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27.05.2002 15:11

Ehrenkolloquium für einen Pionier der Magdeburger Verfahrenstechnik

Waltraud Riess Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

    Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ehrt Prof. Dipl.-Ing. Dr.-Ing. h. c. Carl Justus Heckmann, langjähriger Wissenschaftler, Hochschullehrer und Ehrensenator der damaligen Technischen Hochschule Magdeburg, anlässlich seines 100. Geburtstages mit einem verfahrenstechnischen Kolloquium. Die Veranstaltung ist Teil der Otto-von-Guericke-Ehrung 2002 und findet am Freitag, dem 31. Mai 2002, 13.00 Uhr, im Fraunhofer-Institut Magdeburg, Sandtorstraße, statt. Professoren, ehemalige Studenten und Mitarbeiter wollen mit diesem Kolloquium das engagierte und unermüdliche Aufbauwerk von Carl Justus Heckmann als Hochschullehrer und Forscher auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik ehren.

    Sein Sohn, Dr. Michael Heckmann, erinnert in einem Vortrag "Kennen Sie CJH?" an seinen Vater und das von ihm weiter geführte traditionsreiche Familienunternehmen. Eine Ausstellung würdigt das Leben und Schaffen von Prof. Carl Justus Heckmann, die im Foyer des Fraunhofer-Institutes am Veranstaltungstag besichtigt werden kann.

    Carl Justus Heckmann wurde am 24. Mai 1902 in Duisburg geboren. Er studierte Maschinenbau und absolvierte Praktika in Paris, London, den USA und in Kanada. 1928 begann er in der Firma seines Vaters, der Maschinenfabrik Heckmann GmbH Breslau, zu arbeiten und übernahm nach 1945 einen nach Mitteldeutschland evakuierten Betriebsteil in Wurzen/Pirna.

    Heckmann begründete die wissenschaftliche Schule des chemischen Apparatebaus und erarbeitete ein Ausbildungsprofil für Verfahrenschemiker/Verfahrensingenieure. Vorbild für seine ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten waren vor allem Hausbrand, Hausen (Hannover), Kirschbaum (Karlsruhe) und Grassmann (Schweiz).

    1956 erhielt der 54-Jährige einen Lehrauftrag an der damaligen Hochschule für Schwermaschinenbau und legte die Grundlagen für den Aufbau der Verfahrenstechnik an der jungen Bildungseinrichtung. Er etablierte die Ausbildung von Verfahrenstechnikingenieuren als Diplom-Ingenieure für Chemisches Apparatewesen und Verfahrenstechnik. Auch heute wird die Ausbildung von Verfahrenstechnikern in ihrer Einheit von Prozess-, Apparate- und Anlagentechnik noch erfolgreich praktiziert und entsprechend den Industrieanforderungen weiter entwickelt.

    Im Jahre 1958 wurde Heckmann Direktor des Institutes für Chemisches Apparatewesen, das er aufbaute. Für ihn war das an der TU Karlsruhe bestehende Institut von Kirschbaum Vorbild. Kirschbaum war der erste Hochschullehrer auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik in Deutschland und sein Institut galt bis in die 50er Jahre als einzig vergleichbares. 1959 wurde Heckmann Professor mit vollem Lehrauftrag und 1964 zum Professor mit Lehrstuhl für Chemischen Apparatebau an die Technische Hochschule Magdeburg berufen. Der Praktiker und Wissenschaftler Heckmann betrieb seit 1960 ein umfangreiches Forschungsprogramm an der hiesigen Hochschule auf dem Gebiet des Kolonnenapparatebaus. Nach seiner Emeritierung 1967 begleitete er weiterhin Forschungsarbeiten zur Entwicklung und Standardisierung von Kolonnenbauten. Unter seiner Leitung wurden 242 Diplom-Ingenieure für Chemisches Apparatewesen ausgebildet und bis 1976 betreute der unermüdliche Wissenschaftler 26 Doktoranden. 1971 ehrte ihn die TU Budapest mit dem Dr.-Ing. h. c.

    Am 20. März 1992 verlieh ihm die damalige Technische Universität Magdeburg den Titel eines Ehrensenators. Mit zahlreichen Büchern, Monographien und Beiträgen in Fachzeitschriften des In- und Auslandes hat sich der Magdeburger Verfahrenstechniker in der internationalen Fachwelt einen Namen gemacht.
    Am 07. Oktober 1993 starb Professor Heckmann in Leipzig.

    Seine wissenschaftlichen Arbeiten setzte Professor Manfred Mittelstraß ( ) fort, und heute führen die Professoren Lothar Mörl an der Magdeburger Guericke-Universität und Klaus Hoppe in der Ingenieurkammer sie weiter.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Maschinenbau
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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