische Ambulanz für Kinder und Jugendliche mit Sprach- und Kommunikationsstörungen gegründet, die als therapeutische Einrichtung in die Forschung, Lehre und Weiterbildung der Pädagogischen Hochschule eingebunden ist. Derzeit laufende Forschungsprojekte beschäftigen sich u.a. mit spezifischen Aspekten der Grammatikförderung mehrsprachiger Kinder und mit den Möglichkeiten der technisch unterstützten Verbesserung der Sprechflüssigkeit bei stotternden Menschen (TURS).

    Dr. Karin Terfloth, Geistig- und Mehrfachbehindertenpädagogin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, unterstrich auf dem Kongress das Konzept einer sich verändernden Schule: Eine so genannte inklusive Schule nimmt alle Kinder ihres Einzugsbereiches auf, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, Religionszugehörigkeit oder vorliegender Behinderungen. Die damit verbundenen Veränderungen in der sonderpädagogischen Unterstützung wurden differenziert vom Ministerialreferenten für die Sonderschulen am Kultusministerium in Baden-Württemberg, Sönke Asmussen, angesprochen. Gerade für sprachbehinderte Kinder, die nur übergangsweise besondere Bildungseinrichtungen wie Schulkindergarten oder Sprachheilschule besuchen, stelle sich die Frage nach den ungünstigen Folgen einer nicht-inklusiven Beschulung nicht in so ausgeprägter Weise. Frühe und intensive Unterstützung bei Sprachbehinderungen könne nachweislich den Anteil von Kindern und Jugendlichen verringern, die später Lernschwierigkeiten haben und Schulabbrecher werden, so Asmussen mit Verweis auf Statistiken des Kultusministeriums und die PISA-Ergebnisse. So werden in Baden-Württemberg auch weiterhin Experten für die Organisation von Bildungsprozessen bei Kindern mit Sprachbehinderungen sowie für die Arbeit in sonderpädagogischen Beratungsstellen, Frühförderstellen, Kindergärten und Schulen dringend benötigt. Wie diese Arbeit empirisch im Rahmen der so genannten evi-denzbasierten Praxis abzusichern ist, dazu hat Prof. Dr. Jürgen Cholewa, der als Sprachwissenschaftler an der Hochschule lehrt, Anregungen vermittelt.
    Diskutiert wurden auch die bundesweiten Standards der Ausbildung dieser sonderpädagogischen Sprachexperten. Dabei wurde eine an die Arbeitsgruppe "Sonderpädagogik" des Kultusministeriums gerichtete Stellungnahme verfasst, die aktuellen Tendenzen einer Deprofessionalisierung durch Rücknahme fachspezifischer Studienanteile zugunsten nicht-spezifischer Anteile eine deutliche Absage erteilt.


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Pädagogik / Bildung, Sprache / Literatur
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).