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06.11.2009 15:35

Stiftungswesen und Studium in vergangenen Jahrhunderten

Michael Seifert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Ausstellung zur Geschichte der Martinsstiftung "Martinianum" im Bonatzbau

    Am Donnerstag, dem 12. November, wird in der Wandelhalle des Bonatzbaus der Universitätsbibliothek um 18.15 Uhr die Ausstellung "Ain ewig Stipendium - 500 Jahre Martinianum in Tübingen" des Universitätsarchivs eröffnet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit bis zum Dreißigjährigen Krieg, wobei den Besucher überraschende Einblicke in den damaligen Studienalltag erwarten. Die Ausstellung ist bis zum 8. Januar 2010 zu sehen. Konzipiert und erarbeitet hat sie die Gothaer Historikerin Gudrun Emberger.

    Das "Martinianum" wurde 1509 von dem Stuttgarter Stiftsherrn Dr. Georg Hartsesser (um 1445-1518) und dem Tübinger Stiftskirchenpfarrer Dr. Martin Plantsch (um 1460-1533) als "Collegium Sanctorum Georgii et Martini" gestiftet, um armen Studenten ein von Unterhaltssorgen freies Studium zu ermöglichen. Es war die bedeutendste der einst zahlreichen Tübinger Stipendienstiftungen und besteht unter dem Namen Martin-Ficklersche Stiftung in veränderter Form noch heute.

    1683 bezog die Stiftung, die bis dahin einen Gebäudekomplex gegenüber dem heutigen Wilhelmsstift nutzte, einen großzügigen Neubau in unmittelbarer Nähe der Stiftskirche. Dieser "Neue Bau" im alten Universitätsquartier an der Münzgasse wird seit 1977 vom Tübinger Studentenwerk wieder als Wohnheim genutzt, in dessen Eingangshalle das Grabmal von Martin Plantsch zu sehen ist.

    Bis 1923, als die Martinsstiftung den eigenen Wohnheimbetrieb einstellen musste, hatte sie über 2000 Studenten gefördert, darunter etwa den Theologen und Universitätskanzler Jakob Beuerlin (1520-1561). Sogar in die Literaturgeschichte ging der Neue Bau ein, als sich hier im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts um den Medizinstudenten Justinus Kerner (1786-1862) die Keimzelle der Schwäbischen Romantik bildete.

    Nachdem zwei Weltkriege mit Inflation und Währungsreform von den alten Universitätsstiftungen nur noch kümmerliche Reste übrig ließen, hat das Stiftungswesen neuerdings wieder Konjunktur. Auch das ist ein Grund für das Universitätsarchiv, an das Martinianum und seine Stifter zu erinnern.

    Kontakt:
    Dr. Michael Wischnath
    Universitätsarchiv Tübingen
    Wilhelmstraße 32
    72074 Tübingen
    Tel. 0 70 71/29-7 25 82
    Fax 0 70 71/29-57 26
    E-Mail uat@uni-tuebingen.de
    http://www.uni-tuebingen.de/UAT/

    EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT TÜBINGEN
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit · Michael Seifert
    Wilhelmstr. 5 · 72074 Tübingen
    Tel.: 0 70 71 · 29 · 7 67 89 · Fax: 0 70 71 · 29 · 5566
    E-Mail: presse1@verwaltung.uni-tuebingen.de
    Wir bitten um Zusendung von Belegexemplaren!


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Religion
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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