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Wissenschaft
Dr. Natallia Valasevich aus der Republik Belarus (Weissrussland) erhielt eines der begehrten Humboldt-Stipendien für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland. Die Pflanzenvirologin wählte für ihre wissenschaftlichen Fragestellungen das Julius Kühn-Institut (JKI) als renommierte Einrichtung aus. Seit Anfang März arbeitet sie nun für ein Jahr am JKI-Standort Dossenheim bei Heidelberg. Dr. Valasevich wird hier in der Arbeitsgruppe des Phytoplasma-Experten Dr. Bernd Schneider am JKI-Fachinstitut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau forschen. Ihr Forschungsstipendium möchte sie dafür nutzen Obstbaumkrankheiten zu charakterisieren, die durch zellwandfreie Bakterien, so genannte Phytoplasmen, verursacht werden. Sie ist vor allem daran interessiert, eine empfindliche und schnelle Nachweismethode für diese Erreger zu entwickeln. Dann können Quarantäneschadorganismen frühzeitig in infizierten Obstbäumen und in Vermehrungsmaterial identifiziert werden. Dr. Schneider freut sich auf den intensiven wissenschaftlichen Austausch und darauf, weitere dieser spezialisierten Bakterien genauer zu studieren.
Während ihrer Promotion forschte Dr. Valasevich ein Jahr in Schweden (Department of Plant Biology and Forest Genetics, Uppsala) und danach knapp ein Jahr an der Charakterisierung von Isolaten des Apfelmosaik-Virus aus Polen und Weißrussland am Research Institute of Horticulture in Polen (Skierniewice). In ihrer Heimat ist die Wissenschaftlerin am Department of Biotechnology, Institute for Fruit Growing in Samochvalovichi in Weißrussland beschäftigt.
Hintergrundinformationen
Phytoplasmen sind bakterielle zellwandfreie Krankheitserreger, die in den Siebröhren (Phloem) infizierter Pflanzen parasitieren und durch phloemsaugende Insekten übertragen werden. Derartige Krankheitserreger sind weltweit verbreitet und verursachen wirtschaftlich bedeutende Krankheiten an Kulturpflanzen. So in Deutschland zum Beispiel die Apfeltriebsucht, den Birnenverfall oder die Schwarzholzkrankheit an Reben.
Seite 2, Presseinfo JKI vom 23.3.2015: Humboldt-Stipendiatin aus Weißrussland am JKI
Phytoplasmen können bis heute nicht in vitro kultiviert werden. Die Arbeitsgruppe am JKI Standort Dossenheim befasst sich mit grundlagenorientierten und angewandten Themen der Phytoplasma-Forschung. Dazu gehören die Entwicklung von Diagnosemethoden, die molekulare Charakterisierung der Schaderreger sowie das Studium der Wirt-Pathogen Interaktion sowie Untersuchungen zu pflanzlichen Resistenzen.
Das Julius Kühn-Institut (JKI), auch Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, ist eine Forschungseinrichtung des Bundes und gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). An 10 Standorten (Hauptsitz Quedlinburg) beschäftigt das JKI ca. 1.200 Personen in 16 Fachinstituten und weiteren Einrichtungen.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Biologie, Tier / Land / Forst
überregional
wissenschaftliche Weiterbildung
Deutsch

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