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10.05.2012 14:41

Globaler Online-Atlas der Arten – Großprojekt „Map of Life“ geht an den Start

Sabine Wendler LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

    Wissenschaftler der Yale University haben heute erstmals die in Zusammenarbeit mit dem Biodiversität und Klima Forschungszentrum und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie weiteren Partnern entstehende „Map of Life“ vorgestellt. Das einzigartige Großprojekt bündelt Daten zur Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten und zeigt Weltkarten zu deren Vorkommen. Unter http://www.mappinglife.org kann sich jeder Internetnutzer anzeigen lassen, wo eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart zu finden ist. Die heute freigeschaltete Startversion enthält bereits 30.000 verschiedene Arten, darunter alle Säugetiere sowie alle Vögel, Amphibien, Reptilien und nordamerikanischen Fische.

    „Die neue „Map of Life“ macht greifbar, wie Lebewesen auf unserem Planeten verteilt sind“ so Walter Jetz, Professor an der Universität Yale und Leiter des Projekts. Er und Kollegen der University of Colorado und der Calgary Zoological Society stellen die neue Online-Weltkarte der Tier- und Pflanzenarten derzeit in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals „Trends in Ecology and Evolution“ vor.

    Online-Kartenwerk zu Tier- und Pflanzenarten
    Mit der „Map of Life“ können Nutzer auf einen beliebigen Punkt der Weltkarte klicken und sich eine Liste der Arten anzeigen lassen, die dort vorkommen. Die Plattform kann aber noch viel mehr: Wenn man den Artnamen eingibt, wird die weltweite Verbreitung der Art angezeigt. Diese Information ist in unterschiedlicher Darstellung verfügbar – entweder als allgemeine Verbreitungskarte, oder als Anzeige einzelner Fundpunkte, an denen die Art nachgewiesen wurde. Die den Karten zugrunde liegenden Daten stammen aus Museen, lokalen und regionalen Artenlisten sowie Expertenkarten durch Wissenschaftler und Amateure. Zielgruppe der „Map of Life“ sind die wissenschaftliche Gemeinschaft und Institutionen aus den Bereichen Naturschutz und Verwaltung, aber auch die interessierte Öffentlichkeit.

    „Weiße Flecken“ des Wissens und Arealdynamik werden sichtbar
    Die Startversion umfasst 30.000 Arten, doch das ist nur der Anfang. „Langfristig wollen wir Informationen über die Verbreitung aller bekannten Tier- und Pflanzenarten bündeln und visualisieren. Das wird uns zeigen, wie viel oder wie wenig wir über ihr Vorkommen überhaupt schon wissen“, so Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Neben der Sichtbarmachung und Mobilisierung vorhandenen Wissens und Aufdeckung „weißer Flecken“ kann das Portal aber auch genutzt werden, um abzubilden, wie Tier- und Pflanzenarten auf globale Veränderungen reagieren. Das würde die Abschätzung der für die Gesellschaft resultierenden Folgen erheblich erleichtern. Darüber hinaus lassen sich anhand der „Map of Life“ Hotspots der biologischen Vielfalt und der Bedrohung von Arten besser identifizieren. Damit lassen sich zum Beispiel im Naturschutz und -management leichter Prioritäten setzen.

    Infrastruktur zur Mobilisierung schlummernden Wissens
    Ähnlich wie bei Wikipedia handelt es sich bei der „Map of Life“ um eine Onlineplattform, die darauf ausgelegt ist, ständig erweitert zu werden. In den nächsten Entwicklungsschritten geht es daher darum, Mechanismen zu etablieren, mit denen akkreditierte Nutzer und Nutzerinnen fehlende und neue Informationen hinzufügen können. „Um mit der „Map of Life“ das Vorkommen von Arten weltweit möglichst genau abzubilden, müssen sich möglichst viele daran beteiligen. Die neue Infrastruktur bietet eine einzigartige Plattform zur internationalen Vernetzung, um das schon vorhandene Wissen über das Vorkommen von Arten bei Wissenschaftlern und Bürgern abzufragen und zu teilen. Auf diese Weise kann unser Wissen zur Verbreitung von biologischer Vielfalt ständig erweitert, verbessert und vor allem gebündelt werden“, so Böhning-Gaese und fährt fort „Wir erhoffen uns einen Schneeball-Effekt, mit dem Institutionen, Wissenschaftler und Amateure motiviert werden, Datenlücken Schritt-für-Schritt zu schließen“.

    Internationales Kollaborationsprojekt
    Möglich wurde das Großprojekt durch die Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher und naturschutzfachlicher Institutionen, darunter BiK-F und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Als europäischer Partner der „Map of Life“ war das Frankfurter BiK-F an der Forschung und Entwicklung der Infrastruktur beteiligt. Darüber hinaus wird in Frankfurt insbesondere an der Integration deutscher und europäischer Datensätze gearbeitet. Weitere renommierte Partner sind die Encyclopedia of Life, die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, die Global Biodiversity Information Facility, die National Science Foundation und die NASA.

    Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

    Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese
    LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)& Goethe-Universität Frankfurt
    Tel.069 7542 1890
    E-Mail: katrin.boehning-gaese@senckenberg.de

    oder

    Sabine Wendler
    LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Pressereferentin
    Tel.: 069 7542 1838
    E-Mail: sabine.wendler@senckenberg.de

    Weitere Pressebilder sind unter http://www.bik-f.de/root/index.php?page_id=152 verfügbar.
    _______________________________________
    LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main
    Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben. Mehr unter http://www.bik-f.de


    Bilder

    LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
    LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)

    Ansicht aus der „Map of Life“ - weltweites Vorkommen des Bienenfressers (Merops apiaster) mit seinen Brut- und Überwinterungsgebieten
    Ansicht aus der „Map of Life“ - weltweites Vorkommen des Bienenfressers (Merops apiaster) mit seinen ...
    Quelle: © Yale University , Daten von http://www.mappinglife.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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