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Wissenschaft
RUB-Experte fordert mehr Unterstützung für die Forschung
Internationales und nationales Engagement ist nötig
Täglich sterben rund 800 Kinder an den Folgen von AIDS. In Deutschland sind ca. 400 bis 500 Kinder HIV-positiv. Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Krankheit anders als bei Erwachsenen, daher brauchen sie eine spezielle Therapie und Betreuung. Auch die HIV-Forschung müsse sich speziellen Fragestellungen widmen, fordern Experten: "Wir brauchen dringend mehr Unterstützung für die HIV/AIDS-Forschung, -Dokumentation und -Behandlung von Kindern!", sagt Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer (Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum),
Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS. Diese Forderung wird von der Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft Aids (PAAD) unterstützt.
Auch nationales Engagement ist wichtig
Mit der richtigen Therapie und Vorsorge bei der Geburt kann das Risiko der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind minimiert werden. Doch gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern fehlt es häufig an den notwendigen Medikamenten und dem Wissen um Infektionswege. Ohne medizinische Versorgung stirbt jedes zweite infizierte Kind vor seinem zweiten Geburtstag. Nicht nur im pädiatrischen Bereich fehlt es an Mitteln für die Forschung, Dokumentation und Behandlung von HIV - insgesamt wird in Deutschland, verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern oder den USA, deutlich weniger Geld für den Kampf gegen HIV/AIDS ausgegeben. Internationale Hilfsprojekte, auch für Kinder, werden von der Bundesregierung unterstützt. So sind z.B. in der Ukraine das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert, auch im Rahmen eines über das Internationale Büro des Bundesforschungsministeriums (BMBF) geförderten Projektes des Kompetenznetzes HIV/AIDS ist Deutschland aktiv. "Dieses Engagement ist wichtig, allerdings wäre eine günstigere Beeinflussung der Situation zu HIV/AIDS in der Ukraine über die Etablierung von längerfristig angesetzten und geförderten Projekten wünschenswert", so Prof. Brockmeyer. "Allerdings wäre dies nicht nur auf internationaler Ebene notwendig, sondern auch durch Stärkung der HIV-Forschung in Deutschland, mit dem Ziel einer optimierten therapeutischen Versorgung von Kindern, die weltweit Kindern zugutekommen würde."
Deutsche Forschung birgt Potential für weltweite Hilfe
Im Kompetenznetz HIV/AIDS werden in Zusammenarbeit mit der Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft Aids (PAAD) Daten zum Verlauf der HIV-Infektion bei Kindern gesammelt und ausgewertet - die Basis für die Weiterentwicklung von kindgerechten Medikamenten und Therapien. Diese Kinderkohorte wird von der Firma Abbott unterstützt. Auch die Dokumentation im Rahmen der Schwangeren-Kohorte zur optimalen Versorgung ungeborener Kinder wurde im Kompetenznetz gestartet, obgleich die Mittel knapp sind. "Diese Dokumentations- und Forschungsarbeit kann nicht in den von der AIDS-Epidemie heimgesuchten Entwicklungsländern geleistet werden, denn dort fehlt es an ausreichend ausgestatteten medizinischen Zentren. Deutschland muss seiner Pflicht gegenüber den von HIV besonders betroffenen Ländern nachkommen und sich gegen die Ausbreitung von HIV bei Kindern stark machen", sagt Prof. Brockmeyer. "Beim weltweiten Kampf gegen AIDS wurden Kinder zu lange vergessen." Zwei Millionen Kinder weltweit leben mit HIV, und jedes habe ein Recht auf eine kindgerechte Behandlung. Die PAAD und das Kompetenznetz HIV/AIDS fordern die Bundesregierung daher auf, die Unterstützung für die HIV-Forschung in Deutschland in Bezug auf Kinder auszuweiten - als essenzieller Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands für die Welt.
Informationen im Internet
Zahlen laut Unicef Deutschland: http://www.unicef.de/6059.html (13.11.09).
Zahlen laut HIV&More: http://www.hivandmore.de/archiv/2008-sonder/HIVSoA2008_Baumann.shtml (13.11.09).
Weitere Informationen
Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS, Direktor Forschung und Lehre, Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234-509 3471, 74, E-Mail: n.brockmeyer@derma.de
Dr. Christoph Königs, PD Dr. Ulrich Baumann, Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft Aids (PAAD), E-Mail: ckoenigs@zki.uni-frankfurt.de, Baumann.Ulrich@mh-hannover.de
http://www.kompetenznetz-hiv.de
http://www.kinder-aids.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional
Wissenschaftspolitik
Deutsch

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