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13.10.1998 00:00

Zwei neue Studiengänge im Europäischen Recht

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg treibt seit Jahren eine Schwerpunktsetzung im Europarecht voran. Dieser Schwerpunkt wird nun zum Wintersemester 1998/99 durch die Aufnahme eines Aufbaustudiums und eines Begleitstudiums im Europäischen Recht weiter verstärkt.

    Der Aufbaustudiengang im Europäischen Recht, der den bisherigen, enger konzipierten Aufbaustudiengang Europäisches Wirtschaftsrecht ablöst, richtet sich an besonders qualifizierte Absolventen eines Hochschulstudiums der Rechtswissenschaften, der Wirtschaftswissenschaften oder eines vergleichbaren Studienganges des In- oder Auslandes. Das Lehrprogramm ist auf zwei Semester angelegt.

    Erfolgreichen Teilnehmern wird ein "Zertifikat über vertiefte Studien im Europäischen Recht" verliehen. Hieran kann sich auf der Grundlage einer Magisterarbeit und einer mündlichen Magisterprüfung der Erwerb des Grades des "Magisters des Europäischen Rechts" (LL.M. Eur.) anschließen. Bei entsprechender Fächerwahl kommt auch eine Schwerpunktbildung, zum Beispiel "Schwerpunkt Europäisches Wirtschaftsrecht", in Betracht.

    Ab dem Wintersemester 1998/99 können Studierende, die an der Universität Würzburg in den Fächern Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben sind, bereits während des Hauptfachstudiums an einem Begleitstudium im Europäischen Recht teilnehmen. Dieses soll den Absolventen schon während des regulären Studiums eine Zusatzqualifikation mit europarechtlicher Orientierung verschaffen. Nach geglücktem Studienabschluß in den Hauptfächern (Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften) erhalten erfolgreiche Teilnehmer an dem Begleitstudium ein "Zeugnis über Begleitstudien im Europäischen Recht".

    Gegenstand beider Studiengänge sind die verschiedensten Aspekte des Europäischen Rechts: Rechtsgeschichte, institutionelles und materielles Gemeinschaftsrecht, Grundrechtsschutz, Verwaltungsrecht, Umweltrecht, Binnenmarktrecht, Kartellrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Immaterialgüterrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht; Außenwirtschaftrecht, Einführungen in die Rechtsvergleichung sowie in die Rechtsordnungen anderer Mitgliedstaaten. Europabezogene Lehrveranstaltungen anderer Fakultäten werden mit in das Vorlesungen, Seminare und praxisbezogene Lehrveranstaltungen umfassende Programm beider Studiengänge einbezogen.

    Diese neuen Angebote sollen die Studierenden noch besser für die Anforderungen der Zukunft wappnen: Das Zusammenwachsen der Europäischen Gemeinschaften zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum ohne Binnengrenzen und einer Wirtschaftsrechtsgemeinschaft stellt die deutschen Juristen vor neue Aufgaben, weil die Anwendung des europäischen Rechts in erster Linie den Rechtsanwendern in den Mitgliedstaaten obliegt. Europarechtliche Fragen gehören daher schon heute zur alltäglichen Praxis der deutschen Juristen. Und in der Zukunft wird die praktische Bedeutung des Europarechts noch erheblich wachsen.

    Vor diesem Hintergrund sind auch die langjährigen Bemühungen der Würzburger Juristischen Fakultät um eine europarechtliche Schwerpunktsetzung in Lehre und Forschung zu sehen. So hat die Fakultät einen rechtsgeschichtlichen Lehrstuhl in einen europarechtlich orientierten Lehrstuhl ("Bürgerliches Recht und Europäisches Wirtschaftsrecht") umgewidmet; darüber hinaus besteht an der Fakultät ein Jean Monnet-Lehrstuhl, dessen Inhaber sich ausschließlich der Lehre und Forschung im Bereich des Europarechts widmet.

    Die in den vergangenen Jahren dezidiert europarechtlich ausgerichtete Berufungspolitik der Fakultät hat dazu geführt, daß heute bereits die Hälfte der Professoren ständig europarechtliche Lehrveranstaltungen anbietet. Professoren aus anderen Fakultäten der Universität Würzburg bzw. Beamte aus Institutionen der Europäischen Union bereichern das europarechtliche Lehrprogramm um interdisziplinäre bzw. praxisbezogene Veranstaltungen. Ein mehrstufiges Fremdsprachenprogramm ergänzt die fachbezogenen Lehrveranstaltungen.

    Als Ergebnis dieser Schwerpunktsetzung in der Lehre dürfen der lebhafte, weit über dem Durchschnitt liegende Studentenaustausch mit anderen EU-Staaten und insbesondere die Spitzenplätze gewertet werden, die Studenten der Juristischen Fakultät bereits mehrfach bei internationalen europarechtlichen Plädoyerwettbewerben erreicht haben, so im Jahr 1996 den zweiten Platz in der "European Law Moot-Court Competition".

    Im Bereich der Forschung führt die Juristische Fakultät seit 1991 die Würzburger Europarechtstage durch, deren Ergebnisse in einer von Professoren der Fakultät neu gegründeten Reihe (Ius Europaeum) veröffentlicht werden. Seit kurzem besteht an der Fakultät ein "Europäisches Rechtszentrum", in dessen Rahmen zahlreiche Forschungsprojekte in vier Schwerpunktbereichen (Informationsrecht, Umweltrecht, Innere Sicherheit, Unternehmensrecht) durchgeführt werden.

    Weitere Informationen über den Aufbaustudiengang erteilt Prof. Dr. Karl Kreuzer, Juristische Fakultät der Universität Würzburg, Domerschulstraße 16 (Alte Universität), D-97070 Würzburg, T +49 (0)931/31-2300, Fax +49 (0)931/31-2888, E-Mail:
    l-rechtsvergleichung@jura.uni-wuerzburg.de

    Über das Begleitstudium informiert Prof. Dr. Josef Drexl, Juristische Fakultät der Universität Würzburg, Domerschulstraße 16, D-97070 Würzburg, T +49 (0)931/31-2500, Fax +49 (0)931/31-2503, E-Mail:
    jdrexl@jura.uni-wuerzburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.jura.uni-wuerzburg.de/studieninformationen/


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Politik, Recht
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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