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26.06.2014 15:13

„Cloud Computing“ in der Fabrik der Zukunft

Juliawunder Julia Wunderlich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule Ostwestfalen-Lippe

    Während in Brasilien der Kampf um den Weltmeistertitel spannend bleibt, steht der Sieger im „Cloud Computing“ bereits fest: Seit letzter Woche dürfen sich Lemgoer Forscher offiziell Weltmeister im Cloud-Computing nennen. Sie sind Gewinner des internationalen „Cloud Innovation World Cup“.

    Private Nutzer haben Cloud Computing („Rechnen in der Wolke“) längst für sich entdeckt: Software-Programme oder Daten werden auf Cloud-Dienste, also in die Internet-Wolke, ausgelagert. Der Vorteil: Die Daten werden nur ein einziges Mal auf Server geladen, der Nutzer kann sie fortan jederzeit und an jedem Ort abrufen.

    Das möchte sich auch die Industrie zunutze machen und das Lemgoer Forschungsinstitut inIT – Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL arbeitet an der Umsetzung. Für ihr Konzept einer „Automation Cloud“ sind die Forscher vom inIT kürzlich in London mit dem ersten Platz in der Kategorie „Industrie 4.0“ des „Cloud Innovation World Cup“ geehrt worden. Gegen mehrere hundert Konkurrenten konnten sich die Lemgoer im Wettbewerb durchsetzen. Feierlich übergeben wurde der Preis im Juni während des „Cloud World Forum“ in der Londoner Olympia Hall an Omid Givehchi, wissenschaftlicher Mitarbeiter am inIT. Weltmarktführer aus der IT-Branche, wie z. B. Intel oder Samsung unterstützen den Wettbewerb. Preisträger Givehchi und Institutsleiter Professor Jürgen Jasperneite freuen sich: „Der Preis zeigt die Wertschätzung, die unsere Arbeit erfährt und auch das steigende Interesse der IT-Branche für Cloud-Anwendungen im industriellen Umfeld“.

    Wenn es nach den Lemgoer Wissenschaftlern geht, wird die digitale Fabrik der Zukunft so aussehen: Wie bei dem aus der IT-Welt stammenden Cloud Computing sollen die Steuerungsprogramme und Software großer Produktionsanlagen nicht mehr auf einem festen Rechner installiert, sondern in das Internet ausgelagert werden. Steuerungsfunktionen, bisher durch Hardwarekomponenten direkt an den Maschinen und Anlagen angebracht, stehen dann in der „Automation Cloud“ virtuell zur Verfügung und können als Dienste abgerufen werden. Der Clou: Statt immer weiter Hardware zu installieren und Steuerungen zu programmieren, greift der Anwender auf die bereits programmierte Steuerung in der Cloud zurück. Das verspricht viele Vorteile bei der Inbetriebnahme oder Erweiterung von Maschinen, spart Speicherplatz, Zeit und Kosten. Was wird aus dem Datenschutz, wenn die Software ausgelagert ist? Professor Jasperneite gibt Entwarnung: „Um die Daten und Dienste zu schützen, ist diese Cloud nur innerhalb einer Fabrik zugänglich und nicht im Internet“.

    Über das inIT: Das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL in Lemgo ist eine der führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der industriellen Informationstechnik und beschäftigt derzeit mehr als 60 Mitarbeiter.

    Automatisierungs- und Informationstechnik sind die tragenden Säulen des Industriestandortes Deutschland. Das derzeit am häufigsten benutzte Schlagwort im Fachgebiet ist „Industrie 4.0“, verkürzt ausgedrückt, die Durchdringung der Produktionstechnik mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Hier setzen die Forschungsarbeiten des inIT an. Mit Hilfe der IKT-basierten Automation wird im inIT ein Beitrag geleistet, um die Fabrik der Zukunft wandlungsfähiger, ressourceneffizienter und benutzerfreundlicher zu machen.

    Das inIT ist eine der Forschungseinrichtungen im BMBF-Spitzencluster „Intelligente technische Systeme OstwestfalenLippe it's OWL". Geforscht wird unter dem Dach des CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT) auf dem Campus der Hochschule OWL in Lemgo. Das CIIT ist ein Ort, an dem voneinander unabhängige Unternehmen und Forschungseinrichtungen rund um das Thema Industrial IT beheimatet sind und darüber hinaus gemeinsame Forschungsprojekte bearbeiten.


    Weitere Informationen:

    http://www.init-owl.de - weitere Informationen zum inIT


    Bilder

    Strahlende Sieger: Institutsleiter Professor Jürgen Jasperneite (links) und Mitarbeiter Omid Givehchi (rechts) freuen sich gemeinsam über die Auszeichnung.
    Strahlende Sieger: Institutsleiter Professor Jürgen Jasperneite (links) und Mitarbeiter Omid Givehch ...
    Quelle: Foto: CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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