idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
18.01.2011 19:33

Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr

Klaus P. Prem Presse - Öffentlichkeitsarbeit - Information
Universität Augsburg

    Studie des Augsburger Historikers Kristian Buchna über die Frühgeschichte der nordrhein-westfälischen FDP stößt auf breites Medieninteresse / Morgen auch Thema im WDR-Hörfunk

    Augsburg/KPP - Im November 2010 unter dem Titel "Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr" bei Oldenbourg erschienen, stößt eine neue Studie des Augsburger Historikers Kristian Buchna über die Frühgeschichte der nordrhein-westfälischen FDP auf anhaltend breites mediales Interesse. Nach dem ZDF und dem SPIEGEL setzt sich jetzt auch der WDR mit dem höchst umstrittenen Projekt der "Nationalen Sammlung" auseinander, dessen Geschichte von Buchna akribisch untersucht und in den ideengeschichtlichen Traditionen des deutschen Liberalismus verortet wird.

    Buchna analysiert auf knapp 250 Seiten das vom damaligen liberalen Landesvorsitzenden Friedrich Middelhauve vertretene Konzept einer "Nationalen Sammlung”. Hinter diesem Konzept verbarg sich das Ziel, unter Mithilfe ehemaliger Nationalsozialisten und Wehrmachtssoldaten einen dritten politischen Block rechts von CDU und SPD zu etablieren.

    Gefahr einer "Nazi-FDP"

    Der systematische Einsatz früherer Nationalsozialisten an Schaltstellen des FDP-Landesverbandes sowie die Zusammenarbeit mit einstmals ranghohen Vertretern aus dem Reichspropagandaministerium, dem Sicherheitsdienst oder der Waffen-SS beschworen nach Einschätzung von Bundespräsident Theodor Heuss gar die Gefahr einer “Nazi-FDP” herauf. Diese Gefahr konnte jedoch 1953 in Folge der sog. “Naumann-Affäre” gebannt werden, als rechtsextreme Aktivisten mit Kontakten zum Umfeld Middelhauves durch die britische Besatzungsmacht verhaftet wurden.

    "Unbewältigte Vergangenheit"

    Das ZDF-Politmagazin “frontal 21” berichtete bereits am 16. November 2010 unter dem Titel “Unbewältigte Vergangenheit. Die FDP und die Nazis” über die nationalsozialistischen Verstrickungen innerhalb der nordrhein-westfälischen FDP zu Beginn der 1950er Jahre. Neben Buchna kamen in der Sendung auch der Freiburger Historiker Prof. Dr. Ulrich Herbert sowie Hildegard Hamm-Brücher und der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum als liberale Zeitzeugen mit Interviewbeiträgen zu Wort.

    "Beklemmend"

    Im SPIEGEL erschien am 29. November 2010 ein Artikel von Klaus Wiegrefe, der sich ebenfalls mit Buchnas Studie und den dort zutage tretenden “skandalösen Verbindungen der Nachkriegs-Liberalen zu führenden Alt-Nazis” befasste. Das Ergebnis der Untersuchung wertete Wiegrefe als “beklemmend, zumal Buchna Linien bis in die jüngere Vergangenheit zieht.”

    Am 19. Januar ab 17.05 Uhr auf WDR 5

    Am morgigen Mittwoch nimmt sich auch der Westdeutsche Rundfunk des brisanten Themas an. Im WDR 5-Landesmagazin “Westblick” (17.05 bis 17.55 Uhr) steht unter dem Titel "NS-Untersuchung im Landtag? Linke fordern Aufarbeitung" ein Beitrag auf dem Programm, in dem auch Buchna Stellung nehmen wird.
    ___________________________

    Zum Autor:

    Kristian Buchna, 1983 in Hamburg geboren, absolvierte von 2002 bis 2006 ein Magisterstudium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und der Philosophie an der Universität Augsburg und absolvierte in dieser Zeit Praktika am Institut für Zeitgeschichte in München und am Deutschen Historischen Museum in Berlin. Er war 2005/06 und ist seit 2008 Stipendiat bzw. Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Seit 2010 ist Buchna wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg (Prof. Dr. Andreas Wirsching), an dem er seit 2007 bereits als wissenschaftliche Hilfskraft bzw. als Lehrbeauftragter tätig war.
    ___________________________

    Das Buch:

    Kristian Buchna: Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr. Friedrich Middelhauve und die nordrhein-westfälische FDP 1945-1953 (=Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 101), R. Oldenburg Verlag, München 2010, 248 S., broschiert, 24,80 Euro, ISBN 978-3-486-59802-5
    ___________________________

    Links zum Thema:

    • zur Studie:
    http://www.oldenbourg-verlag.de/wissenschaftsverlag/nationale-sammlung-rhein-und...

    • Frontal 21-Beitrag von Joachim Bartz, Reinhard Laska und Kay Meseberg:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1192232/FDP-Unbewaeltigte-Nazi-Verg...

    • SPIEGEL-Artikel von Klaus Wiegrefe:
    http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=75376539&aref=image045/2...

    • Ankündigung des WDR 5-Beitrags von Johannes Döbbelt:
    http://www.wdr5.de/sendungen/westblick/s/d/19.01.2011-17.05.html
    ___________________________

    Kontakt:

    Kristian Buchna
    c/o Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte
    Universität Augsburg
    86135 Augsburg
    Telefon 0821/5985927
    kristian.buchna@phil.uni-augsburg.de


    Bilder

    Kristian Buchna im Frontal 21-Beitrag vom 16. November 2010
    Kristian Buchna im Frontal 21-Beitrag vom 16. November 2010
    Screenshot: ZDFmediathek
    None


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Politik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).