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Mikroplasmen haben ein enormes Potenzial für technologische Anwendungen, zum Beispiel in der Halbleitertechnologie und Biomedizin. Wie sie jedoch entstehen, ist immer noch nicht genau erforscht. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum und der Bilkent Universität, Ankara (Türkei) gehen den Mikroplasmen jetzt mit einer ultraschnellen "Kamera" auf den Grund. Ziel der Kooperation ist, wie in einem Film die Entstehung des Plasmas mit allerhöchster Zeitauflösung zu dokumentieren. Die Fakultät für Physik und Astronomie der RUB und die Bilkent Universität unterzeichneten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.
Bochum, 12.11.2009
Nr. 367
Wie ein Plasma entsteht
Ultraschnelle Kamera filmt Mikroplasmen
RUB und Bilkent Universität Ankara kooperieren in der Forschung
Mikroplasmen haben ein enormes Potenzial für technologische Anwendungen, zum Beispiel in der Halbleitertechnologie und Biomedizin. Ihr Vorteil gegenüber anderen Plasmen ist, dass sie kein Vakuum benötigen und bei Atmosphärendruck brennen. Wie sie jedoch entstehen, ist immer noch nicht genau erforscht. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum und der Bilkent Universität, Ankara (Türkei) gehen den Mikroplasmen jetzt mit einer ultraschnellen "Kamera" auf den Grund. Ziel der Kooperation ist, wie in einem Film die Entstehung des Plasmas mit allerhöchster Zeitauflösung zu dokumentieren. Die Fakultät für Physik und Astronomie der RUB und die Bilkent Universität unterzeichneten am vergangenen Montag in Ankara eine entsprechende Kooperationsvereinbarung, die auch gemeinsame Lehrveranstaltungen und Tagungen sowie den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern umfasst.
Und so geht's: Ein Bild pro billiardstel Teil einer Sekunde
Möglich macht das ehrgeizige Forschungsvorhaben eine der modernsten Femtosekunden-Laseranlage der Welt, entwickelt an der Bilkent Universität. Laser-Impulse, die gerade mal eine Billiardstelsekunde kurz sind, setzen die Forscher mit Hilfe des Know-hows aus Bochum als "Kamera" ein, um die Entstehung des Plasmas bis ins kleinste Detail zu dokumentieren. Zugleich lassen sich die Laserimpulse nutzen, um das Plasma zu initiieren bzw. zu "entfachen", so die Hoffnung der Wissenschaftler. Langfristiges Ziel ist, ein Verfahren zu entwickeln, um die Mikroplasmen als so genannte kalte Plasmen nicht nur vollständig zu verstehen, sondern sie auch durch die Laserimpulse kontrollieren zu können. "Gelingt uns das, sind zahlreiche neue Anwendungen in der Elektro- und Biotechnologie denkbar", sagt Prof. Dr. Jörg Winter, der die Zusammenarbeit mit den türkischen Partnern an der Ruhr-Universität koordiniert.
Internationale Spitzenposition der RUB
In der internationalen Mikroplasma-Forschung nimmt die Ruhr-Universität Bochum eine Spitzenposition ein. Speziell Mikroplasmen sind ein zentrales Thema des fachübergreifenden Research Departments "Plasmas with Complex Interactions" auf dem Campus und der DFG-Forschergruppe "Physics of Microplasmas" (FOR 1123), deren Sprecher Prof. Jörg Winter jeweils ist. Für die Universität Bilkent ist Prof. F. Ömer Ilday Koordinator der türkisch-deutschen Kooperation. Das "Memorandum of Understanding" hat zunächst eine Laufzeit von sechs Jahren und kann bei Erfolg verlängert werden.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Jörg Winter, Anwendungsorientierte Plasmaphysik, Fakultät für Physik und Astronomie der RUB, Tel. 0234/32-23693, E-Mail: joerg.winter@rub.de
Dr. Marc Böke, Anwendungsorientierte Plasmaphysik, Fakultät für Physik und Astronomie der RUB, Tel. 0234/32-27595, E-Mail: marc.boeke@rub.de
Redaktion: Jens Wylkop
Prof. F. Ömer Ilday, Prof. Jörg Winter, Prof. Abdullah Atalar, Dr. Marc Böke (v. l.) unterzeichneten ...
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Energie, Physik / Astronomie
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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