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20.11.2009 09:56

TU Ilmenau setzt Rap Music zur Lokalisierung von Herzrhythmusstörungen ein

Bettina Wegner Pressestelle
Technische Universität Ilmenau

    Eine neue medizintechnische Methode der Technischen Universität Ilmenau erlaubt es, Herzrhythmusstörungen frühzeitig und auf nicht-invasivem Weg, also ohne operativen Eingriff, aufzuspüren. Wissenschaftlern des Instituts für Biomedizinische Technik und Informatik gelang es, fokale, das heißt punktuelle Herzaktivität auf neuartige Weise zu orten.

    Bei der neuen Methode wird Rap Music eingesetzt. Die sogenannte Rekursiv-Angewandte und Projizierte Multiple Signal Klassifikation (Englisch: "RAP MUSIC") ist ein in der Wissenschaft weitläufig genutztes Verfahren zur Lokalisation von Quellen. Um Patienten schwerwiegende medizinische Eingriffe zu ersparen, kann damit Gehirnaktivität simuliert werden. Die Ilmenauer Wissenschaftler setzen das RAP-MUSIC-Verfahren in Kombination mit dem Elektrokardiogramm (EKG) und der Elektrokardiotomographie (EKT) ein.

    Zum ersten Mal überhaupt verwendeten die Forscher für das neue Verfahren ein sogenanntes heterogenes Torsophantom, einen künstlichen Körper mit künstlichen Lungen, Brustbein und Muskeln, um die vom schlagenden Herzen erzeugten elektrischen Felder zu messen.

    Den Forschern gelang es also nicht nur, einen völlig neuartigen Weg zur Ortung von Herzrhythmusstörungen einzuschlagen. Erstmals wurde zudem das Torsophantom zur Bestätigung eines neuen mathematischen Ansatzes zur Lokalisation von Signalquellen im menschlichen Körper unter nahezu realistischen Messbedingungen verwendet. Die Messungen für die Studie wurden im Biomagnetischen Zentrum Jena durchgeführt und an der Technischen Universität Ilmenau ausgewertet. Die Friedrich Schiller Universität Jena war ebenso an den Forschungsarbeiten beteiligt wie die US-amerikanische Harvard Medical School und die Eastern Washington University.

    Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Physics in Medicine and Biology" veröffentlicht. Seither werden die Ergebnisse in der wissenschaftlichen Community breit diskutiert, etwa im renommierten internationalen Medizintechnikportal www.medicalphysicsweb.com. Der Leiter des Instituts für Biomedizinische Technik und Informatik der TU Ilmenau, Prof. Jens Haueisen, zur Tragweite der neuen Verfahren: "Ich freue mich sehr, dass unser Artikel ein so gutes Echo in der Fachwelt findet. Für Herzpatienten ist die neue Methodik ein wichtiger Schritt zur belastungsfreien Bestimmung von Herzrhythmusstörungen."

    Die wachsende Bedeutung des Instituts zeigt auch die Berufung des Bad Berkaer Chirurgen und Oberarztes Dr. Eckehard Knoth zum Honorarprofessor. Prof. Knoth zur Philosophie der Biomedizinischen Technik an der TU Ilmenau: "Moderne Kardiologie und Herzchirurgie sind beispielhaft für ingenieurtechnische Leistungen, mit denen die Lebensqualität von schwer Erkrankten verbessert oder diese gar vor dem Tod bewahrt werden können. Technik wie künstliche Herzschrittmacher, Herzklappenprothesen, mechanische Herzpumpen, elektrische oder neuerlich auch magnetische Signalanalysen, biochemische Infarktbotenstoffe usw. brauchen aber vor allem als Ärzte und Medizintechniker mitfühlende Menschen. In Ilmenau heißt das: Nicht nur am Herzen, sondern auch mit dem Herzen für die Patienten arbeiten und forschen."


    Bilder

    Künstlicher Körper: das Torsophantom
    Künstlicher Körper: das Torsophantom

    Professor Jens Haueisen
    Professor Jens Haueisen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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