idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
12.12.2017 17:04

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

Christian Wißler Mediendienst Forschung
Universität Bayreuth

    Für ihre Forschungsarbeiten zu neuartigen Solarzell-Materialien ist die Bayreuther Physikerin Dr. Linn Leppert (31) mit dem Forschungspreis des DFG-Graduiertenkollegs „Fotophysik synthetischer und biologischer multichromophorer Systeme“ ausgezeichnet worden. Bei den Solarzell-Materialien handelt es sich um Hybrid-Halogenid-Perowskite, mit denen sich überraschend hohe Effizienzgrade bei der Umwandlung von Licht in Strom erzielen lassen. Um die elektronische Struktur und Dynamik dieser sehr komplexen Festkörper mit hoher Genauigkeit zu berechnen, nutzt die Bayreuther Wissenschaftlerin quantenmechanische Methoden der Dichtefunktionaltheorie und der Vielteilchenstörungstheorie.

    Von Berkeley zurück nach Bayreuth

    In seiner Laudatio betonte Prof. Dr. Christian Laforsch, Vizepräsident der Universität Bayreuth für den Bereich Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs, dass die Preisträgerin „ausgesprochen anspruchsvolle theoretische Methoden zur Klärung von Fragen mit unmittelbarem Anwendungsbezug und in großer Nähe zum Experiment zum Einsatz bringt.“ Große Teile ihrer Forschungsarbeiten hat sie nach ihrer Bayreuther Promotion als Postdoktorandin am Lawrence Berkeley National Laboratory in den USA durchgeführt. Hierfür erhielt sie ein Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung. Seit ihrer Rückkehr an die Universität Bayreuth leitet sie eine Projektgruppe im Sonderforschungsbereich 840 „Von partikulären Nanosystemen zur Mesotechnologie“. „Hier versuchen wir die elektronische Struktur schon bekannter Solarzell-Materialien zu verstehen und daraus Prinzipien für das Design neuer, energieeffizienter Materialien abzuleiten. Auch für diese interdisziplinären Arbeiten im Grenzbereich zwischen Physik und Chemie ist die Vielteilchenstörungstheorie unentbehrlich“, erklärt Dr. Linn Leppert.

    Von biologischen Systemen lernen

    Ab Januar 2018 wird sie an der Universität Bayreuth eine Nachwuchsgruppe im Elitenetzwerk Bayern (ENB) leiten. Hier stehen biologische Systeme im Vordergrund, die Photosynthese betreiben und dadurch chemische Energie aus Sonnenlicht gewinnen. Von besonderem Interesse sind Purpurbakterien. „Wir wissen schon viel darüber, wie es diesen Bakterien gelingt, die Lichtenergie durch Pigmentmoleküle aufzunehmen und in Reaktionszentren zu übertragen, wo die Photosynthese beginnt. Die meisten der bisherigen Berechnungen beruhen allerdings auf Modellvorstellungen, die der Komplexität der physikalischen Vorgänge nicht immer gerecht werden. Quantenmechanische Verfahren, mit denen sich die Anregungsenergien selbst in großen Pigmentmolekülen berechnen lassen, werden uns deutlich präzisere Erkenntnisse ermöglichen“, sagt die preisgekrönte Physikerin und ergänzt: „Auf dem Bayreuther Campus steht uns für diese umfangreichen Rechenleistungen eine sehr leistungsstarke IT-Infrastruktur zur Verfügung.“

    Sie ist zuversichtlich, dass die angestrebten Erkenntnisse zur Absorption und Verwertung von Lichtenergie in der Natur, sei es in Bakterien oder Pflanzen, die Entwicklung hocheffizienter Solarzell-Materialien beschleunigen können: „Diese Materialien werden sich möglicherweise durch Eigenschaften auszeichnen, die den heute noch verwendeten Solarzellen aus Silizium fehlen. Von natürlichen Systemen zu lernen, um künstliche Systeme für die Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien zu entwickeln, ist eine spannende Vision.“

    Foto von der Preisverleihung zum Download:
    http://www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse/pressemitteilungen/2017/151-Fo...

    Kontakt:

    Dr. Linn Leppert
    Physikalisches Institut
    Universität Bayreuth
    Universitätsstr. 30
    95447 Bayreuth
    Tel.: +49 (0)921 / 55-4461
    E-Mail: linn.leppert@uni-bayreuth.de
    www.leppert.physik.uni-bayreuth.de


    Bilder

    Dr. Linn Leppert, Universität Bayreuth. Der Bildschirm zeigt einen Ausschnitt eines Hybrid-Perowskits.
    Dr. Linn Leppert, Universität Bayreuth. Der Bildschirm zeigt einen Ausschnitt eines Hybrid-Perowskit ...
    Foto: Christian Wißler.
    None

    Schematische Darstellung zweier lichtabsorbierender Pigmente (Bakteriochlorophylle) in Purpurbakterien.
    Schematische Darstellung zweier lichtabsorbierender Pigmente (Bakteriochlorophylle) in Purpurbakteri ...
    Grafik: Linn Leppert.
    None


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Energie, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).