idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
08.12.2022 14:20

Eine natur- und menschenfreundliche Zukunft erreichen

Abteilung 2, Referat Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Hamburg

    Ein internationales Team der „Earth Commission“, dem auch eine Wissenschaftlerin der Universität Hamburg angehört, hat in einem Perspektivpapier in der Fachzeitschrift „One Earth“ erklärt, dass die Biodiversitätsziele für die kommenden drei Jahrzehnte in Gefahr seien, wenn die Fehler der Vergangenheit wiederholt würden, und gibt konkrete Handlungshinweise, um die biologische Vielfalt und eine gerechte Zukunft für alle Menschen zu sichern.

    Trotz jahrzehntelang steigender Investitionen in den Naturschutz ist es nicht gelungen, dem Rückgang der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Das internationale Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der „Earth Commission“ besteht aus Expertinnen und Experten, die einen nachhaltigen und gerechten Ausgleich zwischen Natur und Mensch suchen. Sie argumentieren, dass bessere Ergebnisse für die Erhaltung der biologischen Vielfalt erreicht werden können, wenn Schutzmaßnahmen mit Maßnahmen kombiniert werden, die die Ursachen für den Rückgang der biologischen Vielfalt bekämpfen.

    „Der Rückgang der biologischen Vielfalt nimmt aufgrund menschlicher Aktivitäten immer schneller zu und gibt Anlass zu wachsender wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Besorgnis. Die ‚Biegung der Kurve‘ des Rückgangs der biologischen Vielfalt ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer sicheren und gerechten Zukunft für alle und erfordert sofortige Erhaltungsmaßnahmen, die die wahren Ursachen des Rückgangs der biologischen Vielfalt innerhalb eines Rahmens der Gerechtigkeit angehen, der allen den gleichen Zugang zu den Vorteilen der Natur sichert und den Druck auf die biologische Vielfalt verringert“, sagt Dr. Awaz Mohamed, Postdoktorandin im Fachbereich Biologie der Universität Hamburg, Co-Autorin des Perspektivpapiers und Unterstützerin der Earth Commission-Arbeitsgruppe „Wechselwirkungen zwischen den Biosphären“.

    Die Forschenden nennen auf Basis einer umfangreichen Analyse wissenschaftlicher Studien die Schlüsselfaktoren, die für eine Umkehr der schwindenden biologischen Vielfalt verändert werden müssen: Ungleichheit, steigender Pro-Kopf-Verbrauch von Ressourcen in vielen Ländern, nicht nachhaltige Technologien, Investitionen und Handel sowie Regierungssysteme, die den Schutz der Natur nicht fördern. „Bei der Bekämpfung der Ursachen für den Rückgang der biologischen Vielfalt müsse ein gerechtes Umfeld entwickelt werden, das das Wohlergehen aller – einschließlich künftiger Generationen und der Natur – sicherstelle und eine Regenerierung der Biosphäre ermögliche, so die Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren.

    Das Perspektivpapier geht einem Bericht der „Earth Commission“ voraus, der Anfang 2023 erscheinen soll und in dem eine Reihe von „Erdsystemgrenzen“ skizziert werden. Diese bieten eine wissenschaftliche Unterstützung für die Notwendigkeit, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und die Natur als Voraussetzung eines stabilen Planeten zu erhalten. Wenn diese Grenzen eingehalten werden, verbessern sich auch die Chancen auf eine gerechte Zukunft für alle Menschen.

    Earth Commission
    Die Earth Commission ist der erste ganzheitliche Versuch, einen sicheren und gerechten Korridor für die Menschen und den Planeten wissenschaftlich zu definieren und zu quantifizieren, um das Überschreiten irreversibler Kipppunkte zu vermeiden. Die Kommission wird von Future Earth, dem weltweit größten Netzwerk von Nachhaltigkeitswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, ausgerichtet und ist der wissenschaftliche Eckpfeiler der Global Commons Alliance, einem von Rockefeller Philanthropy Advisors geförderten Projekt mit Unterstützung von Oak Foundation, MAVA, Porticus, Gordon and Betty Moore Foundation, Herlin Foundation und der Global Environment Facility. Die Kommission wird auch von der Global Challenges Foundation unterstützt. Zusätzliche Unterstützung für die Studie wurde von der norwegischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (Norad) und dem schwedischen Forschungsrat für nachhaltige Entwicklung (FORMAS) bereitgestellt. Den Vorsitz der Kommission führen Prof. Dahe Qin (Chinesische Akademie der Wissenschaften, China), Prof. Joyeeta Gupta (Universität Amsterdam, Niederlande) und Prof. Johan Rockström (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Deutschland).


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Awaz Mohamed
    Universität Hamburg
    Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
    Fachbereich Biologie
    Tel.: +49 40 822459 106
    E-Mail: awaz.mohamed@uni-hamburg.de


    Originalpublikation:

    Achieving a Nature- and People-Positive future, D. Obura, F. DeClerck, P. Verburg, J. Gupta, J. F. Abrams, X. Bai, S. Bunn, K. L. Ebi, L. Gifford, C. Gordon, L. Jacobson, T. M. Lenton, D. Liverman, A. Mohamed, K. Prodani, J. C. Rocha, J. Rockström, B. Sakschewski, B. Stewart-Koster, D. van Vuuren, R. Winkelmann, and C. Zimm,
    One Earth 6, February 17, 2023 (2022). Doi: 10.1016/j.oneear.2022.11.013

    https://www.doi.org/10.1016/j.oneear.2022.11.013


    Weitere Informationen:

    https://www.min.uni-hamburg.de/ueber-die-fakultaet/aktuelles/2022/2108-eine-natu...


    Bilder

    Menschen wandern in der Natur
    Menschen wandern in der Natur
    pixabay
    pixabay


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Gesellschaft
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).