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18.09.2013 14:33

Schonende Holzernte auf sechs Füßen: TUD präsentiert neuartige Spezialmaschinen

Birgit Berg Pressestelle
Technische Universität Dresden

    Wissenschaftler der TU Dresden haben zwei Spezialmaschinen entwickelt, mit denen auch in eigentlich unbefahrbaren Waldgebieten eine mechanische Holzernte möglich ist, ohne den Waldboden stark zu schädigen. Erdacht und konstruiert wurden sie an der Professur für Forsttechnik unter der Leitung von Prof. Jörn Erler am Standort Tharandt. Am 1. und 2. Oktober werden der Portalharvester und der Flachlandseilkran bei den Thementagen des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Die Ideen stammen ursprünglich von Christian Knobloch, ehemaliger Maschinenbau-Student im Fach Technisches Design und nun Doktorand an der TU Dresden. Die technische Umsetzung erfolgte gemeinsam mit Industriepartnern.

    Die neue Technologie ist vor allem für nasse bis moorige Wälder in der Ebene ausgelegt. Sie sind für schwere Maschinen kaum befahrbar, zudem verursachen diese oft immense Schäden am Waldboden. Leichtere Maschinen, die mit den Gegebenheiten besser zurechtkommen, sind dafür weniger wirtschaftlich. Mit Hilfe der beiden neu entwickelten Maschinen der TUD-Wissenschaftler ist es künftig möglich, eine schonende, sichere und wirtschaftliche Holzernte auch in sensiblen Waldgebieten mechanisch durchzuführen. „Konzeptionell halten wir an der gängigen Zweiteilung der Prozesse fest“, sagt Prof. Jörn Erler. „Der Harvester fällt, entastet und schneidet das Holz zu. Dieses wird dann mit einer geeigneten Technik gerückt.“

    Der Portalharvester basiert auf einem völlig neuen patentierten Bewegungsprinzip. Er fährt nicht, er schreitet auf insgesamt sechs Beinen, verteilt auf zwei Standbasen. Die beiden Standbasen sind durch eine zehn Meter lange Überfahrbrücke verbunden, auf der sich der Oberwagen mit Kabine, Kran und Motor bewegen und eine rund 500 Quadratmeter große Fläche bearbeiten kann. Soll der Standort verlagert werden, zieht er die Brücke ein, schwenkt sie nach vorn und verlegt sie wieder neu. Die sechs Füße sind austauschbar und können so den unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten angepasst werden. Der Bodenkontakt beschränkt sich auf weniger als ein Prozent der bearbeiteten Waldfläche, was den Einsatz des Portalharvesters äußerst bodenschonend macht.

    Für das Rücken haben die Wissenschaftler das Prinzip des europäischen Seilkrans mit stehendem Tragseil weiterentwickelt. Der „Flachlandseilkran“ unterscheidet sich von bisher verwendeten Seilkränen dadurch, dass er unabhängig von natürlichen starken Bäumen arbeiten kann, also ohne Sattelbäume, Endbaum und sogar ganz ohne natürliche Anker auskommt. Das Tragseil wird zwischen dem Hauptmast auf dem Trägerfahrzeug und dem Endmast in fast 16 Metern Höhe gespannt. Darauf fährt der ebenfalls neu entwickelte Laufwagen, der das Holz so hoch hebt, dass ein Schleifen über den Waldboden vermieden wird. Dieses Verfahren ist nicht nur technisch effizienter, sondern auch ökologisch verträglicher als das konventionelle Schleiftragen.

    „Portalharvester und Flachlandseilkran können unabhängig voneinander eingesetzt werden“, erklärt Prof. Jörn Erler. „Ihre besondere Stärke entfalten die Maschinen aber gemeinsam.“ Bei den KWF-Thementagen werden die Neuentwicklungen den neugierigen und kritischen Fragen der Praxis ausgesetzt.

    Informationen für Journalisten
    Prof. Jörn Erler
    Institut für Forstnutzung und Forsttechnik
    Tel. 035203 38-31301
    erler@forst.tu-dresden.de


    Bilder

    Portalharvester
    Portalharvester
    TU Dresden
    None

    Flachlandseilkran
    Flachlandseilkran
    TU Dresden
    None


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Tier / Land / Forst
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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