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04.10.2010 12:31

neuroRAD 2010: Demenz immer mit bildgebender Diagnostik abklären

Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    neuroRAD – 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie
    7. bis 9. Oktober 2010, Gürzenich Köln, Martinstraße 29-37, 50667 Köln

    Demenz immer mit bildgebender Diagnostik abklären
    Viele zugrundeliegende Erkrankungen sind behandelbar

    Köln – Nicht jede Demenz ist Folge einer unheilbaren Alzheimererkrankung. Immer häufiger entdecken Neuroradiologen in der Computer- oder Magnetresonanztomographie eine behandelbare Ursache für den Verfall der Hirnfunktion.

    Diese Untersuchungen sollten deshalb bei jedem Demenzkranken wenigstens einmal durchgeführt werden, fordert die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) im Vorfeld der neuroRAD 2010. Die 45. Jahrestagung der DGNR findet vom 7. bis zum 9. Oktober 2010 in Köln statt. Neurodegenerative Erkrankungen sind ein Themenschwerpunkt des Kongresses.

    Vor allem die Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich bei der Diagnosestellung von degenerativen Hirnerkrankungen als wertvoll erwiesen. Die Geräte sind in den letzten Jahren immer leistungsstärker geworden. „Viele Kliniken verfügen bereits über Hochfeldgeräte mit Magnetfeldern von 3 Tesla. Einige Forschungszentren arbeiten mit Ultrahochfeldsystemen von 7 Tesla oder mehr”, berichtet Professor Dr. med. Olav Jansen, DGNR-Vizepräsident und Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

    Die modernen Geräte ermöglichen völlig neue Einblicke in das lebende Gehirn. Mit ihnen lassen sich heute Erkrankungen erkennen, die früher erst nach dem Tod durch die feingewebliche Untersuchung des Gehirns diagnostiziert werden konnten. Ein Beispiel hierfür ist die Amyloidangiopathie. Bei der Erkrankung setzen sich Eiweißfragmente, sogenannte Amyloide, an den Wänden der Blutgefäße ab.

    Ein Stau der Hirnflüssigkeit im Gehirn, auch Wasserkopf genannt, kann ebenfalls eine Demenz verursachen. Die Erkrankung lässt sich bereits mit einer Computertomografie (CT) leicht erkennen und kann durch eine Operation oftmals behoben werden. „Wir Neuroradiologen sind deshalb der Meinung, dass eine bildgebende Diagnostik des Gehirns bei jedem Patienten mit Demenz zumindest einmal durchgeführt werden sollte“, betont Jansen. Diese Ansicht werde mittlerweile auch von anderen Fachgesellschaften, etwa den Neurologen, geteilt.

    Mit modernen MRT-Geräten können Neuroradiologen auch die Entwicklung und das Fortschreiten von Hirnerkrankungen beobachten. Möglich wird dies nicht nur durch die Bestimmung von Eisenablagerungen bei der Alzheimererkrankung oder der Schüttellähmung Morbus Parkinson. „Neue Spektroskopietechniken oder die Bestimmung der Hirndurchblutung zeigen uns auch, wie stark der Hirnstoffwechsel durch die Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen wurde“, erklärt Jansen. Auch dies mache deutlich, dass die MRT bei der Diagnose und der Erforschung degenerativer Hirnerkrankungen unverzichtbar sei.

    Umfassende Kongressinformationen sowie Fortbildungsbeiträge und Expertenpodcasts zu den Themen der 45. DGNR-Jahrestagung sind unter www.neurorad.de abrufbar.

    Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

    Terminhinweise:

    Kongress-Pressekonferenz
    Donnerstag, 7. Oktober 2010, 11.45 bis 12.45 Uhr
    Gürzenich Köln, Konferenzraum 3, Martinstraße 29-37, 50667 Köln

    Themen und Referenten:

    Tinnitus – ein Fall für den Neuroradiologen?
    Professor Dr. med. Erich Hofmann, Tagungspräsident neuroRAD 2010, Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Klinikum Fulda

    Computertomographie – Quo vadis?
    Professor Dr. med. Rüdiger von Kummer, Präsident der DGNR, Direktor der Abteilung Neuroradiologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Akute Schlaganfalltherapie: Mit Mikroabsaugern Hirngefäßverschlüsse vor Ort entfernen
    Professor Dr. med. Hartmut Brückmann, Direktor der Abteilung für Neuroradiologie, Klinikum der Universität München

    Neue Möglichkeiten der MRT-Diagnostik bei degenerativen Gehirnerkrankungen
    Prof. Dr. med. Olav Jansen, Vizepräsident der DGNR, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

    Dem Gehirn bei der Arbeit zusehen: Riechen Frauen anders als Männer?
    Prof. Dr. med. Martin Wiesmann, Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, Universitätsklinikum Aachen

    Kongress-Sitzung: „Neurodegenerative Erkrankungen“
    Freitag, 8. Oktober 2010, 9.00 bis 10.30 Uhr
    Gürzenich Köln, Großer Saal

    Kontakt für Journalisten:

    Pressestelle
    Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
    Silke Stark
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931-572
    Fax: 0711 8931-167
    stark@medizinkommunikation.org
    http://www.neurorad.de


    Weitere Informationen:

    http://www.neurorad.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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