idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
29.10.2009 15:55

Wissenschaftler aus Ilmenau und Hannover ermöglichen Schwerhörigen bessere Hörqualität

Bettina Wegner Pressestelle
Technische Universität Ilmenau

Forschungen von Wissenschaftlern der Technischen Universität Ilmenau und der Medizinischen Hochschule Hannover ermöglichen Schwerhörigen eine erheblich bessere Hörqualität. Gemeinsam mit Unternehmen aus Großburgwedel bei Hannover und Lederhose in Thüringen entwickeln sie einen neuartigen Knochenleitungshörer, der Schwerhörigen ein wesentlich besseres und angenehmeres Hören ermöglichen soll.

Für ihre Forschungsarbeiten wurden der Leiter des Fachgebietes Mechatronik der TU Ilmenau, Prof. Thomas Sattel, und sein Partner von der Medizinischen Hochschule Hannover, Prof. Martin Ptok, mit dem ersten Preis des diesjährigen "Innovationswettbewerbs Medizintechnik 2009" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet. Die Preisträger des seit 1999 jährlich ausgelobten Wettbewerbs wurden heute (29.10.2009) während des "Innovationsforums Medizintechnik" in Berlin bekannt gegeben. Mehr als 100 Bewerber hatten sich mit ihren Ideen einer internationalen Jury gestellt.

Derzeit gebräuchliche Hörgeräte kann man mit einer kleinen Stereoanlage, bestehend aus Mikrofon, Verstärker und Lautsprecher, vergleichen. Sie erreichen bisher jedoch nicht einmal die Klangqualität preiswerter HiFi-Lautsprecher. Für schwerhörige Menschen bedeutet dies, dass sie trotz Hörgerät weiterhin "wie durch Watte" hören und daher Gesprächen oftmals nicht folgen können. Viele Schwerhörige verzichten deshalb ganz auf ein Hörgerät.

Der neuartige ringförmige Knochenleitungshörer wird dagegen dem Gehörgang des Patienten individuell angepasst und darin eingesetzt. Statt indirekt über die Luft wird der Schall über den Ring direkt auf den Knochen des Gehörgangs übertragen. So soll der Verstärkungsbereich - insbesondere für Sprache - gegenüber bisherigen Geräten deutlich größer werden. Anders als bei herkömmlichen Knochenleitungshörern ist eine Operation zum Einsetzen des "Rings im Ohr" nicht erforderlich.

Die Wissenschaftler der TU Ilmenau arbeiten im Rahmen des Projektes an der Aktorik des Knochenleitungs-Hörers (u. a. Aktorform, -bauweise, effektive Schallabgabe an die Gehörgangswand, akustische Eigenschaften des Aktors im Ohr). Konstruiert wird der Aktor gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen. Die Untersuchungen mit den Labormustern an Patienten werden von der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt.

Das Preisgeld des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von 400.000 Euro soll nun dafür eingesetzt werden, die Arbeiten an dem neuen Knochenleitungshörer zu forcieren. In Ilmenau können damit eine Mitarbeiterstelle und eine Stelle für eine wissenschaftliche Hilfskraft für jeweils drei Jahre finanziert werden.


Bilder

Professor Thomas Sattel, TU Ilmenau
Professor Thomas Sattel, TU Ilmenau


Ergänzung vom 06.11.2009

Für ihre Forschungsarbeiten wurden der Leiter des Fachgebietes Mechatronik der TU Ilmenau, Prof. Thomas Sattel, und sein Partner von der Medizinischen Hochschule Hannover, Prof. Martin Ptok, mit dem "Innovationspreis Medizintechnik 2009" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet.


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Maschinenbau, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch


 

Hilfe

Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
Verknüpfungen

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

Klammern

Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

Wortgruppen

Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

Auswahlkriterien

Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).