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14.05.2003 09:56

Pfiffig gedacht statt kraftvoll gemacht

Dr. Barbara Laaser (Pressestelle) Hochschulkommunikation
Fachhochschule Gelsenkirchen

    An der Fachhochschulabteilung Bocholt entsteht eine automatische Fertigungsanlage für Stahl-Kunststoff-Sichtschutz-Zäune. Die Entwicklung erfolgt gemeinsam mit dem Bocholter Unternehmen Siwitech.

    Bocholt. Wer ein Stück Garten sein Eigen nennt, markiert den privaten Grünbereich gerne durch Hecken oder Zäune. Je nach Ausführung kann man da aber durchgucken und der Wind findet auch seine Schlupflöcher. Wer lieber geschützt und für sich sitzt oder unansehnliche Bereiche wie Mülltonnen-Stellplätze uneinsehbar machen will, sucht nach Lösungen, die gleichzeitig Sichtschutz und Windschutz bieten. Eine solche Lösung in Form eines Drahtgitterzauns mit eingewobenen Kunststoffbahnen bietet das Bocholter Unternehmen Siwitech an. Bisher erfolgt die Fertigung jedoch in kraftzehrender und zeitaufwendiger Handarbeit. Dabei werden die Kunststoffbahnen mäanderförmig durch die Gitter geschoben und gezogen. Mehr als eine Viertelstunde dauert es, um ein Standardelement mit rund sechs Quadratmetern Fläche zu flechten. "Zu viel, zu anstrengend, zu teuer, zu wenig für einen größeren Absatz", dachte sich Siwitech-Chef Ron Haltermann und wandte sich an das Mechatronik-Institut der Fachhochschulabteilung Bocholt.
    Gemeinsam mit dem Maschinenbauprofessor Dr. Antonio Nisch entstand ein Plan, wie das Zäuneflechten in drei Stufen verbessert werden sollte. Stufe eins verändert die maschinelle Grundausstattung zum Flechten und ist jetzt fast fertig. Kern der Lösungsidee sind zwei Rahmen mit vielen Rollen, die sich in unterschiedlichen Ebenen befinden. Exakt 4166 Rollen pro Standardelement lassen ein Feld von Zwangspfaden entstehen, die den seitlich zugeführten Kunststoffbahnen den Weg durch das Gitter weisen, wenn die Rahmen von beiden Seiten über den Drahtzaun zusammengeklappt werden. Ein wenig erinnert das an die Bahn des Schiffchens durch die Kettfäden des Webstuhls. Jetzt müssen die Arbeiter die Kunststoffbahnen beim Durchziehen nicht mehr um die Drähte herumbiegen, sondern können von einer Seite aus das Flechtwerk plan durchschieben. Das verdreifacht die Produktion und ermöglicht so kürzere Lieferzeiten für mehr Kunden. Auf diese Weise steigt die Produktivität und damit die Sicherheit der Arbeitsplätze. In der nächsten Ausbaustufe soll das Schieben ein Elektromotor übernehmen, sodass der Mensch dann nur noch die Rahmen und Bahnen zuführen muss, aber keine Flechtkraft mehr aufwendet. In der Endausbaustufe soll alles automatisiert sein, sodass die Arbeiter nur noch Rohteile anliefern und die fertigen Zaunelemente abtransportieren.
    Die Idee solcher Zäune ist längst gewerbeschutzrechtlich gesichert. Die maschinenbauliche Flecht-Lösung haben die Entwickler beim Innovationspreis Münsterland zum Wettbewerb angemeldet und sind für die Endrunde nominiert worden. Die Gewinner beim Innovationspreis werden am 21. Mai bekannt gegeben. Parallel nimmt die Vermarktung Gestalt an: Schon jetzt haben mögliche Großabnehmer aus München und Frankfurt Interesse angemeldet, sodass vielleicht bald schon die Zäune ihren Weg zu vielen Kunden finden, egal ob in Weiß, Blau, Braun, Schwarz oder Grün.

    Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
    Prof. Dr. Antonio Nisch, Bocholter Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (02871) 2155-934 oder 2155-902 (Dekanatssekretariat), Telefax (02871) 2155-935, E-Mail antonio.nisch@fh-gelsenkirchen.de


    Bilder

    Mit einer automatisierten Zaunflechtmaschine erleichtern Prof. Dr. Antonio Nisch (r.) und sein Mitarbeiter Andre Kubasch demnächst die Arbeit der Mitarbeiter der Bocholter Firma Siwitech. Foto: FHG/BL, Abdruck honorarfrei
    Mit einer automatisierten Zaunflechtmaschine erleichtern Prof. Dr. Antonio Nisch (r.) und sein Mitar ...

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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Maschinenbau
    regional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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