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27.10.2009 13:18

Hanns-Langendorff-Forschungspreis für Tübinger Nachwuchswissenschaftler

Dr. Ellen Katz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Tübingen

    Dr. Mahmoud Toulany wurde am 23. Oktober in Freiburg mit dem Hanns-Langendorff-Forschungspreis für Strahlenbiologie und Experimentelle Radioonkologie 2009 ausgezeichnet. Toulany ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungssektion für Strahlenbiologie und Molekulare Umweltforschung an der Tübinger Universitätsklinik für Radioonkologie. Den mit 3000 Euro dotierten Preis erhielt der Biologe für seine strahlenbiologischen Grundlagenarbeiten zur Verbesserung der Strahlentherapie bei bestimmten Tumoren.

    Die Strahlentherapie ist heute neben der chirurgischen Entfernung von Tumoren die effektivste Behandlungsform mit sehr guten Heilungschancen bei unterschiedlichsten soliden Krebsarten. Speziell bei Tumoren des Kopf-Hals-Bereiches oder der Lunge gibt es jedoch einige Tumoruntergruppen, die im Vergleich zum Durchschnitt deutlich strahlenresistenter und damit durch den Strahlentherapeuten schwieriger zu behandeln sind. Mit diesen Tumoruntertypen und den Ursachen ihrer Strahlenresistenz befasst sich das Tübinger Forscherteam um Prof. Dr. H. Peter Rodemann, Leiter der Sektion für Strahlenbiologie und Molekulare Umweltforschung.
    Dr. Mahmoud Toulany (42), der bereits 2008 den Preis der Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung für Nachwuchswissenschaftler erhalten hat, fand dabei heraus, dass die Strahlenresistenz dieser Tumoren durch ein abnormal vermehrtes Auftreten eines Zelloberflächenrezeptors, des sogenannten Epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR), verursacht wird. Durch ihn wird in der Tumorzelle eine Abwehrreaktion gegen die Strahlentherapie ausgelöst, die dadurch ihre zellschädigende und das Erbgut zerstörende Wirkung auf die Tumorzelle verliert. "Bestimmte Substanzen, sogenannte EGFR-Inhibitoren, können nun diese Wirkung des EGFR in der Strahlenreaktion ausschalten. Die Tumorzellen sind nicht mehr in der Lage, die durch die Strahlentherapie verursachten Schäden zu reparieren und zu überleben, das heißt sie werden viel effektiver abgetötet", so Toulany. Die dafür verantwortlichen und in der Zelle ablaufenden molekularen Prozesse hat er zusammen mit Prof. Rodemann detailliert aufklären können. "Diese Erkenntnisse", erläuterte Prof. Rodemann, "ermöglichen nun Strategien für die Entwicklung einer tumor- und patientenspezifischen Strahlentherapie". Bevor diese Erkenntnisse Eingang in die klinische Routine finden können, werden die von Toulany an Zellkulturen erhobenen Befunde in Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Dresden mit tierexperimentellen Tumormodellen überprüft.

    Hanns Langendorff
    Der deutscher Radiologe und Biologe Hanns Langendorff (1901-1974) gelangte durch seine grundlegenden Arbeiten zur biologischen Wirkung von Röntgenstrahlung zu internationalem Ruf und gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftler im Bereich der Strahlenbiologie und Strahlentherapie.

    Ansprechpartner für nähere Informationen:

    Universitätsklinikum Tübingen
    Sektion für Strahlenbiologie und Molekulare Umweltforschung
    Prof. Dr. H. Peter Rodemann, Leiter der Sektion
    Röntgenweg 11, 72076 Tübingen
    Tel. 07071/29-8 59 62 Fax 07071/29-59 00
    E-Mail hans-peter.rodemann@uni-tuebingen.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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